SPD Ludwigslust-Parchim : „Stefan hat die Region im Blick“

Die junge SPD-Crew (v.l.): Parteichef Pascal Winkler und Stefan Sternberg
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Die junge SPD-Crew (v.l.): Parteichef Pascal Winkler und Stefan Sternberg

SPD-Kreischef Pascal Winkler steht hinter dem Landratskandidaten Stefan Sternberg: Sonnabend entscheiden die Mitglieder

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11. Januar 2018, 10:00 Uhr

Das Ende der Amtszeit von Rolf Christiansen zum Oktober kam für einige politische Beobachter, Bürger und auch SPD-Mitglieder überraschend. Am Sonnabend nominieren die Sozialdemokraten einen möglichen Nachfolger des dienstältesten Landrats in MV. Über das Verfahren und die Kandidatensuche sprach Redaktionsleiter Udo Mitzlaff mit Pascal Winkler, dem SPD-Kreisvorsitzenden in Ludwigslust-Parchim.

War es für Sie wirklich eine Überraschung, dass der Landrat nicht wieder antreten wird?
Ja, Rolf Christiansen hat das über die Feiertage so entschieden. Er hat dann den Vorsitzenden von Partei und Fraktion der SPD seine Entscheidung mitgeteilt.

Der Kandidat Stefan Sternberg wurde aber sehr schnell aus dem Hut gezaubert...
Wer Rolf Christiansen kennt, weiß, dass er keine Entscheidung trifft, ohne über die Folgen nachzudenken. Wir konnten dem Vorschlag aber ohne Probleme zustimmen. Ich habe den Vorschlag auch schon im Hinterkopf gehabt.

Was spricht für Stefan Sternberg?Anders gefragt: Warum tritt nicht Pascal Winkler an?
Stefan Sternberg ist ein Angebot für die Wähler, das andere nicht haben. Er verkörpert sowohl den Generationswechsel als auch kommunalpolitische Erfahrung als Bürgermeister von Grabow und Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Grabow. Er hat also Erfahrung in der Leitung einer Verwaltung und gezeigt, dass er gestalten kann. Er hat sich für das Parchimer Theater und die Digitalisierung der Schulen im Landkreis stark gemacht. Stefan Sternberg hat die Region im Blick. Er ist einer von hier.

Mal ehrlich: Hat man Sie nicht gefragt? Reizt Sie nicht der Titel „Jüngster Landrat“?
Ich habe eine andere Lebensplanung. Nach meinem Jura-Studium habe ich promoviert und bin jetzt im 2. Staatsexamen. Bevor ich hauptberuflich in der Politik Verantwortung übernehmen möchte, will ich erst den kompletten Abschluss machen. Deshalb: Ich kandidiere jetzt nicht, weil es ein Leben neben und nach der Politik gibt.

Mir fällt noch Margret Seemann ein. Sie ist angriffslustig, ist eine der wenigen, die Oppositionsführer Wolfgang Waldmüller Paroli bieten kann. Sie leitet mit Wittenburg auch eine große Stadt. Und sie ist eine Frau, die dem Männerverein SPD gut täte...
Margret Seemann ist eine gute Bürgermeisterin. Sie möchte in Wittenburg bleiben, weil sie dort viele Projekte zum Erfolg führen will, zum Beispiel das Wittenburg Village. Sie selbst will einen Kandidaten unterstützen, der perspektivisch lange Landrat sein kann. Da waren wir uns sehr schnell einig.

Auffällig ist, dass bei der SPD einige verdiente Genossen kürzer treten. Erzwungener Generationswechsel?
Von wegen! Das ist doch gerade die Stärke der SPD im Landkreis Ludwigslust-Parchim, dass sie jungen Menschen frühzeitig etwas zugetraut hat, ihnen Verantwortung übergeben hat.

Viele hätten sich Rolf Christiansen weiter an der Spitze des Kreises gewünscht...
Wir auch, aber Gesundheit geht vor und wir respektieren seine Entscheidung. Er war es, der den Generationswechsel früh angeschoben hat. Es ist doch ein überragendes Verdienst der erfahrenen Genossen, dass sie unserer Generation den Weg bereitet haben. Wir wiederum haben Respekt vor den Leistungen der Älteren. Jung und alt machen es gemeinsam. Das ist ein richtiger Mix. Um auf Ihre Frage von vorhin zurückzukommen: Wir haben viele junge Mitglieder und viele junge Frauen. Die Mitgliederzahl ist von 380 auf 440 gestiegen. Wir sind der größte SPD-Kreisverband in Mecklenburg-Vorpommern.

Am Sonnabend stellt die SPD ihren Landrats-Kandidaten auf. Wird es neben Stefan Sternberg weitere Aspiranten geben?
Mir ist bis heute kein Gegenkandidat bekannt. Wir werden das aber am Sonnabend auf der Mitgliedervollversammlung sehen.

Noch einmal zurück zu Rolf Christiansen: Hat der dienstälteste Landrat in MV bald seine Schuldigkeit getan?
Rolf Christiansen hat uns verraten, dass er Mitglied im Kreisvorstand bleiben möchte. Er will weiter eine aktive Rolle im Landkreis Ludwigslust-Parchim spielen. Wir freuen uns, dass er uns erhalten bleibt. Ich sagte es bereits: Jung und Alt arbeiten bei uns zusammen.

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