Bauarbeiten an der B191 : Suche nach Munition auf Radwegtrasse

Schilder warnen vor dem Betreten der Radwegtrasse zwischen Spornitz und Parchim. Kampfmittelberäumer untersuchen die künftige Baustelle.
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Schilder warnen vor dem Betreten der Radwegtrasse zwischen Spornitz und Parchim. Kampfmittelberäumer untersuchen die künftige Baustelle.

Bagger an der Bundesstraße zwischen Spornitz und Parchim. Letzte Vorbereitungen für Bauarbeiten.

svz.de von
26. Mai 2017, 06:00 Uhr

Bagger buddeln auf der künftigen Trasse für Radler entlang der Bundesstraße 191 zwischen Spornitz und Parchim. „Seit über 20 Jahren kämpfen wir um den Radweg“, sagt der Spornitzer Bürgermeister Dieter Eckert. Für ihn wird jetzt ein lang ersehnter Traum war.

Die schweren Fahrzeuge, die derzeit im Einsatz sind, täuschen allerdings. Noch ist kein offizieller Baubeginn, der ist laut Eckert voraussichtlich im September. Jetzt laufen die letzten Vorbereitungen. Der Munitionsbergungsdienst ist eingeschaltet.

„Lebensgefahr“ warnen Schilder am Rande der Straße. Männer einer Spezialfirma mit Metallsuchgeräten schreiten die künftige Baustelle ab. Unter dem Acker, über den seit Jahrzehnten große Landmaschinen rollen, könnte Gefahr lauern. Es wurde auch schon Munition gefunden. Das erfuhr SVZ am Mittwoch auf Nachfrage beim Munitionsbergungsdienst des Landes.

Das Erdreich wird abgetragen. Grund ist die Untersuchung auf Munition. Die Bauarbeiten am Radweg beginnen erst später.
mbei
Das Erdreich wird abgetragen. Grund ist die Untersuchung auf Munition. Die Bauarbeiten am Radweg beginnen erst später.
 

Spezialisten suchen im Auftrag des Straßenbauamtes Schwerin nach Überbleibseln aus dem zweiten Weltkrieg. Bürgermeister Dieter Eckert durfte kurz einen Blick auf alte Luftaufnahmen werfen, auf denen etliche Bombentrichter auf der Radwegtrasse zu sehen sind. Auch gab es hier früher Flakstellungen. Wie Eckert weiß, müssen die Kampfmittelberäumer zwei Drittel der Trasse näher untersuchen.

Auf einer Breite von zehn Metern wird auf einem Streifen das Erdreich abgetragen. Es wird ausgesiebt. Der abgefahrene und unbedenkliche Mutterboden vom Feld kann von einem Landwirt wieder verwandt werden. Die ausgebaggerte Trasse wird anschließend nochmals mit Sonden untersucht.

Durch die Nähe zum Flughafen war das Gelände in kriegerischen Zeiten unter Beschuss geraten. Der Flugplatz Parchim selbst ist nach Ansicht von Experten hochgradig belastet. Ein kleiner Abschnitt des Geländes wurde 2014 nach Blindgängern und Munition abgesucht, als das Vorfeld des Airports erweitert wurde. Aber eine generelle Absuche nach Überbleibseln von dem, was die Alliierten im Krieg abgeworfen und was die Deutschen vergraben haben, gab es nicht. Zuweilen wurden seinerzeit auch Bombentrichter genutzt, um darin Munition zu vergraben. Das Flughafengelände war zudem nach Ende des Krieges weiter militärisch genutzt worden – bis Anfang der 1990er Jahren die Rote Armee aus Parchim abzog.

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