das verschollene Dorf Cesemowe : Stoppelacker gibt frühe Geschichte preis

Grabungsleiter Rolf Schulze (l.) ist begeistert von der Unterstützung für seine Forschungsarbeit.
Grabungsleiter Rolf Schulze (l.) ist begeistert von der Unterstützung für seine Forschungsarbeit.

Hamburger Archäologiestudenten lüften mit heimischen Bodendenkmalpflegern Geheimnisse

svz.de von
21. September 2015, 16:22 Uhr

Wenn die abgeernteten Getreidefelder Stoppeln tragen, schlägt hierzulande mancherorts „die Stunde der Archäologen“. So war es dieser Tage auch auf einem Roggenacker unweit der Ortslage Karbow. Archäologiestudenten der Uni Hamburg gruben mit tatkräftiger Unterstützung ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger aus der Region nach Spuren des sagenhaften Cesemowe.

„Das schmale Zeitfenster zwischen Ernte und Wiederbestellung, welches uns die örtliche Agrargenossenschaft freundlicherweise gewährte, konnten wir erfolgreich nutzen“, resümiert Prof. Dr. Frank Nikulka die zweieinhalbwöchige Grabungskampagne an einer Stelle, die etwa acht Jahre zuvor auf speziellen Luftbildern aufgefallen war.

Der Leiter des Lehrstuhls vor- und frühgeschichtliche Archäologie an der Universität Hamburg gerät geradezu ins Schwärmen, wenn er auch nur andeutungsweise auf die inzwischen verfügbaren Methoden der nichtinvasiven Prospektion (zerstörungsfreien Voruntersuchung) der streng geschützten Bodendenkmäler zu sprechen kommt.

Hier beim mecklenburgischen Dorf Karbow hatte seinerzeit Dr. hc. Otto Braasch bei seiner systematischen Landesbefliegung „herausragend gute“ Luftbilder aufgenommen, welche u.a. Bewuchsanomalien offenbarten, die auf frühgeschichtliche Befestigungsanlagen und Hausgrundrisse hindeuteten. Nach aufwändiger Computerbearbeitung konnten auch die dazu passenden Ortskoordinaten ermittelt und in einer zweiten Phase der Prospektion geophysikalisch verifiziert werden (wir berichteten).

 



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