Parchim : Theater-Mühle bleibt kein Traum

Die Elde-Mühle im Dornröschenschlaf
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Die Elde-Mühle im Dornröschenschlaf

Landrat: Gebäude wird Kultur-Standort. Theaterförderverein Spot an lud zum „Abend der Begegnung“ . Spendenaktion gestartet.

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26. April 2017, 08:00 Uhr

„Das Junge Staatstheater Parchim wird in Parchim realisiert, dennoch sind die Gespräche auf Landesebene nicht einfach, aber es gibt Verträge“, das sagte Landrat Rolf Christiansen beim „Abend der Begegnungen“, den der Förderverein „Spot an“ am Montagabend im Gemeindehaus von St. Georgen organisiert hatte. Es war eine ganz besondere Veranstaltung, die musikalisch von der Gruppe „Elde-Folk“ von der Musikschule des Landkreises Ludwigslust-Parchim unter der Leitung von Sigrun Hass umrahmt wurde.

Wie der Vorsitzende des Vereins Wolfgang von Rechenberg sagte, wollten die Mitglieder sowie zahlreiche Gäste an diesem Abend dem Theaterensemble einmal Danke sagen für die Leistungen, die seit Jahren in diesem Hause erbracht werden, obwohl es über keine eigene Spielstätte verfügt. So wird in der Stadthalle, in der Remise des Landratsamtes, in Schulen und in vielen Orten gespielt – stets verbunden mit vielen Fahrten und eingeschränkten Möglichkeiten. „Und dennoch bestimmt unser Theater das kulturelle Leben in der Region und darüber hinaus, dafür möchten wir Danke sagen“, so von Rechenberg.

Die Zahl sieben, als Schicksalszahl meist eine Glückszahl, spielte an diesem Montagabend eine besondere Rolle. Zu Beginn gab es sieben Fragen, gestellt wechselseitig an die Theaterleute und an das Publikum, dazu saß an jedem Tisch mindestens ein Ensemblemitglied. Diese Runde diente dem gegenseitigen Kennenlernen und so gab es trotz eines kräftigen Gemurmels an den Tischen interessante Informationen. Für Schauspielerin Carolin Bauer beispielsweise ist die Rolle des Clowns in „Efeu und die Dicke“ eine der schönsten Rollen, die sie spielte und dabei leuchteten ihre Augen und Dramaturgin Katja Mickan träumt von einem künftigen neuen Theater in der Elde-Mühle mit viel Spielfreude für die Besucher.

Und dann folgte die mit gewisser Spannung erwartete Ansprache des Landrates Christiansen, der kürzlich selbst Mitglied des Fördervereins wurde. Neben den eingangs erwähnten nicht einfachen Gesprächen auf Landesebene, verwies er auch auf „Vorbehalte, die es im Kabinett“ gibt. „Doch es gibt Verträge und die fest zugesagten 5 Millionen Euro, bzw 50 Prozent der Baukosten werden fließen, auch wenn es Diskussionen gibt, warum wieder Mittel für Westmecklenburg und nicht für Vorpommern ausgegeben werden“, so der Landrat. Doch der Umbau des Theaters im Zusammenhang mit der Fusion mit dem Staatstheater werde auch im gesamten Land aufmerksam verfolgt. Gestern hat das Kabinett die Förderzusage beschlossen. „Mit der Förderzusage hält sich das Land an seine Verabredungen. Ich gehe davon aus, dass auch Stadt und Landkreis die getroffenen Vereinbarungen einhalten“, sagte Kulturministerin Birgit Hesse.

Ob die zu erwartenden Kosten zu hoch sind oder die Raumplanung, in der man zur Zeit steckt, verändert werden muss, das sind Fragen, die derzeit diskutiert werden. „Aber das darf nicht entscheidend sein, denn ein Theater muss funktionieren!“, so der Landrat. Für ihn wird der neue Standort ein Kultur-Standort mit Theater, Theatercafé, Museum und weiteren kulturellen Möglichkeiten sein und „es wird kein Traum bleiben, das Junge Staatstheater wird realisiert, Ende des Jahres werden die nötigen Ausschreibungen folgen“.

Zum Schluss wurde noch eine Spendenaktion gestartet und das ehrgeizige Ziel, so Vereinskämmerin Irmgard Habe-Wrede, lautet, bis Juli 5000 Euro einzusammeln. Dieses Geld soll für eine neue Ton- und Beleuchtungsanlage für den Malsaal verwendet werden. Denn dort könnte ab Herbst wieder gespielt werden und „wenn der neue Standort in der Elde-Mühle genutzt werden kann, dann wird die Anlage dort eingebaut werden“, ergänzte Intendant Thomas Ott-Albrecht.

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