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Parchimer Zeitung

19. Oktober 2017 | 05:53 Uhr

Parchim : Über Umwege zum Traumberuf

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Max Danneberg ist seit einem Jahr als Horterzieher in Parchim tätig und begleitet ab September eine erste Klasse als Bezugserzieher

von
erstellt am 21.Aug.2017 | 04:45 Uhr

Wenn am 2. September die neuen Abc-Schützen in der Adolf-Diesterweg-Grundschule feierlich begrüßt werden, ist das auch ein besonderer Tag für Max Danneberg: Er wird zum ersten Mal eine erste Klasse als Bezugserzieher unter seine Fittiche nehmen und damit für vier Jahre im Schulhort ein wichtiger Begleiter für diese Kinder sein.

Besser hätte der Start ins neue Berufsleben für ihn wirklich nicht laufen können. Denn gerade erst vor zwölf Monaten hatte Max Danneberg als frisch gebackener Absolvent der Fachschule für Sozialpädagogik in Schwerin seinen ersten Arbeitstag in der Parchimer Horteinrichtung. Ein guter Freund gab ihm den Tipp, sich dort zu bewerben. Er selbst hatte zu dem Zeitpunkt bei der Suche nach einer Einsatzmöglichkeit als Staatlich anerkannter Erzieher seine eigene Heimatstadt noch gar nicht auf dem Schirm. Und schon gar nicht den Hort, den er früher als Grundschüler selbst einmal besuchte. Seine damalige Erzieherin Heike Kasperek ist nun seine Chefin und Marita Lang, die ebenfalls schon zu seinen Schülerzeiten als Horterzieherin in der Diesterwegschule tätig war, jetzt seine Kollegin. „Ich fühle mich hier sehr herzlich aufgenommen. Alle stehen mir mit Rat und Tat zur Seite. Ich spüre, wie es als Bereicherung angesehen wird, dass ich in einem immer noch frauendominierten Beruf eigene Impulse setzen und andere Interessensgebiete der Kinder ansprechen kann“, schätzt Max Danneberg ein. So verwirklichte er zum Beispiel die Idee mit dem Sportkurs. Einmal in der Woche lädt er Jungen und Mädchen aus den zweiten bis vierten Klassenstufen ein, zusammen Fußball zu spielen. Die Kinder sind mit Begeisterung dabei. Vor gut einem Monat durfte er nun nach bestandener Probezeit seinen unbefristeten Arbeitsvertrag mit der Stadt als Hortträger unterschreiben. Das hat ihn wahnsinnig gefreut so kurz vor seinem 30. Geburtstag.

Zum Erzieherberuf fand der gebürtige Parchimer über einen Umweg. Nach dem Abitur am Friedrich-Franz-Gymnasium zog Max Danneberg zunächst eine Ausbildung zum Medien- und Grafikgestalter durch. Die Idee, anschließend Kommunikationsdesign zu studieren, verwarf er jedoch, als ihn jemand auf einen Bildungsweg im sozialen Bereich in Schwerin aufmerksam machte. „Ich wusste, das passt viel besser zu mir“, vertraute er einfach auf sein Bauchgefühl. Heute ist Max Danneberg glücklich, die Entscheidung, sich beruflich noch einmal zu verändern, im richtigen Moment getroffen zu haben.

An seiner Arbeit im Hort der Adolf-Diesterweg-Grundschule gefällt ihm, dass kein Tag dem anderen gleicht. Routine ist für ihn ein Fremdwort. Und ihn fasziniert immer wieder aufs Neue, wie authentisch und ehrlich Kinder in ihrem Feedback sind. „Ich habe in den ersten zwölf Monaten in meinem Beruf schon viele anrührende Momente erlebt. Das motiviert unglaublich.“

Max Danneberg sieht seine berufliche und private Perspektive definitiv in Parchim. Seine Lebensgefährtin ist als Bibliothekarin in Lübz tätig. Auch sie kommt aus der Region, ist in Stolpe aufgewachsen. Beide empfinden das Leben in einer Kleinstadt als angenehm, allein schon deshalb, weil man sich nur das Fahrrad zu schnappen braucht, um von A nach B zu kommen. Weil sie wirklich gerne Parchimer sind, träumen sie davon, dass sie sich in dieser Stadt eines Tages gemeinsam Wohneigentum schaffen können. Parchim stehe aber auch für viele soziale Kontakte, die teils mehr als 20 Jahre Bestand haben. „Das ist heute nicht mehr selbstverständlich“, weiß Max Danneberg gerade das sehr zu schätzen. „Ich liebe den See, kann mich daran erfreuen, wie die Boote auf der Elde entlang schippern. Mir gefällt die Altstadt. Sie hat mit dem frei gelegten Färbergraben an Attraktivität gewonnen.“

Dieses Gefühl von Heimat – das möchte Max Danneberg auch an seine Hortkinder weitergeben. Damit Kinder schon frühzeitig ihre Umgebung kennen und damit wertschätzen lernen.
 

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