keine eintagsfliege : Tombola für die Kinderkrebshilfe

Bei den Gymnasiasten Linda, Hanna, Sarah  und Lara laufen die Fäden für die Tombola zugunsten der Kinderkrebshilfe zusammen. Wolfgang Tlotzeck ist begeistert, mit wie viel Engagement und Ideen sich die Neuntklässlerinnen für die Sache ins Zeug werfen. Gesundheitslehrerin Inge Zühlsdorf ist sich sicher, dass die Tombola eine Initialzündung für weitere Aktionen an der Schule bringt.
Bei den Gymnasiasten Linda, Hanna, Sarah und Lara laufen die Fäden für die Tombola zugunsten der Kinderkrebshilfe zusammen. Wolfgang Tlotzeck ist begeistert, mit wie viel Engagement und Ideen sich die Neuntklässlerinnen für die Sache ins Zeug werfen. Gesundheitslehrerin Inge Zühlsdorf ist sich sicher, dass die Tombola eine Initialzündung für weitere Aktionen an der Schule bringt.

Schüler des Friedrich-Franz-Gymnasiums initiieren Spendenaktion / Gesamterlös aller Aktivitäten soll zum Kindertag 2014 übergeben werden

svz.de von
23. Dezember 2013, 16:49 Uhr

Mitten im Vorweihnachtstrubel ist am Friedrich-Franz-Gymnasium eine Spendenaktion angelaufen, die die Schüler dieser Schule aber noch weit über den Jahreswechsel hinaus in Atem halten wird: Das Friedrich-Franz-Gymnasium möchte sich über einen längeren Zeitraum hinweg auf dem Gebiet der Kinderkrebshilfe engagieren und den Förderverein der Schweriner Kinderklinik und des Kinderzentrums Mecklenburg in seiner Arbeit unterstützen.

Erster Meilenstein dieser Aktion wird eine vom Wahlpflichtfach „Mensch und Gesundheit“ initiierte Tombola am Tag der offenen Tür des Gymnasiums am 11. Januar von 9 bis 12 Uhr sein. Dafür sind Hanna Menschikowski, Linda Winterfeldt, Sarah Einnolf und Lara Sommerfeld aus der 9c bereits seit Wochen unterwegs, um Sach- und Geldspenden einzuwerben. Die Reaktionen seien ausgesprochen mutmachend gewesen, freuen sich die engagierten Gymnasiasten vom Organisationsteam.

Auf der FFG-Schülervollversammlung am 22. Januar wollen sie außerdem einen Aufruf an alle Schüler und Lehrer starten, sich mit eigenen Aktionen der Klassen an dem Gesamtprojekt zu beteiligen. Der große „Kassensturz“ und damit die Übergabe der Gesamtspende an den Förderverein soll voraussichtlich zum Internationalen Kindertag 2014 erfolgen. Die 8a mit ihrer Lehrerin Inge Zühlsdorf hat schon kräftig vorgelegt: Sie startete im September bereits einen Apfelerenteeinsatz in Ruthen, der einen Erlös von 72 Euro erbrachte. Weitere 78 Euro für die Kinderkrebshilfe konnten in fröhlicher Runde bei einem Spieleabend mit Eltern und Schülern erwirtschaftet werden. Die Klassensprecher der 8a Martha Kloss und Robert Janisch nutzten außerdem das Klassensprecherseminar in Damm, um die caritative Idee innerhalb der Schule weiter zu verbreiten.

