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Energiewende im Fokus : Umspannwerk stärkt Stromautobahn

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Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Energieunternehmen WEMAG und „50 Hertz“ investieren in neue Anlagen südlich von Parchim / Aufnahmebereit für Strom der neuen Windparks

svz.de von
erstellt am 16.Jan.2014 | 14:15 Uhr

Es ist nicht mehr zu übersehen, die Energiewende hat die Region zwischen dem Plauer und Schweriner See längst erreicht. Nachdem sich hier Windräder in wachsender Zahl drehen und immer mehr Dächer von Gewerbe- und Privathäusern mittels Photovoltaikanlagen in kleine Kraftwerke verwandelt haben, entsteht seit einigen Monaten südlich von Parchim ein neues Umspannwerk. „Der Zuwachs an erneuerbarer Energie bringt auch uns als Verteilnetzbetreiber an die Kapazitätsgrenzen. Gemeinsam mit dem Energieunternehmen ,50 Herz’, das für den Betrieb und den Ausbau des Übertragungsnetzes sorgt, investieren wir deshalb vor Ort rund zehn Millionen Euro“, sagt WEMAG-Sprecher Jost Broichmann.

Seit dem ersten Spatenstich im Spätsommer vergangenen Jahres hat sich auf dem früheren Rüben- und Getreideacker zwischen der Kreisstadt und dem Ortsteil Neuburg der Gemeinde Siggelkow einiges getan. Das Gelände des Umspannwerkes Parchim-Süd misst 250 mal 250 Meter. Nachdem der Mutterboden abgetragen worden war, wurden Betonfundamente gegossen, Stahlmasten und Schaltgerätehäuser montiert und haushohe Transformatoren aufgestellt. „Auch, wenn es auf den ersten Blick noch nicht so aussieht, wir sind bereits einsatzbereit und könnten bei Bedarf den Strom von neuen Windkraftanlagen bereits annehmen und weiter leiten“, so Jost Broichmann. Dieses Signal ist für die Investoren, die in der Region bei Barkow und seit wenigen Tagen auch östlich von Parchim mit dem Bau neuer Windparks begonnen haben, wichtig. Ohne den Neubau des Umspannwerkes Parchim-Süd wären Probleme vorprogrammiert. Bislang hat die WEMAG in ihrem Verbreitungsgebiet an drei Punkten – im Norden in Güstrow, im Westen in Schwerin-Görries und im Süden bei Perleberg – Umspannwerke unterhalten. Mit „50 Hertz“, dem Betreiber der großen Stromautobahnen in den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Hamburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern ist man sich einig, dass für die Versorgungssicherheit ein weiteres Umspannwerk im Raum Parchim/Lübz unverzichtbar ist. Dieses wird in die Leitungen, die von Güstrow nach Wolmirstedt nördlich von Magdeburg führen, eingebunden.

Die Arbeiten kommen gut voran. „Dabei kommt uns der milde Winter durchaus entgegen“, meint WEMAG-Projektleiter Torsten Jäger. Auf Hochtouren laufen die umfangreichen Montagearbeiten. Für die Gewerke Bau, Stahlbau und Elektromontage zeichnet die Siemens AG verantwortlich. Darüber hinaus war den Bauherren wichtig, dass auch regionale Fachfirmen profitieren.

„Wir planen in Parchim-Süd nicht nur für den Augenblick, sondern für den wachsenden Bedarf in der Zukunft und arbeiten dabei eng mit den Windparkinvestoren zusammen“, betont Jost Broichmann. So hat die UKA Projektentwicklung Rostock, die gerade zwei Windparks bei Barkow und östlich der Kreisstadt realisiert, selbst in einen Trafo für das Umspannwerk investiert. Insgesamt können bei voller Ausbaustufe sechs Großtransformatoren eingebaut werden. „Wichtig ist uns, dass es sich dabei um Anlagen der neusten Generation handelt, die als ,Flüster’-Trafos kaum Lärm verursachen“, so der WEMAG-Sprecher. Im zweiten Halbjahr wollen die Investoren interessierten Bürgern die Möglichkeit geben, sich vor Ort selbst ein Bild zu machen, wie die Technik arbeitet, die für eine erfolgreiche Energiewende unverzichtbar ist.


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