Unser Wasser wird streng kontrolliert

Schweriner Labor nimmt Proben in der Region

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10. März 2015, 15:50 Uhr

Trinkwasserkontrolle im Parchimer Ortsteil Möderitz: Am Teichweg gleich neben dem Hydranten parkt David Niedtner von der Firma AQS (Aquaservice Schwerin) seinen Transporter. Hier ist einer der Endstränge vom großen Netz, durch das Trinkwasser aus dem Wasserwerk in Garwitz sprudelt.

15 Minuten lang lässt David Niedtner Trinkwasser ablaufen. Dann beginnen die Proben. Der junge Mann misst vor Ort den PH-Wert, den Sauerstoffgehalt, die Leitfähigkeit des Wassers. Das alles sind Indikatoren dafür, ob das Wasserwerk in Garwitz vernünftig läuft, erfährt SVZ von den Verantwortlichen im Wasser- und Abwasserzweckverband Parchim-Lübz (WAZV). David Niedtner nimmt weitere Proben für die Untersuchung im Labor in Schwerin: Die erste für die Analyse auf Trübung, die zweite für die Kontrolle auf Eisen und Mangan. Dann kommt ein Gasbrenner zum Einsatz. Der junge Mann flammt den Hahn ab, aus dem er die nächste Probe zieht, denn dieser muss absolut keimfrei sein. Jetzt füllt er das Trinkwasser für die mikrobiologische Untersuchung ab.

14 Wasserwerke betreibt der WAZV, über die Menschen auf den Dörfern der Region Parchim/Lübz versorgt werden. Nur einmal im Jahr muss das Trinkwasser im jeweiligen Netz bei den kleinen Einheiten und viermal bei den größeren untersucht werden. „Zum Schutz unserer Kunden machen wir mehr, als die Trinkwasserverordnung vorsieht“, sagt Lothar Brockmann, der Geschäftsführer des WAZV. Nach Angaben des Verbandes wird die Trinkwasserqualität in den Wasserwerken und Druckstationen sowie an über 150 Probenahmestellen im weitverzweigten Trinkwassernetz überwacht. Das erfolgt durch das Labor AQS und unabhängig davon überprüfen auch Hygieneinspektoren des Landkreises Proben, erfuhr SVZ

Der WAZV geht offen mit den Werten um, die bei diesen Proben ermittelt werden. Im Mitteilungsblatt des Verbandes, der Wasserzeitung, wird beispielsweise für jedes Wasserwerk veröffentlicht, wie viel Blei, Calcium, Chlorid, Eisen, Fluorid, Kupfer, Magnesium, Mangan, Natrium, Nitrat und Uran im Trinkwasser ist. Bei allen 14 Wasserwerken liegen die Werte weit unter den gesetzlich vorgegebenen Grenzwerten.

Bei den riesigen Mengen an Trinkwasser, die der WAZV aufbereitet, kommt es sehr selten vor, dass man einmal das Wasser nicht bedenkenlos genießen kann. Einen solchen Fall gab es vor einem Jahr im Einzugsbereich des recht kleinen Wasserwerks in Kreien. Dort waren Keime im Wasser gefunden worden. Da in diesem Fall mehrere Faktoren in Frage kamen, entschied man sich in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt für die sicherste, aber zugleich für eine sehr drastischste Maßnahme. Dem Wasser wurde Chlor zugefügt, um die Keime abzutöten. Zeitweise mussten die Anwohner ihr Wasser vor dem Verzehr abkochen.

Solche Radikalkuren werden aber nur im äußersten Fall angewandt.

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