Grundstücksmarkt : Teures Pflaster in Parchim

Blick auf Parchim. Die Immobilienpreise in der Kreisstadt sind deutlich gestiegen.
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Blick auf Parchim. Die Immobilienpreise in der Kreisstadt sind deutlich gestiegen.

Preise für frei stehende Einfamilienhäuser sind in der Kreisstadt in drei Jahren um mehr als ein Drittel gestiegen

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21. April 2017, 21:00 Uhr

Das Bauen ist kostspieliger geworden in Parchim. Für ein freistehendes Einfamilienhaus mussten Käufer im Vorjahr im Durchschnitt 150 000 Euro auf den Tisch legen. Noch teurer war es in Plau am See mit Durchschnittspreisen von 215 000 Euro. In den vergangenen drei Jahren stiegen die Preise für diese Immobilien in den beiden Städten um mehr als ein Drittel. Dagegen blieben sie beispielsweise in Sternberg etwa auf gleichem Niveau. Zwischen 85 000 und 90 000 Euro lag hier der Durchschnittspreis der verkauften Einfamilienhäuser.

Diese Zahlen nannte Jana Großmann, Vorsitzende des Gutachterausschusses des Landkreises Ludwigslust-Parchim, der auf seiner Jahressitzung den Grundstücksmarktbericht von 2017 vorstellte. Der Grundstücksmarkt im Landkreis ist im Aufwind. Die niedrigen Zinsen tragen nach Meinungen von vielen Fachleuten dazu bei.

„Besondere Marktaktivität zeichnete sich in den Städten Plau und Parchim ab“, sagt Jana Großmann. Die Bodenrichtwerte wurden für beide Stadtgebiete flächendeckend an das aus den gesammelten Marktdaten abgeleitete Preisniveau angepasst. Im Bereich des Amtes Plau am See wechselten im Verhältnis zur Einwohnerzahl am meisten Immobilien den Besitzer: 29 pro 1000 Einwohner. Zum Vergleich: Amt Sternberger Seenlandschaft 23, Amt Parchimer Umland 17; Amt Eldenburg-Lübz 13, Stadt Parchim 10.

Bevorzugt kauften potenzielle Bauherren Flächen, denen ein Bebauungsplan zugrunde lag, informiert der Gutachterausschuss. Für eine Lückenbebauung im unbeplanten Innenbereich entschieden sich dagegen weniger Käufer. Rund 1300 Euro pro Quadratmeter mussten Erwerber von freistehenden Ein- und Zweifamilienhäusern mit den Baujahren nach 1900 bzw. erfolgter durchgreifender Sanierung hinlegen. „Dies ist seit dem Betrachtungszeitraum ab dem Jahr 2000 der Höchststand“, sagt Jana Großmann.

Auch die Nachfrage nach Eigentumswohnungen sei im vergangenen Jahr leicht gestiegen. „Eigentumswohnungen im Segment ‚betreutes Wohnen‘ erzielen dabei höhere Kaufpreise als das übrige Wohnungseigentum“, sagt die Vorsitzende des Gutachterausschusses.

Bei der Preisentwicklung für Gewerbeflächen sind deutliche Unterschiede festzustellen. „Wittenburg und Pampow zeichnen sich als beliebte Gewerbestandorte aus. Hier wurden in den vergangenen Jahren Kaufpreise von bis zu 35 Euro pro Quadratmeter geboten“, so Jana Großmann. Überwiegend werden an Gewerbestandorten des Landkreises Ludwigslust-Parchim jedoch Kaufpreise im Bereich von zehn bis 20 Euro pro Quadratmeter erzielt.

Ebenfalls angestiegen sind die Preise für land- und forstwirtschaftliche Nutzflächen. „Die Ackerpreise wuchsen im Mittel um 14 Prozent“, erklärte Jana Großmann. Der höchste absolute Zuwachs war im Raum Leezen-Brüel zu verzeichnen. Hier stieg der Preis für Ackerland durchschnittlich um 40 Cent auf 2,10 Euro pro Quadratmeter an.

Auf der Internetseite des Landkreises Ludwigslust-Parchim finden Interessenten zahlreiche Fakten zum Grundstücksmarktbericht. Daraus geht beispielsweise hervor, dass sich die Ackerpreise seit 2008 mehr als vervierfacht und die Grünlandpreise verdreifacht haben. Für eine Eigentumswohnung wurden im Vorjahr im Durchschnitt im Landkreis 78  400 Euro fällig, für ein freistehendes Einfamilienhaus im Schnitt 117 500 Euro, wobei nach der Wende gebaute Häuser im Durchschnitt für rund 195 000 Euro veräußert wurden.


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