Parchim : Tennispark: Landkreis tritt die Bremse

Parchims Tennispark  steht derzeit unter keinem guten Stern. Nachdem monatelang kein neuer  Pächter  gefunden  wurde,  wird  der Landkreis    wohl auch  einer Nutzungserweiterung nicht zustimmen.
Parchims Tennispark steht derzeit unter keinem guten Stern. Nachdem monatelang kein neuer Pächter gefunden wurde, wird der Landkreis wohl auch einer Nutzungserweiterung nicht zustimmen.

Seit fast anderthalb Jahren schon dauert das Tauziehen um den Erhalt des Parchimer Tennispark, führte Mitinhaber Hans Thon schon etliche Verhandlungen mit potenziellen Interessenten, sucht weiter nach Alternativen.

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31. Mai 2012, 06:05 Uhr

Parchim | Die Sonne scheint über dem Parchimer Tennis-Park einfach nicht wieder aufgehen zu wollen: Seit fast anderthalb Jahren schon dauert das Tauziehen um den Erhalt des Objektes, führte Mitinhaber Hans Thon schon etliche Gespräche und Verhandlungen mit potenziellen Interessenten, sucht weiter nach Alternativen, nach einem Ausweg. "Mein Wunsch und mein Ziel ist es, den Park für den Sport in Parchim zu erhalten, auch wenn er defizitär ist." Das unterstrich Thon im Juni vergangenen Jahres. Und das beteuerte er auch in dieser Woche wieder. Allerdings ist die Halle momentan geschlossen. Den kompletten Sommer über, weil in den warmen Monaten traditionell auf den Freiluftplätzen gespielt wird, erklärt Thon, räumt aber gleichzeitig ein, dass die finanziellen Aufwendungen für die große Halle ohnehin hoch seien, im reduzierten Sommerbetrieb betriebswirtschaftlich aber über der Schmerzgrenze lägen. Im September werde die Halle wieder geöffnet, sagt Thon und spricht "von der momentanen Planung".

Was nämlich vor einem Jahr wie auch jetzt fehlt, ist ein neuer Betreiber oder Pächter, der die Objektverantwortung und die Schlüsselgewalt hat, Ansprechpartner für die Vereine und (vielleicht ja auch wieder) Schulen ist, die hier trainieren oder Kurse anbieten wollen. Und der natürlich per Pacht oder Miete einen Teil der monatlichen Belastungen mitträgt. Anfang der 90er mit weiteren Geschäftspartnern den Tennispark ebenso hochgezogen wie das Parchim Center in der Weststadt, war der Geschäftsmann nach vielen erfolgreichen Jahren unter Druck geraten, als der langjährige Pächter Wolfgang Tapfer sein Gehen ankündigte - nicht zuletzt wegen der finanziellen Aufwendungen, die den Park für ihn "zum Zuschussgeschäft" gemacht hatten. Seitdem sucht Thon vergeblich einen neuen Partner, hat etliche Verhandlungen geführt. Immer ohne Erfolg. Dass er die Halle als Lagerhalle verpachten wolle, hatte der Geschäftsmann bereits im März vergangenen Jahres dementiert. Und nach wie vor sei die Logistikbranche für ihn keine Option. Thon selbst weiß, dass die "fetten Jahre" im weißen Sport vorbei sind. Nicht auf den großen Center Courts dieser Welt. Wohl aber auf dem "platten Land".

Schon allein deshalb hatte der Schweriner längst nach Alternativen gesucht. Solchen, die auf der einen Seite den 3800 Quadratmeter großen Kuppelbau für den Sport in der Kreisstadt erhalten. Die aber andererseits durch Nutzungserweiterung die Rentabilität der Halle auf ein Mindestmaß bringen würde. Thon hatte im Spätsommer 2011 einen entsprechenden Antrag gestellt, beim Landkreis, der in dieser Sache Genehmigungsbehörde ist. "Noch habe ich keinen endgültigen Bescheid, aber mir ist die Ablehnung schon in Aussicht gestellt worden", sagt er und macht aus seiner Enttäuschung darüber keinen Hehl. Im weitesten Sinne sollten es Musikveranstaltungen sein, die nach Thons Meinung für die Stadt ein Zugewinn, ein Highlight auch für junge Menschen wären. Thon redet von vier bis fünf solcher Termine im Jahr maximal, von Konzerten mit Marianne Rosenberg etwa, anderswo stark nachgefragten Irish Dance Festivals und natürlich auch Musikveranstaltungen à la "A24 on tour".

"Ich habe ein von der Dekra erstelltes Gutachten, wonach solche Events vier bis fünfmal im Jahr am Standort Tennispark zumutbar wären", sagt der Geschäftsmann. Doch der Landkreis sehe das anders, argumentiere mit der nahen Wohnbebauung und unzureichendem Parkraum. "Ich verstehe nicht, dass die Verwaltung da nicht großzügiger ist, zumal ich für gelegentliche Veranstaltungen schon Genehmigungen bekommen habe", sagt Hans Thon, den man in der Parchimer Region immer kämpferisch erlebt hat. "Ich möchte den Tennispark für Parchim erhalten. Das wird aber nur mit erweiterter Nutzung gehen, um die ich mich in den nächsten Woche weiter bemühen werde. Aber ich muss ganz ehrlich sagen, wenn der Landkreis meinen Antrag ablehnt, sehe ich meinen Enthusiasmus schwinden."

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