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Parchimer Zeitung

22. September 2017 | 04:47 Uhr

Parchim : Theater kehrt in Malsaal zurück

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Erste Premiere der neuen Spielzeit. Kleine Spielstätte in Parchim nach Stabilisierung wieder nutzbar.

von
erstellt am 16.Sep.2017 | 16:00 Uhr

Mit gleich zwei Premieren geht das Junge Staatstheater Parchim in die neue Spielzeit 2017 / 2018. „Familie Braun“ heißt das Stück, welches von Manuel Meimberg stammt und von der Dramaturgin Katja Mickan inszeniert wurde. Die Ausstattung liegt in den Händen von Birgit Voß.

Zwei Premieren sind es, weil es am heutigen Sonnabend eine im E-Werk in Schwerin gibt und eine zweite am nächsten Sonnabend um 19.30 Uhr in der Kreisstadt. Die erste Premiere ist zugleich die Spielzeiteröffnung für das Gesamtensemble der Mecklenburger Staatstheater GmbH, zu der die Häuser in Schwerin und Parchim sowie die Fritz-Reuter-Bühne gehören.

Dabei wird der Malsaal im Haus in der Parchimer Blutstraße nach rund dreieinhalb Jahren Abstinenz wieder als Spielstätte in Betrieb genommen und es endet die Ausweichstätte im kleinen Saal der Stadthalle. „Möglich wurde dies, weil nach eingehenden Prüfungen sich die Bausubstanz dieses Bereiches nicht so entwickelt hat, wie es einst befürchtet wurde. In den vergangenen Monaten wurden einige Maßnahmen zur Stabilisierung vorgenommen, so dass wir diese Spielstätte wieder nutzen können“, so Intendant Thomas Ott-Albrecht gegenüber unserer Redaktion.

Zurück zum Stück. Es geht um eine Wohngemeinschaft, die die beiden Neonazis Thomas (Nils Höddinghaus) und Kai (Julian Dietz) gebildet haben und um Ausländerhass in vielfältigen Formen. Die Bude ist über und über mit Nazisymbolen sowie alten Bildern bestückt und die beiden drehen hier Youtube-Videos mit klaren, eindeutigen Aufrufen zu Hass gegen alles, was ihrer Meinung nach nicht deutsch ist. Doch dann kommt Lara ins Spiel, ein Produkt eines One-Night-Stands von Thomas mit einer Frau aus dem afrikanischen Eritrea vor einigen Jahren. Das jetzt siebenjährige Mädchen wird von der Mutter bei Thomas abgeliefert, weil sie selbst ausgewiesen wird.

Lara wird von der 29-jährigen Betül Okur gespielt und ist ihr Schauspieldebüt nach erfolgreichem Studium in Hamburg. Hier spielte sie während des Studiums auch schon am Schauspielhaus der Hansestadt, doch das erste Engagement hat sie nun in Parchim. Ihre Rolle als Lara spielt sie hervorragend und mit kindlicher Naivität, die sich ihre eigene Welt aufgebaut hat. Sie ist ein hervorragender Gegensatz zu den beiden Neonazis, und ob sie von ihrem Vater, dem notorischen Ausländerhasser, anerkannt wird und er vom Saulus zum Paulus mutiert, wie sich dieses Verhältnis zu seinem Kumpel Kai entwickelt, das alles sei hier nicht verraten.

Auch die anderen Rollen sind gut besetzt. So schlüpfen Anne Ebel, Marlene Eiberger und Martin Klinkenberg gleich in mehrere Rollen, deren Charaktere nicht unterschiedlicher sein können.

Auch wenn es sehr derb und vulgär und oft auch mit einfachsten Sprüchen auf der Bühne zugeht, so sind die kleinen menschlichen Züge einiger Protagonisten nicht zu übersehen. Mitunter regen diese zum Schmunzeln an und es gibt am Ende sogar eine gewisse Schadenfreude beim Zuschauer.

Die Premiere im E-Werk in Schwerin findet am heutigen 16. September statt. Die Premiere in Parchim im Malsaal ist am 23. September. Die Aufführungen beginnen jeweils um 19.30 Uhr.

 

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