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Ornithologen im Altkreis Parchim : Stieglitz-Bestand wird dieses Jahr erfasst

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Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Vom Seeadler über die Uferschwalbe bis zum Höckerschwan: Frühjahrstagung der Ornithologen führte nach Kobrow.

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erstellt am 11.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Zur diesjährigen Frühjahrstagung trafen sich die Ornithologen auf dem Gebiet des Altkreises Sternberg in Kobrow. Dieses Gebiet war und ist das bevorzugte Beobachtungsrevier von Ernst Schmidt, der hier jahrzehntelang besonders in der Wasservogelforschung tätig ist, was ihm unter Ornithologen den ehrenden Beinamen „Gänse-Schmidt“ eingebracht hat. 2015 wurde Ernst Schmidt für seine Verdienste um die Vogelforschung und den Naturschutz zum Ehrenmitglied der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Mecklenburg-Vorpommern ernannt.

23 aktive Ornithologen waren im Kutschenmuseum Kobrow versammelt, folgten den interessanten Vorträgen und labten sich auch an dem köstlich schmeckenden Kuchen! Nachdem bereits vor Jahren der Plauer Ornithologe Manfred Lüpke in mühseliger Feldforschung herausgefunden hatte, dass anhand der Stoßfedern, die außerhalb der Brutperiode im Horstbereich unter den Ruhe- und Schlafbäumen gefunden wurden, Seeadler individuell identifiziert werden können, überraschte Dr. Wolfgang Mewes aus Karow die Ornithologen mit einer Identifizierungsmethode bei Kranichen. Er fand heraus, dass man anhand der Muster auf den Eiern die Kranichweibchen identifizieren kann. Mit der Hilfe dieser Methode können exakte Aussagen über Brutorttreue und Reviertreue getroffen werden. Wenn nun noch die Männchen durch Beringung kenntlich sind, ergeben sich vielfältige Aussagen zum Brutverhalten eines einzelnen Kranichpaars.

2015 wurde der Habicht, Vogel des Jahres, stichprobenartig auf dem Gebiet des Altkreises Parchim erfasst. Es stellte sich heraus, dass er zwar im gesamten Altkreis verbreitet ist, aber nirgends häufig auftritt. Fünf besetzte Horste wurden von den Ornithologen gefunden. Man kann davon ausgehen, dass sein Bestand auf niedrigem Niveau konstant ist.

Großen Raum nahm die Auswertung der Ammernerfassung ein. Es handelt sich dabei um die Goldammer, die Grauammer und die Gartenammer, auch als Ortolan bezeichnet. Insgesamt wurden 232,5 km linienförmige Biotope – Chausseen, Alleen, Landstraßen, Landwege, Baumreihen – hinsichtlich des Bestandes der drei Ammern kontrolliert. Dabei wurden bei der Goldammer 258, bei der Grauammer 76 und beim Ortolan 75 singende Männchen erfasst.

Wie nach dem bisherigen Kenntnisstand zu erwarten war, ist die Goldammer die häufigste Ammer, obwohl ihr Bestand auch rückgängig ist.
Die Grauammer ist eine Art mit starker Rückgangstendenz. Ihre Verbreitung ist sehr uneinheitlich, neben „Grauammerinseln“, wo sie stetig vorkommt, können benachbarte Gebiete ammerleer sein. Der Ortolan kommt im Altkreis Parchim im Süden und Südwesten des Gebietes vor. Er bevorzugt offene, landwirtschaftlich genutzte Lebensräume (Kulturland) mit einzelnen Bäumen als Singwarte. Der Ortolan hat eine Vorliebe für trockenwarme Standorte und brütet gern auf Sandböden. Für das Jahr 2016 wollen die Ornithologen vornehmlich den Bestand des Stieglitzes, des Vogel des Jahres, erkunden. Zählungen sind aber auch für den Höckerschwan, die Uferschwalbe, die Haubenlerche und für das Blässhuhn vorgesehen.

 

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