Ihren engsten Verbündeten haben die Gymnasiasten bei diesem Langzeitprojekt in Wolfgang Tlotzeck gefunden. Der Parchimer engagiert sich bereits seit längerem aus einer ganz persönlichen Motivation heraus für die Kinderkrebshilfe. Sein Enkelsohn musste vor Jahren als kleiner Junge monatelang gegen die heimtückische Krankheit kämpfen. Er hat den Kampf gewonnen, doch die Leidenszeit hat die gesamte Familie sehr geprägt und Wolfgang Tlotzeck leitete daraus eine neue Lebensaufgabe für sich ab, die er seitdem in stiller Zurückhaltung mit großem Einsatz ausübt. Vor allem ist es ihm eine Herzensangelegenheit, dass die Hilfe direkt betroffenen Kindern aus der Region zu Gute kommt. So gehörte Wolfgang Tlotzeck im zurückliegenden Sommer zu den Impulsgebern der Kunstauktion im Rahmen des 1. Parchimer Kunstmarktes, die einen Erlös von 1406,50 Euro erbrachte (SVZ berichtete). Bei der Suche nach Menschen, die sich ebenfalls für die Sache einsetzen würden, fand er über Stadtpräsident Dirk Flörke, selbst Lehrer dieser Schule, zur Gesundheitsbeauftragten am FFG, Inge Zühlsdorf, und rannte bei ihr und ihrer heute achten Klasse die sprichwörtlichen offenen Türen ein. Und nicht nur bei ihr: „Es ist für mich unheimlich bewegend, wie entschlossen, zielbewusst und ideenreich die Schüler hinter dieser Sache stehen und wie bei Hanna, Linda, Sarah und Lara aus dem Wahlpflichtfach inzwischen die Fäden zusammen laufen“, kann Wolfgang Tlotzeck nach den ersten Treffen nur immer wieder beeindruckt unterstreichen.

Dass sie sich mit diesem Projekt eine Zusatzaufgabe „aufgehalst“ haben, die weit über den Unterricht hinausgeht und so manche kostbare Stunde der Freizeit in Anspruch nehmen wird, dessen sind sich die vier Neuntklässlerinnen ganz genau bewusst: „Doch mir geht es gut, wir sind alle gesund und meine Eltern stehen immer hinter mir. Dafür kann ich dankbar sein. Mich berührt es sehr, wenn ich sehe, wie andere leiden müssen“, sagt Linda, die nach dem Abitur einen Berufsweg im medizinischen Bereich einschlagen möchte. Ein ausgeprägtes Hintergrundwissen, warum solche Vereine wie der zur Förderung der Schweriner Kinderklinik und des Kinderzentrums Mecklenburg heute so wichtig sind, hat Hanna bereits durch viele Gespräche im Familienkreis erworben – ihre Eltern sind Ärzte. Als treuhänderischer Verwalter von Krankenkassenbeiträgen darf eine Klinik ihr Geld laut Gesetz nämlich nur für rein medizinische Zwecke ausgeben. Der Förderverein macht es z. B. möglich, dass Kinder, die oftmals monatelang das Krankenhausbett hüten müssen, auf der Station unterrichtet werden können. Der Förderverein übernimmt für Eltern, die sich die langen Fahrten in die Klinik nicht leisten können, um ihr schwerstkrankes Kind regelmäßig zu besuchen, die Fahrkosten. Oder er finanziert die Perücke für ein junges Mädchen, das nicht nur die Schmerzen ertragen muss, sondern schwer daran zu tragen hat, dass es durch die Chemo seine langen Haare verloren hat. „Ich finde es wichtig, dass man sich einbringt“, kann sich Hanna mit diesem Schulprojekt sehr gut identifizieren.

Sarah ist dabei, weil sie im eigenen familiären Umfeld bereits Erfahrungen mit schweren Erkrankungen gemacht hat. Und Lara kann selbst noch gar nicht so richtig glauben, dass sie plötzlich als Teil des Organisationsteams in eine so große Sache involviert ist: „Ich finde es toll, sich zu engagieren und damit den Namen unserer Schule nach außen zu tragen“, ist sie hoch motiviert.

Gesundheitslehrerin Inge Zühlsdorf ist sich sicher, dass bei dieser Spendenaktion noch mit einigen Überraschungen zu rechnen sein wird: „Wir haben an unserer Schule tolle Jugendliche und die werden sich garantiert etwas einfallen lassen.“

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