zur Navigation springen

Parchim : Theater: Kreistag ringt um Gleichklang

vom

Jährlich 300 000 Euro mehr Zuschüsse sollen künftig Landkreis Ludwigslust-Parchim und Stadt Parchim für das Mecklenburgische Landestheater zuschießen. So sehen es die Pläne zur Fusion mit dem Staatstheater Schwerin vor.

svz.de von
erstellt am 30.Aug.2013 | 06:15 Uhr

Parchim | Jährlich 300 000 Euro mehr Zuschüsse sollen künftig Landkreis Ludwigslust-Parchim und Stadt Parchim für das Mecklenburgische Landestheater zuschießen. So sehen es die aktuellen Pläne zur Fusion mit dem Staatstheater Schwerin vor. Mit diesen sollen die Parchimer zum Staatstheater Mecklenburg verschmelzen.

Die SPD im Kreistag Ludwigslust-Parchim setzt auf Tempo, die anderen Fraktionen bestehen auf Diskussion in den Ausschüssen. Aus allen demokratischen Fraktionen war in der Kreistagssitzung am Donnerstagabend in Parchim zu hören, man bemühe sich um Gleichklang.

Wolfgang von Rechenberg (SPD) brachte eine Vorlage seiner Fraktion ein, die Kreisverwaltung zu beauftragen, ein Gutachten zur Kostenermittlung für die Sanierung des Mecklenburgischen Landestheaters Parchims zu erarbeiten, um für den Haushalt 2014 Zahlen zu haben für eine notwendige Sanierung, einen Neubau, oder einen Umzug des Theaters. Außerdem schlug die SPD-Fraktion vor, dass sich der Kreistag zum geplanten Staatstheater Mecklenburg äußert. Und sich auch zu den zusätzlichen Ausgaben bekennt. Bisher zahlen der Landkreis 225 000 Euro und die Stadt Parchim 50 000 Euro Zuschüsse für ihren gemeinsamen Zweckverband, der das Landestheater trägt. Trotz der angespannten Haushaltslage legte die SPD-Fraktion den Vorschlag vor, dass sich der Landkreis zu der Erhöhung bekennt. "Wir halten das für ein klares Bekenntnis zum Landestheater Parchim." Von Rechenberg nannte auch weitere Prämissen im Zusammenhang mit diesem Schritt: Die Fritz-Reuter-Bühne wechselt von Schwerin nach Parchim, das Land bleibt beim Investitionszuschuss von bis zu drei Millionen Euro. Und es ist das Ziel, dass Parchim nicht nur eigene Betriebs- sondern auch eigenen Produktionsstätte bleibt. Von Rechenberg appellierte an die anderen demokratischen Fraktionen, dass man den bisherigen Gleichklang in Sachen Theater beibehält.

Doch genau hier spielten die Vertreter der anderen Fraktionen den Ball an die SPD zurück. Bisher hätten die demokratischen Fraktionen bei Beschlüssen zum Theater immer im Gleichklang gehandelt, so Wolfgang Bohnstedt (Die Linke). Diesmal nicht. Auch für seine Fraktion habe das Landestheater höchste Priorität. Für den Vorstoß der SPD zeigte er Unverständnis. 20 000 Euro habe der Kreistag bereits in den Haushalt für das Gutachten zur Sanierung eingestellt. So könne der Landrat in diesem Punkt auch ohne Kreistagsbeschluss handeln. Bohnstedts Antrag, das Ansinnen der SPD zunächst ausführlich in den Ausschüssen zu diskutieren, fand letztlich auch eine klare Mehrheit.

Thomas Heldberg (FDP) meinte, man könne nicht über eine Verdopplung der Zuschüsse für das Theater an Hand einer Tischvorlage entscheiden. Die Frage sei, wie die Mehrausgaben zu finanzieren seien.

Matthias Zwerschke (CDU) plädierte dafür, das sensible Thema in den Ausschüssen zu beraten. Man sei sich einig, etwas für das Theater zu tun. "Den Konsens sollten wir beibehalten. Wir sollten versuchen, mit einer Stimme zu sprechen."

Eine Frage in der Diskussion im Kreistag: Was wird bei einem Zusammengehen mit dem Schweriner Theater aus dem jetzigen Kooperationsvertrag der Parchimer mit den Rostockern? Wolfgang Bohnstedt verwies darauf, dass dieser Vertrag noch bis 2014 läuft.

Der stellvertretende Landrat Wolfgang Schmülling hörte nach eigenen Worten von einer Rostocker Senatorin den Vorwurf, man habe sich kaufen lassen für das Millionen-Investitionsversprechen. Er erinnerte daran, dass auch die Rostocker bei ihren Entscheidungen zu Investitionen in der Hansestadt die Parchimer nicht gefragt haben. Noch sei nicht entschieden, ob genannte drei Millionen Euro in Mecklenburg bleiben oder nach Vorpommern gehen, so Schmülling. Er warb um eine Positionierung des Kreistages, um nachzuweisen, dass man seine Hausaufgaben gemacht hat.

Nach derzeitigem Stand will sich das Land am Umbau und der Erhaltung des Landestheaters in Parchim als neuer Außenstandort eines Staatstheaters Mecklenburg zu 50 Prozent, maximal jedoch mit drei Millionen Euro beteiligten. Das Land hat seine Bereitschaft erklärt, im Jahr 2016 als Gesellschafter bei einem zu gründenden Staatstheater Mecklenburg einzusteigen. Das soll aus dem bisherigen Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin und dem Mecklenburgischen Landestheater Parchim gebildet werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen