Parchim : Traum vom Bauen wird hier wahr

Etwa 30 Hektar ist die größte innerstädtische nicht überbaute Fläche groß: Hier sollen in Zukunft etwa 60 bis 100 Baugrundstücke geschaffen werden.
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Etwa 30 Hektar ist die größte innerstädtische nicht überbaute Fläche groß: Hier sollen in Zukunft etwa 60 bis 100 Baugrundstücke geschaffen werden.

Masterplan für Regimentsvorstadt: Parchim schafft dringend benötigtes Wohnraumland / Festwiese an diesem Standort vom Tisch

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31. Mai 2017, 23:50 Uhr

Etwa 60 bis 100 Baugrundstücke mit einer Größe zwischen 600 und 1000 Quadratmeter an zwei Standorten hin zum Grüngürtel. Ein Schulneubau als Ersatzstandort für die Goethe-Grundschule und die Option, hier auch einen Hort und eine Turnhalle mit anzusiedeln – das sind die grundsätzlichen Ideen der Stadt für Parchims Filetstück Regimentsvorstadt. Kleingärtner brauchen um ihre Gärten nicht zu fürchten: Der Kleingartenanlage wird ein guter Zustand bescheinigt. Sie soll am Standort verbleiben. Ideenansätze, die Festwiese in die Regimentsvorstadt zu verlegen, sind nun vom Tisch. Der Martinimarkt sei an seinem traditionellen Standort im Bereich der Bergstraße gewachsen und werde von allen angenommen, so die Position der Stadt.

Die öffentliche Vorstellung des so genannten Masterplanes für die mit ca. 30 Hektar größte innerstädtische nicht überbaute Fläche löste am Dienstag Abend erwartungsgemäß großes Interesse aus. Schon lange nicht haben sich so viele, vor allem aber so viele jüngere Menschen bei einer Bürgerinformationsveranstaltung der Stadt sehen lassen. Ausdruck dafür, wie groß die Not an Bauland mittlerweile in der Eldestadt ist. Ein Einwohner eines Parchimer Ortsteiles wurde von seinem Sohn in die Spur geschickt, der in Hamburg arbeitet, jedoch unbedingt in seine Heimatregion zurück kehren und sich hier den Traum vom eigenen Heim erfüllen möchte. Er erhoffe sich, von diesem Abend konkrete Informationen für seinen Sohn mitnehmen zu können, sagte der Mann.

Bürgermeister Dirk Flörke nahm sich zu Beginn der Veranstaltung selbst in die Pflicht: Die Schaffung von Wohnraumland als wichtiger Standortfaktor im Wettbewerb mit anderen Kommunen sei eines seiner Kernthemen im Wahlkampf gewesen, als er für die Bürgermeisterwahl kandidierte. „.Die Regimentsvorstadt schreit förmlich nach einer Entwicklung. Parchim wird sich damit auszeichnen.“ Stadtplaner Torsten Beims aus Schwerin zeichnete das Bild von einem neu erblühenden attraktiven Stadtteil mit Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäusern, mit Entwicklungspotenzial für Handel und Dienstleistung sowie als Schulstandort in zentraler Lage, der auch von der Weststadt gut erreichbar ist.

Wichtige Prämissen für die Überlegungen seien der sehr breite Raum an Freiflächen, der Naturschutz (die Eldewiesen bleiben z. B. bei der Bebauung außen vor), die vorhandene Ver- und Entsorgung sowie Anknüpfungspunkte an vorhandene Straßen. Letzteres lässt allerdings bei Anwohnern in der Ebelingstraße ganz böse Vorahnungen aufkommen: Sie befürchten mit dem Durchgangsverkehr erhebliche Einbußen in der Wohnqualität – insbesondere wenn eines Tages die Baufahrzeuge rollen. Kritisch wurde von einigen Besuchern der Veranstaltung auch der angedachte Standort für den Schulersatzbau gesehen.

„Angenehm überrascht, was insgesamt hier passieren soll“, zeigte sich der Parchimer Karl-Heinz Garbe. „Wenn einige Dinge noch tiefer durchdacht werden, wird das eine schöne Sache.“

Der Masterplan ist allerdings kein in Stein gemeißeltes Gesetz. Er beschreibt eine stadtplanerische Strategie und ist damit als Richtschnur für das weitere Handeln zu verstehen. Bauamtsleiter Frank Schmidt verwies darauf, dass die nun folgenden konkreten Planungen ein demokratischer Prozess sind, in den sich jeder einbringen kann. „Wir werden alles Weitere mit Augenmaß angehen“, versicherte er. Auf einen konkreten Zeitstrahl wollte sich die Stadt an diesem Abend nicht festlegen. Nur so viel: Ganz zuerst sollen attraktive Bauplätze auf den Weg gebracht werden. Vorsichtige Prognosen gehen davon aus, dass im idealen Fall bis Mitte / Ende nächsten Jahres Baurecht in einem ersten B-Plan-Gebiet geschaffen werden kann. „Das ist ein Rechtsverfahren, das die Stadt einhalten muss und in dem verschiedene Abschnitte zu absolvieren sind, bis hin zur öffentlichen Auslegung. Diese dauert vier Wochen und gibt jedem Interessenten die Möglichkeit, Einsicht in die Unterlagen zu nehmen“, erläuterte Schmidt den Prozess.
 

Warum es notwendig ist, einen Ersatzstandort für eine der beiden Goetheschulen zu finden, lesen Sie in einer der nächsten Ausgaben.


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