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Essen verbindet : Über den Tellerrand gekocht

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Im Haus der Begegnung M 41 fiel jetzt der Startschuss für ein interkulturelles Projekt von Einheimischen und Neu-Parchimern

von
erstellt am 20.Jan.2017 | 05:00 Uhr

In der neuen Küche im Herzen des alten Hauses in der Mühlenstraße 41 herrschte am Mittwochabend Hochbetrieb. Und wieder einmal bewahrheitete sich: Viele Köche verderben nicht den Brei, wie ein altes Sprichwort andersherum immer noch glauben machen möchte. Wie von Zauberhand war der Gemüseberg geputzt und klein geschnippelt, füllten sich Töpfe und Schalen und schon bald konnten sich Köche sowie Küchenhelfer am großen Esstisch versammeln, um gemeinsam das Menü zu genießen: Hühnerfleisch mit Reis und Gemüse als Eintopf, ein mit Unmengen Petersilie zubereiteter Salat (Tabole) sowie Blätterteig gefüllt mit selbst gemachtem Quark. Eine Parchimerin hatte als Gastgeschenk noch ein selbst gebackenes Korianderbrot beigesteuert.

Gerichte aus aller Herren Länder sollen an diesem Ort künftig einmal im Monat in gemischter Runde von unterschiedlichen Menschen zubereitet und aufgetischt werden. Die symbolische Einweihung der neuen Küche in dem Haus in Trägerschaft der St. Mariengemeinde bildete nämlich den Startschuss für das interkulturelle Projekt „Über den Tellerrand kochen“. Das Rezept ist ganz einfach: Ein Parchimer und ein Neu-Parchimer finden sich zusammen, überlegen sich ein Menü, organisieren den Abend und laden Leute ein, die natürlich auch gern bei der Zubereitung mithelfen dürfen. Den Auftakt machten Robert Stenzel aus Parchim und Mahmod Mahram aus Syrien, der vor einem Jahr Zuflucht in der Eldestadt fand und sich hier freundlich aufgenommen fühlt. „Kochen ist ein tolles Medium, um miteinander in Interaktion zu gehen, wenn man keine gemeinsame Sprache hat“, ist sich Robert Stenzel sicher. Man lerne viel über die Herkunftsländer, über Essgewohnheiten, über Besonderheiten und die Bedeutung der Ernährung. „Wir werden feststellen, dass ‚Essen wie bei Muttern‘ in allen Kulturen dazu beiträgt, sich heimisch zu fühlen“, bekräftigt Robert Stenzel. Inspiriert und unterstützt werden die Parchimer Initiatoren des Projektes dabei vom Verein „Über den Tellerrand kochen“ aus Berlin. Die Anschaffung der neuen Küche, die seit Ende vergangenen Jahres zur Verfügung steht und damit noch mehr Leben ins Haus bringen wird, wurde durch den Flüchtlingsfonds des Kirchenkreises Mecklenburg, viele Einzelspenden sowie durch eine persönliche Spende vom Landesbischof der Nordkirche Gerhard Ulrich ermöglicht. Das Haus in der Mühlenstraße steht allen Menschen aller Generationen als Ort der Begegnung, des Austausches oder für Besprechungen offen. Zweimal in der Woche wird hier auch Deutschunterricht angeboten.  

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