Parchim : Stippvisite in Parchim

Keine Reise ohne gutes Kartenmaterial: Wilfriede Schlichtmann schaut schon mal nach, welcher Weg von Parchim nach Schwerin führt. „Am liebsten nehmen wir die Landstraße“, sagt die Urlauberin aus Niedersachsen.
Keine Reise ohne gutes Kartenmaterial: Wilfriede Schlichtmann schaut schon mal nach, welcher Weg von Parchim nach Schwerin führt. „Am liebsten nehmen wir die Landstraße“, sagt die Urlauberin aus Niedersachsen.

Familie Schlichtmann aus Niedersachsen macht mit dem Wohnmobil Urlaub und nicht zum ersten Mal Station in der Kreisstadt

von
03. Juli 2018, 05:00 Uhr

Erholungszeit mit sechs Buchstaben? Wenn Wilfriede Schlichtmann bei einem Kreuzworträtsel auf diese Frage stoßen sollte, dann wird sie nicht lange überlegen müssen, um die Lösung in die Kästchen zu schreiben. Urlaub. Genau das macht sie gerade mit ihrem Mann, einem Wohnmobil und ganz viel Kreuzworträtsel-Heften im Gepäck. Und sie macht Station in Parchim, auf dem Parkplatz Fischerdamm, wo grüne Blätterdächer hoch gewachsener Bäume dafür sorgen, dass die Touristen schattige Plätzchen finden.

Die Mittagssonne liegt über der Stadt, Otto Schlichtmann im Wohnmobil-Bett, um sich für die Weiterfahrt auszuruhen und Wilfriede Schlichtmann wird nicht müde, die richtigen Buchstabenkombinationen für ihre Rätsel zu finden. „Das ist Erholung für uns“, sagt die 72-Jährige. Seit zwei Wochen fährt das Ehepaar aus dem niedersächsischen Hemmoor durch den Osten der Republik. Im Erzgebirge waren sie, dann im Spreewald. Am Abend vorher wollten sie in Kyritz übernachten. Nichts zu machen, denn die Stellplätze waren wegen eines Sommerfests gesperrt. „Wir haben dann in einem Waldgebiet bei Pritzwalk übernachtet und sind jetzt hier gelandet“, sagt die Urlauberin und kommt ins Schwärmen. Die Landschaft hier sei wunderbar. Viele Dörfer und Kleinstädte hätten sich herausgeputzt und die Infrastruktur für Wohnmobil-Reisende hätte sich in dieser Region auch hervorragend entwickelt. „Kein Vergleich mehr zu früher, als wir kurz nach der Wende zum ersten Mal in den Osten gefahren sind“, erinnert sich Wilfriede Schlichtmann.

Auch Parchim ist gerüstet für die Besucher, die lieber mit Wohnmobilen unterwegs sind, als in Hotels zu übernachten Am Fischerdamm gibt es Wasser und Strom. „Wobei wir uns mit Strom auch selbst versorgen können“, sagt Wilfriede Schlichtmann und zeigt auf das Dach ihres Gefährts, auf dem Solarmodule Sonnenstrahlen in Energie umwandeln können.

Mittlerweile hat Otto Schlichtmann auch wieder Energie getankt. Gut geschlafen habe er aber nicht, sagt er. Sein Handy habe geklingelt. Egal, das nächste Etappenziel liegt nur 40 Kilometer entfernt. Ein Katzensprung im Vergleich zu etlichen Fahrten, die den Kilometerstand ihres Wohnmobils in die Höhe getrieben haben. Kreuz und quer durch Deutschland sind sie schon gereist. Durch die Benelux-Staaten rollten sie, durch Österreich die Schweiz und Frankreich. Sie bereisten Skandinavien, Großbritannien, Polen, Russland. Und Marokko. „Alle Orte haben ihren Reiz“, sagt die Urlauberin. Und ihre Geschichte. Auch Parchim. Für Otto Schlichtmann ist dies nämlich nicht der erste Besuch in der Eldestadt. Der war Anfang der 1990er-Jahre, als der Landkreis Cuxhaven und der ehemalige Landkreis Parchim eine Partnerschaft eingingen. „Diese sollte auch auf den Bereich der Feuerwehren ausgebaut werden. Aber dazu kam es nicht, weil sich Parchim Richtung Schleswig-Holstein orientierte“, erinnert der damalige stellvertretende Kreisbrandmeister im Landkreis Cuxhaven.

Die Stippvisite in Parchim geht zu Ende. Gleich wird Schwerin angesteuert, morgen Lübeck, danach die Kleinstadt in Niedersachsen, für die ein Kreuzworträtsel sieben Buchstabenkästchen reserviert. Nach Hemmoor, wo das Zuhause ohne vier Räder der Schlichtmanns steht.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen