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Parchimer Zeitung

26. September 2017 | 18:30 Uhr

Parchim : Starkes Zeichen aus der Kreisstadt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Gut 150 Biker und Triker starteten auf Parchims Schuhmarkt ihre 14. Sternfahrt für Demokratie und Toleranz durch den Landkreis

Die Sonne strahlte nur so vom klaren Himmel – beinahe wie Schirmherr Rolf Christiansen beim Anblick der so dicht gedrängt kaum zu zählenden Biker und Triker aus nah und fern. Diese hatten sich am Sonnabend mit ihren blank geputzten Maschinen auf dem Parchimer Schuhmarkt zum Start ihrer inzwischen 14. Sternfahrt für Demokratie und Toleranz durch den Landkreis Ludwigslust-Parchim eingefunden.

Das Straßenbild der Altstadt bestimmten pünktlich ab 10 Uhr jene Motorräder nebst entschlossenen Fahrerinnen und Fahrern, welche nach Bekunden des Landrats gerade jetzt (wenige Tage vor den Kommunal- und Europa-Wahlen) klar stellten, dass sie „diejenigen, deren Plakate meist ganz oben hängen, nicht in den Parlamenten haben möchten“.

Auch Parchims Bürgermeister Bernd Rolly freute sich wie die rührigen Initiatoren um den Motorsportclub Grabow über diese eindrucksvolle Demonstration als „ein starkes Zeichen aus der Kreisstadt heraus“, denn Demokratie und Toleranz seien noch keineswegs selbstverständlich. Die nicht motorisierten Parchimer und Gäste erlebten hautnah ein Bild kraftvoller Leidenschaften, die sich in der wirklich phantasievollen Kluft der Motorradlenker und Beifahrer einerseits, viel deutlicher aber noch an den „getunten“ und mit schier unglaublichen Accessoires „aufgehübschten“ Maschinen in Szene setzten.

Dabei kam es gar nicht so sehr auf Größe und Motorkraft an, wie der Lübzer Hans-Ulrich Watke aus den anerkennenden Blicken auf seinen rot-weißen Motorroller „Berlin“, DDR-Baujahr 1962, spürte. Dieses zuverlässige Vehikel habe er sich seinerzeit für den täglichen Weg zur Arbeit nach Parchim angeschafft und bis heute gepflegt, verriet der rüstige Rentner und fachsimpelte mit leuchtenden Augen über ähnliche inzwischen betagte Jugendträume wie das schmucke Jawa-Motorrad seines Nachbarn. „Schrauben“ sei seine Leidenschaft, seit er sich als Jugendlicher „aus Schrott“ eine EMW aufbaute und wenig später eigenhändig eine RT von drei auf vier Gänge hoch frisierte. „Das macht einfach Spaß und hält (nicht nur Oldtimer) in Schwung. Und jetzt hab ich endlich Zeit dazu“, sagte er, schnallte seinen Helm auf den Kopf und startete vereint mit modernen PS-Boliden zur gemächlichen Ausfahrt.

Viele der Zuschauer am Rande der Parchimer Altstadtstraßen hielten sich die Ohren zu oder den schlagartig losbullernden Motorenlärm als Erinnerungsvideosamt Ton mit ihrer Smartphone-Kamera fest. Über Crivitz, Banzkow, Stralendorf und Hagenow ging die Tour bis nach Ludwigslust. Und die bunt zusammen gewürfelten Motorradfreunde aus dieser Region rollten durch die von Raps- und Baumblüten geprägte Landschaft unter weiß-blauem Himmel. Kameradschaftlich und rücksichtsvoll Seite an Seite fuhren heimische Biker und Triker mit Gleichgesinnten z.B. aus Ostfriesland oder Nordrhein-Westfalen. Sympathisch, machtvoll und friedlich kam hier demokratisch-tolerante Gesinnung zum Ausdruck.



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