Energiekosten : Strompreis bleibt in Parchim stabil

Energie hat seinen Preis. Die Kunden der Stadtwerke können sich auf stabile Strompreise einstellen.
Energie hat seinen Preis. Die Kunden der Stadtwerke können sich auf stabile Strompreise einstellen.

Stadtwerke kompensieren höhere Umlagen / Auch Gas- und Wärmekunden sparen ab Januar / Biomassekraftwerk trägt erste Früchte

svz.de von
25. November 2015, 14:46 Uhr

„Unsere Kunden können sich auch im kommenden Jahr auf stabile Strompreise einstellen“, so Stadtwerkechef Dirk Kempke gegenüber der Parchimer Zeitung. Nachdem viele Energielieferanten in ganz Deutschland in den zurückliegenden Tagen nach einer Verschnaufpause in diesem Jahr  wieder Strompreiserhöhungen zum 1. Januar 2016  angekündigt haben, setzen die Parchimer ein Zeichen. „Auch uns treffen die vom Staat festgelegten bzw. regulierten Bestandteile des Strompreises hart“, gibt Dirk Kempke zu bedenken. Rund 23 Prozent des Strompreises entfallen auf die Netzentgelte für den Ausbau und Betrieb des Stromnetzes. Sie verteuern sich nun laut Vergleichsportal Verivox im Bundesschnitt um fast vier Prozent mit regionalen Unterschieden. „Wir haben genau gerechnet und geben vor allem  Einsparungen beim Einkauf an unsere Kunden weiter“, so der Stadtwerkechef. Der Börsenpreis für die Strombeschaffung ist in der Tat deutlich gefallen, weil immer mehr geförderter Ökostrom auf den Markt drängt. Der Börsenpreis beträgt inzwischen nur noch 3 bis 4 Cent - etwa halb so viel wie 2011 - und unterschreitet mitunter sogar die Schallmauer von 3 Cent pro Kilowattstunde.  Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Strombeschaffung  nur etwa ein Viertel des Endpreises ausmacht. Mehr als die Hälfte des Strompreises wird  durch  staatliche Umlagen bestimmt.  Die Bundesregierung hat für  2016 gleich mehrere Erhöhungen beschlossen. Die EEG-Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien steigt um knapp 0,2 Cent auf 6,354 Cent pro Kilowattstunde. Fast 23 Milliarden Euro müssen die Stromkunden damit im kommenden Jahr  für die Erneuerbaren berappen, hat der  Branchenverband schon mal hoch gerechnet. 

Die Parchimer Stadtwerke haben sich schon vor Jahren auf die Fahne geschrieben, sich mit der Energieversorgung vor Ort unabhängiger zu machen. Vor gut einem Jahr ging eins der  modernste Biomasseheizkraftwerke des Landes am Rande der Parchimer Weststadt in  Betrieb. Dort wird mit Restholz aus dem Stadtwald Fernwärme für rund 3300 Weststadtwohnungen und auch Elektroenergie produziert. Im Jahr wird die Anlage mit 5000 Tonnen Industrieholz gefüttert. Das steht in den Wäldern rund um die Kreisstadt in ausreichender Menge zur Verfügung. Restwärme treibt eine Turbine an, die 0,3 Megawatt Strom ins Stadtnetz einspeisen kann. Die Stadtwerke verfügen außerdem  über mehrere kleinere und größere Anlage zur Erzeugung von Elektrizität und Wärme in einem Kuppelprozess (HKW) sowie eine Photovoltaikanlage auf dem Klärwerksgelände.

Auch für Kunden, die von den Parchimer Stadtwerken Erdgas beziehen, gibt es kurz vor Weihnachten eine erfreuliche Nachricht. „Auch in diesem Segment geben wir die Einkaufsvorteile weiter. Der Preis sinkt ab dem 1. Januar“, sagt Dirk Kempke. Für einen Durchschnittshaushalt bringt das eine Einsparung von rund 50 Euro. Sparen werden auch die Nutzer von Fernwärme. Die Höhe lässt sich derzeit noch nicht genau beziffern. Dirk Kempke rät: „Wer Fragen zu den Energiepreisen in Parchim hat, sollte sich an das Kundencenter am Ostring wenden. Geschäfte an der Haustür sind nicht unser Ding.“

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