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Parchimer Zeitung

24. Oktober 2017 | 00:51 Uhr

Parchim : Treppen werden besser markiert

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Bundesweite Aktion der Blinden und Sehbehinderten für mehr Sicherheit auf Treppenstufen : Drei Partner sind in Parchim dabei.

von
erstellt am 26.Mai.2016 | 05:00 Uhr

An der Treppe zum Krankenhaus können sich Menschen mit Sehbehinderung künftig besser orientieren. Wenn das Wetter mitspielt, werden Handwerker schon am heutigen Donnerstag den Aufgang zur Asklepios Klinik in Parchim markieren. Die Kanten der Stufen werden mit gelber Straßenfarbe gestrichen, erklärte am Mittwoch einer der Handwerker. Die Krankenhausleitung hat die Arbeiten in Auftrag gegeben. Den Anstoß gab die Parchimer Gebietsgruppe des Blinden- und Sehbehinderten-Vereins. Vorsitzender Wolfgang Wiesner führte dazu die Gespräche.

Anlass ist eine bundesweite Aktion des deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) zum Tag der Sehbehinderten 2016 am 6. Juni. Treppen stellen eine große Unfallgefahr da, sagt der Verband. Täglich komme es zu unzähligen Stürzen auf Treppen und laut dem statistischen Bundesamt enden jedes Jahr mehr als 1000 davon tödlich.

Die Gründe für Treppenunfälle seien vielfältig, von ungleichmäßigen Stufen über rutschige Beläge bis zum Fehlen eines Handlaufs. Häufig passieren Unfälle aber auch aus dem einfachen Grund, dass Treppenstufen nicht richtig erkannt werden, erklärt der Verband. Wenn die Stufenkanten im gleichen Farbton wie die restliche Stufe gestaltet sind, können sie nur schwer erkannt werden und die Treppe werde zur Gefahr - insbesondere für Menschen mit Seheinschränkung. Die Stufen verschwimmen zu einer Fläche. Deshalb startete der Interessenverband eine bundesweite Aktion: In ganz Deutschland sollen Treppenstufen kontrastreich markiert und damit sicherer gemacht werden.

Mehrere Gebietsgruppen im Blinden- und Sehbehinderten-Verein Mecklenburg-Vorpommern schlossen sich der Aktion an. Die Parchimer klemmten sich dahinter, dass mit Hilfe von Partnern an drei Orten in der Kreisstadt Treppen sicherer werden: die lange Treppe aus Richtung Parkplatz im Stadthaus in der Blutstraße, die Freitreppe vor dem Parchimer Krankenhaus und die Treppe zwischen Supermarkt-Parkplatz und Raiffeisering. Sie alle sollen mit Farbmarkierungen ausgestattet werden, erklärt Wolfgang Wiesner, der Vorsitzende der Parchimer Gruppe.

Wiesner selbst besitzt nur noch einen sehr geringen Bruchteil Sehleistung und er weiß genau, was schlecht oder nicht markierte Treppen bedeuten. Sie sind von oben für ihn kaum zu erkennen. Nötig sind Kontraste im Bodenbereich. Und die sollen jetzt geschaffen werden. Auch für die Treppe im Stadthaus liege bereits Material bereit, berichtet er. Jeweils an die erste und die letzte Stufe bei jedem Absatz sollen braune Streifen, die einen Kontrast zum Boden bilden, montiert werden. Mit der Treppe am Raiffeisenring dauere es noch etwas, weil hier mehrere Partner im Boot sind. So werde das Projekt wahrscheinlich erst nach dem Tag der Sehbehinderten realisiert. (Weitere Hintergrundinformationen finden Sie in der Printausgabe und im E-Paper)

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