Nach Windhose in Suckow : Suckower Spielplatz-Geschichten

Bei der Wiedereinweihung des Kinderspielplatzes überreichte Wemag-Mitarbeiter Bernd Halfkath (l.) den symbolischen Spendenscheck an den stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Ronny Klinken (M.), rechts Bürgermeister Jürgen Kühl.
Bei der Wiedereinweihung des Kinderspielplatzes überreichte Wemag-Mitarbeiter Bernd Halfkath (l.) den symbolischen Spendenscheck an den stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Ronny Klinken (M.), rechts Bürgermeister Jürgen Kühl.

Im Mai 2017 zerstörte Windhose den Kinderspielplatz: Spenden ermöglichten Wiederaufbau und Erweiterung

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07. Juli 2018, 05:00 Uhr

Auf dem Grill brutzeln die ersten Würstchen, und die Getränke sind kaltgestellt, als sich am frühen Abend immer mehr Suckower auf dem großen Dorfplatz einfinden. Große und fast noch mehr kleine. Zusammengekommen sind sie, weil es etwas zu feiern gibt: Die Einweihung des Kinderspielplatzes nämlich, und dafür haben sich viele Zeit genommen.

Das liegt ganz einfach daran, dass Suckows Spielplatz eine Story für sich ist: Für andere Dörfer hinterließ der 30. Mai 2017 nur eine Fußnote. Ein Sturm war über die Region gezogen, rüttelte an Dächern und Bäumen, ohne ganz große Schäden anzurichten. Anders in Suckow. Hier entwurzelte eine Windhose gleich mehrere große alte Linden auf dem Dorfplatz. Zu Schaden kam niemand, doch zwei der Riesen waren so gefallen, dass sie den Spielplatz unter sich begruben und fast alles zerstörten.

Ein herber Schlag für den Verein der „Spielplatzfreunde“. Für die Kinder sowieso. Junge Eltern hatte sich im April 2013 zusammengetan und waren mit der Bitte an die Gemeinde herangetreten, einen Spielplatz zu errichten. „Wenn ihr ihn selbst baut, dann finanzieren wir die Geräte“, hatte Bürgermeister Jürgen Kühl damals grünes Licht von der Gemeindevertretung gegeben. Das ließen sich die Eltern nicht zweimal sagen, klotzten ran und erhielten hier und da Unterstützung in Form von Technik und Material. Im Oktober 2015 dann großer Bahnhof und strahlende Kinderaugen bei der Eröffnung. „Unser Einsatz hatte sich wirklich gelohnt“, sagt Ronny Klinken, stellvertretender Vereinsvorsitzender. „Der Spielplatz wurde super angenommen.“ Dann kam der 30. Mai 2017, die Windhose und von all dem, was Kinderherzen höher schlagen lässt, stand nicht mehr viel. Wieder war der Verein gefragt. Doch der war „blank“. Als Ostseewelle Hitradio von der Spielplatztragödie hörte und nur eine Woche später bei Bratwurst und Bier zu Spenden aufrief, war der Anfang gemacht. „3000 Euro waren zusammengekommen“, ist Klinken noch immer dankbar für diese Aktion. „Parallel versuchten wir als Gemeinde, Gelder aufzutun“, sagt Jürgen Kühl. Und das gelang: Die Wemag gab 5000 Euro, der Windparkbetreiber 1000 Euro, Waldbesitzerin Frau von Plettenberg 1000 Euro. Dazu erreichten den Verein noch verschiedene kleinere Spenden. „Am Ende war eine Summe zusammengekommen, von der wir nicht nur neue Geräte anschaffen, sondern den Spielplatz auch noch erweitern konnten“, erzählt Ronny Klinken, dankbar über die Unterstützung. „Fantastisch auch, wie unsere Mitglieder mitgezogen haben.“ „Das ist Suckow“, braucht Silvana Lenth, ebenfalls Vereinsmitglied, nicht lange nach Erklärungen zu suchen. „Die meisten von uns sind hier aufgewachsen, leben hier oder sind zurückgekommen. Wir hatten es hier als Kinder schön und wollen es genauso für unsere Kinder haben.“

Auch Bürgermeister Kühl zeigte sich bei der Wiedereinweihung begeistert: „Dank an die Wemag, ohne deren Spende der Wiederaufbau nicht möglich gewesen wäre. Den jungen Leuten vom Verein unsere größtes Kompliment für ihr großes Engagement.

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