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Ludwigslust-Parchim : Starthilfe vom Kreis für E-Mobile?

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Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Antrag der CDU mit Hilfe des Landkreises öffentlich zugängliche Stromtankstellen aufzubauen fand keine Mehrheit und bleibt eine Idee

Dass ausgerechnet die CDU-Kreistagsfraktion ausgerechnet den Landrat beauftragen wollte, er möge doch die E-Mobilität im Landkreis weiter etablieren, hatte schon im Vorfeld der letzten Kreistagssitzung vor der Sommerpause bei den anderen Fraktionen zumindest für Verwunderung gesorgt. Zumal die Christdemokraten auch noch wollten, dass ein Runder Tisch zu diesem Thema im Kreis eingerichtet wird. Konkret hieß es im Antrag:

„Der Runde Tisch berät über die Schaffung und den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur (Standorte) im Landkreis Ludwigslust-Parchim, mögliche weitere Betreiber- und Geschäftsmodelle mit Partnern aus der Region, die sukzessive Integration von E-Autos in Firmenflotten, die Anreizschaffung für private Nutzer und dabei mögliche finanzielle Zusatzförderungen bzw. Investitionen durch den Landkreis, den Aufbau von Netzwerken und Kooperationen, nicht zuletzt für den Informations- und Erfahrungsaustausch und eine flächendeckende, intensive Öffentlichkeitsarbeit und leitet eine entsprechende Umsetzung in die Wege.“

Christian Geier (CDU) , der den Antrag einbrachte, ging in seiner Argumentation so weit, dass man anderswo in der Sache schon weiter sein, z. B. bei der IHK, die ja vor wenigen Tagen die E-Mobilität mit einer besonderen Aktion würdigte.

Es kam, wie es kommen musste, der Beschluss kam nicht. Schon deshalb nicht, weil der Landkreis sich für dieses Thema nun überhaupt nicht zuständig fühlt. Landrat Rolf Christiansen erklärte dann auch im Kreistag, dass er es gar nicht einsähe, Mittel des Kreises für eine solche Infrastruktur auszugeben. Das sei Sache der Stadtwerke oder anderer Energieversorger, die schließlich Strom verkaufen sollten. Außerdem sei die Reichweite der jetzigen Modelle doch sehr eingeschränkt. Und das wirke sich im flächenmäßig zweitgrößten Landkreis Deutschlands fast zwangsläufig aus. Erst wenn die Autos eine zuverlässige Reichweite von 600 Kilometern pro Ladung und mehr hätten, könnte man von einer Alltagstauglichkeit sprechen. „Stellen Sie sich wirklich vor, dass wir als Landkreis Stromtankstellen aufbauen sollen. Was kommt dann? Sollen wir energieeffiziente Trockner oder Waschmaschinen anbieten?“

Das sei doch für den Kreis eine Nummer zu groß. Zumal es so gut wie keine im Landkreis zugelassenen Elektroautos gäbe. Auch nach der Förderungszusage durch den Bund für den Kauf von Fahrzeugen habe sich das ja nicht geändert. Sowohl Geier als auch der Abgeordnete Heiko Böhringer von der Alternative für Ludwigslust versuchten in ihren Erwiderungen klar zu machen, dass es ihnen um grundsätzliche Weichenstellungen gehe. Wenn man die Energiewende ernst meine, werde man auf E-Autos umstellen müssen, meinte Böhringer. Unterstützung für die Stromtankstellen kam auch von Hans-Jürgen Stier von der CDU-Fraktion. Auch Geier machte anhand eines klassischen Pendlers, der im Jahr gut 25 000 Kilometer für den Weg nach Hamburg verfährt, klar, wieviel man sparen könnte. Er drang nicht durch.

„Wo nehmen wir das Geld dafür her, es ist nicht unsere Aufgabe, wir müssen da auf dem Teppich bleiben und überregional denken“, hielt die SPD-Fraktionsvorsitzende Margret Seemann dagegen. Am Ende gab es noch eine Diskussion, ob es um eine öffentliche oder eine öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur gehen sollte.

Nun wird in den Ausschüssen des Kreistages über das Thema bei passender Gelegenheit diskutiert. Aktuell steht die größte Stromtankstelle im Kreis übrigens in Wittenburg, am Alpincenter, geschaffen von der Firma Tesla.

Währenddessen testen einige öffentliche Verwaltungen, beispielsweise die in Wittenburg oder auch der Kreis selbst Fahrzeuge mit alternativen Antrieben. Mit mäßigem Erfolg im harten Alltag eines Flächenkreises.

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erstellt am 25.Jul.2016 | 05:00 Uhr

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