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Theater Parchim : Theater-Identität nicht verlieren

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Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Lars Tietje, der künftige Intendant des Theaters Westmecklenburg schätzt die Arbeit des Parchimer Ensembles

svz.de von
erstellt am 04.Feb.2016 | 12:00 Uhr

„Ich glaube, dass ich an der richtigen Stelle bin“, sagt der designierte Generalintendant des künftigen Theaters Westmecklenburg. Kann Parchim das auch glauben? Nach ersten öffentlichen Äußerungen des 48-Jährigen sieht es aus, als könne das Parchimer Theater sich auch nach der Fusion mit der Schweriner Bühne treu bleiben.

„Ich weiß, was Theater ist, am meisten Musiktheater“, hatte Tietje vor dem Bildungsausschuss des Kreistags gesagt. Und: „Deshalb werde ich in Parchim auch nicht so viel reinreden.“ Der gebürtige Celler freue sich darauf, die Fusion auszugestalten: „Wir wollen das gemeinsam leben, ohne die gemeinsame Identität zu verlieren.“

Das heißt, künftig werden sich die Bühnen gegenseitig austauschen. Produktionen können dann mal in Schwerin, mal in Parchim gespielt werden. Optimal wäre es, so der künftige Generalintendant, wenn beim Umbau der Elde-Mühle zum Parchimer Theaterstandort gleich auf Kompatibilität zum Schweriner E-Werk geachtet würde. Umgekehrt werden die Parchimer besonders die jungen Stücke in Schwerin spielen. Lars Tietje: „Schwerin braucht dringend ein Kinder- und Jugendtheater.“ Das Schauspiel dort werde kleiner und produziere dann keine eigenen Kinder- und Jugendstücke mehr.

Für das Parchimer Ensemble findet Tietje lobende Worte: „Die freuen sich, auch in Schwerin spielen zu können. Es sind sehr, sehr spielfreudige Schauspieler, die die Kinder und Jugendlichen wirklich packen. Es gelingt ihnen, sehr ambitioniert eine dichte Atmosphäre zu schaffen.“

Offenbar können der künftige Generalintendant und der Parchimer Intendant Thomas Ott-Albrecht ganz gut miteinander. Das war aus der Kreisstadt zu hören. Lars Tietje, der von sich sagt, er sei „kein Dickkopf“, bestätigt das gute Verhandlungsklima: „Menschlich und fachlich mache ich mir keine Sorgen. Zu Thomas Ott-Albrecht habe ich einen super Draht.“

Dennoch, formal ist noch viel zu klären auf der Zielgeraden zur Theaterfusion. Tietje wünscht sich klare Strukturen, im Zweifelsfall müsse klar sein, wer das Sagen habe: „Wenn ich weiß, wo es hingeht, kann ich damit leben.“

Das gilt auch für die Fritz-Reuter-Bühne, die ihren Sitz künftig in Parchim haben soll. So lange die Elde-Mühle nicht umgebaut ist, wird das Ensemble weiter in Schwerin arbeiten. „Wenn möglich wollen wir die erste Premiere aber jeweils im Landkreis Ludwigslust-Parchim stattfinden lassen“, sagt Lars Tietje, „das ist dann ein äußeres Zeichen für den Spartensitz.“

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