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Parchimer Zeitung

19. November 2017 | 22:53 Uhr

Parchim : Team hilft Suchtkranken

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

20 Jahre Beratungs- und Therapiezentrum in der Stegemannstraße / Gesundheitstag und Fachvorträge in der Einrichtung des Diakoniewerks Kloster Dobbertin

von
erstellt am 28.Apr.2016 | 05:00 Uhr

Jubiläum in der Stegemannstraße 11 in Parchim: Seit 20 Jahren erhalten hier Suchtkranke Hilfe. Aus diesem Anlass hatte das Beratungs- und Therapiezentrum in Trägerschaft des Klosters Dobbertin am Mittwoch eingeladen. Am Vormittag fand mit Unterstützung von Partnern ein Gesundheitstag für die Patienten und Klienten statt. Am Nachmittag gab es Fachvorträge.

Im Parchimer Suchthilfezentrum werden jedes Jahr zwischen 600 und 650 Menschen beraten. Es gibt eine Tagesstätte für 15 Suchtkranke sowie eine Begegnungsstätte. In dem Gebäude treffen sich Selbsthilfegruppen. Das Zentrum mit seinen Außenstellen in Lübz, Sternberg, Crivitz und Plau betreut zudem rund 30 Suchtkranke in ihren Wohnungen.

„Ich möchte, dass Menschen gern herkommen, dass es angenommen wird“, sagte die Leiterin Jutta Scharf, als sie am Mittwoch kurz Bilanz zog und voraus blickte. Es sei ein kleines, kompaktes Haus. Und es lebe von seiner Vernetzung.

Jutta Scharf und ihr Kollege Marcus Müller sind bereits seit 1990 in der Beratung von Suchtkranken tätig, zunächst noch unter direkter Verantwortung des Landkreises. Mit Beratung allein stießen sie aber an ihre Grenzen, weil die von ihnen Betreuten mehr benötigten, beispielsweise Strukturhilfe.

Am 23. April 1996 wurde die neue Sozialeinrichtung in der Stegemannstraße eingeweiht. Dort, wo in den 1930er bis 1950er Jahren ein Arbeitsamt und später ein Wohnheim eingerichtet waren, fanden Suchtkranke ihren Platz. Zeitweise gab es für sie hier auch eine betreute Wohnform. Davon trennte sich die Diakonie-Einrichtung wieder und konzentrierte sich mehr auf Prävention.

Schade sei es, dass die Suchtberatung nach wie vor nur freiwillige Leistung ist, so Jutta Scharf. Eine sichere Finanzierung sei nicht erreicht worden. Sie bedauerte, dass die Außenstelle in Goldberg geschlossen werden musste. Als Problem bezeichnete sie zudem die Stigmatisierung der Betroffenen. Auch nach 20 Jahren werde Sucht nicht als gleichwertige Krankheit angesehen.

Lutz-Christian Schröder, Prokurist beim Diakoniewerk, verwies ebenfalls auf den wunden Punkt Finanzierung durch die öffentliche Hand. Er verdeutlichte: „Alle, die wir jetzt auf das richtige Gleis bringen können, sind später nicht auf staatliche Transferleistungen angewiesen.“

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