Domsühl : Statt Rum fließt hier Abwasser

Ankunft eines von drei Edelstahlbehältern für das Klärwerk in Domsühl. Ursprünglich waren sie für die Lagerung von Rum gebaut, jetzt dienen sie als Speicher für Abwasser.
Ankunft eines von drei Edelstahlbehältern für das Klärwerk in Domsühl. Ursprünglich waren sie für die Lagerung von Rum gebaut, jetzt dienen sie als Speicher für Abwasser.

Drei riesige Edelstahlbehälter dienen künftig als Puffer in der Kläranlage Domsühl-Severin. Entlastung für die Kanalisation

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08. Dezember 2016, 21:00 Uhr

Drei riesige Edelstahlbehälter rollten gestern per Tieflader am Klärwerk Domsühl-Severin an: Rund sechs Meter ist jeder der Behälter hoch und hat einen Durchmesser von vier Metern. Früher wurde in diesen Stahlkolossen mit je 59 Kubikmeter Inhalt Rum gelagert. Eine Bremer Firma hatte sie gekauft und jetzt weiter veräußert – an den Wasser- und Abwasserzweckverband (WAZV) Parchim-Lübz. Der nutzt sie künftig als Pufferspeicher für Abwasser.

Die großen Behälter, die gestern aufgestellt wurden, sind Teil von Investitionen, in das Schmutzwassernetz von Severin. Immer wieder hatte es im Kanalnetz in den vergangenen Jahren Verstopfungen gegeben. Jetzt wird das Abwassernetz vom Dorf und vom größten Einleiter, der Firma Mecklenburger Landpute, getrennt und gleichzeitig der Ablauf im Klärwerk optimiert.

Rund die Hälfte des Schmutzwassers, das in die Kläranlage Domsühl-Severin fließt, kommt von dem Großverbraucher Mecklenburger Landpute, erfuhr SVZ von Olaf Dommack, Technischer Leiter beim Zweckverband. Die Kläranlage ist zu 100 Prozent ausgelastet. Eigentlich also ein guter Stand. Auf der anderen Seite war das Abwassernetz in Severin aber in Zeiten intensiver Schlachtungen überlastet.

Seit zwei Jahren suchten der WAZV und die Mecklenburger Landpute nach einer technisch und finanziell vertretbaren Lösung, sagt Dommack. Und diese wird derzeit umgesetzt. Der erste Schritt war, einen separaten Ablauf vom Betrieb zur Kläranlage zu errichten. Das ist bereits geschehen, sagt der Technische Leiter. Das Abwasser vom Betrieb fließt nicht mehr durch das Ortsnetz.

Jetzt werden die drei Pufferspeicher montiert. Hier wird das Abwasser zwischengespeichert, um es dann kontinuierlich dem Klärprozess zuführen zu können. Zunächst fünf bis sechs Kubikmeter pro Stunde – immer die gleiche Menge. Die Puffer sorgen für den Ausgleich. Denn in der Regel fällt das Abwasser in den Haushalten nur über einen Zeitraum von acht bis zehn Stunden am Tag an.

Als dritter Teil der Lösung ist zusätzlich die Errichtung einer separaten Abwasserdruckrohrleitung zwischen Firma und Klärwerk angedacht. Allerdings fällt die Entscheidung, ob diese Leitung gebaut wird, erst im nächsten Jahr, so Dommack. Zunächst soll die Kläranlage optimiert werden, um zu ermitteln, ob noch Bedarf an dieser Investition besteht. Die Mecklenburger Landpute beteiligt sich an den Investitionen. So ist es vertraglich geregelt.

Wichtige Information für die Bürger von Severin: Am 21. Dezember erfolgt in ihrem Ort eine Spülung des Schmutzwasserkanals. Womit dann auch noch Ablagerungen verschwinden sollen aus der Zeit, wo noch das Abwasser des Betriebes durch das Ortsnetz floss.

In der Vergangenheit gab es bei Kanalspülungen Probleme, so Dommack. Abwasser drückte von unten durch die Toilette. Dafür entschuldigt sich der WAZV nochmals bei den betroffenen Bürgern, so Olaf Dommack gestern.

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