zur Navigation springen
Parchimer Zeitung

18. November 2017 | 22:50 Uhr

Spornitz : Start für Hochwasserschutz

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Nach Überflutungen in den Vorjahren begann großes Bauvorhaben in Spornitz / Weit über 800 000 Euro werden in Vorflut investiert

von
erstellt am 29.Jan.2015 | 15:20 Uhr

Baggern für den Hochwasserschutz in Spornitz: Der Oberbach am Dorfrand erhält wieder sein Profil, damit das Wasser besser abläuft. Gleichzeitig werden ökologische Nischen am Rand des Bachs geschaffen. Vom Fortgang der Arbeiten überzeugten sich Walter Jahnke, Chef des in Ludwigslust  ansässigen Wasser- und Bodenverbands Untere Elde, und Projektant Holger Hildebrand bei einer Bauberatung.

Mitten im Winter haben   am Ortsrand   die Arbeiten für ein  großes Wasserbauprojekt in Spornitz begonnen. In vier Teilabschnitten sollen zwischen Friedensstaße an der Möllerbeck  und dem Schneesgraben bis zum Mai weit über 800000 Euro investiert werden, um den Ort vor Überflutungen sicherer zu machen.

Die machen den Spornitzern bei extremen Niederschlägen seit Jahrzehnten zu schaffen, vor allem nachdem immer mehr offene Gräben durch Rohrleitungen ersetzt wurden. Schon vor der Wende hatte die Bahnhofstraße mehrfach unter Wasser gestanden, weiß Holger Hildebrand.

Die letzte große Katastrophe, über die unsere Zeitung berichtete, erlebten Anwohner im Ortskern im Sommer 2011, als ein Starkregen für große Schäden sorgte.  In den Kellern stand das Wasser bis zu 60 Zentimeter tief. Die  Feuerwehren waren im Dauereinsatz und konnten dabei das Wasser quasi nur im Kreis pumpen.

In den vergangenen Jahren wurde die Vorflut Stück für Stück verbessert, so Hildebrand. Beispielsweise durch  die Investition in neue Rohrleitungen in der Kanalstraße.

Jetzt wird in großem Stil investiert, wobei den Machern auch klar ist: „Einen 100-prozentigen Schutz gegen Hochwasser gibt es nicht“, so Walter Jahnke. „Dann müssten wir ganz Spornitz auf einen Berg setzen.“

Die ersten Arbeiten 2015 begannen an der zentralen Vorflut - dem Oberbach. Er leitet das  Wasser, das aus dem Ortskern kommt, weiter in den Schneesgraben und damit in die Lewitz. Rohrleitungen werden zurückgebaut und durch einen offenen Graben ersetzt.   Staustufen werden beseitigt und dafür breitflächige Sohlgleiten geschaffen. Das hat einen doppelten Effekt: Es kann bei starkem Regen mehr Wasser abfließen und gleichzeitig wird der Bach endlich auch ökologisch durchgängig.

Auch im Ort selbst werden dort, wo es passt alte Rohrleitungen durch offene Kanäle ersetzt.  Das ist aber längst nicht überall möglich. Erstmals setzt der Wasser- und Bodenverband  sogenannte Rigolen ein. Es handelt sich um eine Kombination  aus Mulden und Rohrleitungen, wie sie auch im Straßenbau für die Oberflächenentwässerung verwandt werden. Die Rohre verfügen über eine Drainage und sind umgeben von einem Kiesfilter. Dadurch ist es möglich, Wasser aus den Rohren nach außen abzugeben und es  von dort aufzunehmen. Oberflächenwasser sickert in das System hinein.

Der Zeitplan bis zur geplanten Fertigstellung im Mai ist eng, erfuhr SVZ in der Bauberatung.  Die Erdarbeiten und der Rohrleitungsbau seien auch bei Winterwetter möglich. Bei den Arbeiten in der Bahnhofstraße kommt es zu Verkehrseinschränkungen durch halbseitige Sperrungen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen