zur Navigation springen
Parchimer Zeitung

23. Oktober 2017 | 11:56 Uhr

Ausbildung : Suche nach Nachwuchs im Dorf

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Erstmals findet auf dem Golchener Hof eine Berufsausbildungsmesse statt

von
erstellt am 13.Apr.2017 | 05:00 Uhr

Es ist eine Premiere. In Golchen im Sternberger Seenland findet erstmals eine Berufsausbildungsmesse statt. Bei der sogenannten BAM GO (Berufsausbildungsmesse in Golchen) am 23. April ab 10 Uhr geht es neben Lehrstellen auch um Fragen der Integration von Migranten in den Lebens- und Berufsalltag.

Nicht in einem Zentrum, sondern auf dem Dorf, auf dem Golchener Hof, gibt es das Angebot. Die Organisatoren erklären: Will man den ländlichen Raum am Leben halten, will man ihn entwickeln, will man, dass es Beschäftigung auf dem Land gibt, dann gehören Bildungsangebote auch auf solche Messen auf dem Land.

Das Interesse der ausstellenden Unternehmen ist groß, erfuhr SVZ vom Golchener Hof. So präsentieren sich auf der Messe u.a. der Energieversorger Wemag, die Kreisverwaltung Ludwigslust-Parchim, das Medienhaus Nord. Zu den Ausstellern gehören beispielsweise Betriebe aus Landwirtschaft, Finanzwesen, Schiffbau, Gastronomie, Handwerk, Baugewerbe, öffentliche Verwaltungen. Auch der Golchener Hof selbst wirbt um Berufsnachwuchs. Die Unternehmen suchen junge Leute, die nicht nur hier lernen wollen, sondern nach der Lehre auch hier arbeiten möchten, teilen die Organisatoren der Messe mit.

Gemeinsam mit dem Unternehmerverband Mecklenburg-Schwerin möchte das Wirtschaftspsychologische Institut (wi.ps) aus Golchen diese Messe zum Erfolg werden lassen. Jörg Klingohr vom Institut erklärt: „Was für ein Witz der Geschichte! Mit Prämien haben wir noch vor Jahren junge Leute fortgeschoben, weil der regionale Bildungsmarkt keine Perspektive bieten konnte. Immer höhere Abschlüsse wurden von Bewerbern gefordert, die Fähigkeiten, mit denen Schüler die Schule verließen, wurden als unzureichend pauschalisiert, und so manch ein Geschäftsführer, selber früher vielleicht ein unterdurchschnittlicher Absolvent, schwang sich zum Experten für Bewertungen von Bildungsinstitutionen auf. Heute sind kaum noch Bewerber da. Fehlen diese Bewerber, sind auch plötzlich Kompromisse bei den Anforderungen in Sicht.“

Das Golchener Institut berät Unternehmen bei der Personalauswahl und führt Eignungsbewertungen durch. Auch von diesen Erfahrungen sollen Jugendliche, Eltern und Unternehmen auf der Messe profitieren, denn begleitend soll es Vortrags-, Diskussions- und Testangebote geben. So können Bewerber einen Hinweis zur richtigen Berufswahl bekommen. Neben dem richtigen Verhalten in Vorstellungsgesprächen wird es um die Fragen der Integration von Migranten gehen. Unternehmen und andere Interessierte sind eingeladen, um über Erfahrungen, Wege und Sichtweisen zu diesem Integrationsprozess ihre Meinungen auszutauschen.

Nach den jüngsten Zahlen der Agentur für Arbeit suchen in diesem Jahr im Landkreis Ludwigslust-Parchim 1094 junge Leute eine Ausbildungsstelle. Dem stehen kreisweit 1310 Stellen gegenüber. Die meisten unbesetzten Berufsausbildungsstellen gibt es derzeit im Landkreis für Kaufleute im Einzelhandel, Fachkräfte Lagerlogistik, Verkäufer, Köche, Metallbauer, Elektroniker, Restaurantfachleute, Landwirte, Fachleute für Lebensmitteltechnik und Hotelfachleute.


Vorträge bei der Berufsausbildungsmesse in Golchen


11 Uhr: Vortrag für Bewerber:
Wie verhalte ich mich bei einem Vorstellungsgespräch richtig?
Der erste Eindruck - Bewertungskriterien kennen, Jörg Klingohr (wi.ps – Wirtschaftspsychologisches Institut);
12 Uhr: Vortrag für Unternehmen: Vorstellungsgespräche richtig und erfolgreich durchführen! Grundsätzliche Fragen der Eignungsvorhersage - Bedingungen für die Durchführung von Gesprächen - Hinweise für Bewerter, Jörg Klingohr;
13.30 Uhr: Projektvorstellung „Wangeliner Workcamps“,
Kennenlernen und Ausprobieren von neuen Berufsbildern,
Eva Greischel;

14.30 Uhr: Gesprächsrunde für Unternehmen und soziale Akteure: Ein Erfahrungsbericht nach 15 Monaten schulischer Betreuung und praktischer Tätigkeit junger Migranten zwischen 16 und 18 Jahren,
Jörg Klingohr.




zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen