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Parchim : Starker Impuls für die Kulturpolitik

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Kreiskulturkonferenz reagiert auf gesellschaftliche Umbrüche. Stärkung der kulturellen Bildung gefordert. Kulturmühle im Fokus

von
erstellt am 19.Okt.2017 | 21:00 Uhr

„Nie war Kultur so wichtig wie heute“, ist sich Prof. Dr. Wolfgang Vogt als Sprecher des Kunst- und Kulturrates im Landkreis sicher. Auf der jüngsten Kreiskulturkonferenz waren sich die rund 70 Teilnehmer – darunter Künstler aller Sparten, Vertreter gesellschaftlicher Organisationen, Behördenmitarbeiter, Kunstförderer und -freunde – einig, dass angesichts von Globalisierung, Digitalisierung und vieler gesellschaftlicher Umbrüche Kultur den Menschen neue Horizonte eröffnen kann. „Wir sind seit der ersten Kulturkonferenz, die im Oktober 2014 im Mestliner Kulturhaus stattfand, deutlich vorangekommen. Nach einer Bestandsaufnahme, der Formulierung der Ziele steht im dritten Jahr die wichtige Aufgabe, die Verbesserung der Situation der Akteure in der freien Kulturszene, im Mittelpunkt“, stellt Prof. Wolfgang Vogt klar. Derzeit sei man von einer Chancengleichheit im Landkreis Ludwigslust-Parchim weit entfernt. Es gibt konkrete Forderungen. Die bislang im Haushalt des Kreises zur Verfügung stehende Summe von jährlich 25 000 Euro zur Unterstützung der freien Kunstszene sollte nach Ansicht der Konferenzteilnehmer in einem ersten Schritt zumindestens verdoppelt werden.

Optimistisch stimmt die Zusammenarbeit des Kreiskulturrates mit den Mitgliedern des Kreisausschusses für Kultur und Sport. Nach einer ersten gemeinsamen Beratung im Kulturforum Pampin hat man sich auf einen Antrag verständigt, der im nächsten Kreistag zur Beratung ansteht. „Es geht um nicht mehr und nicht weniger als einen ersten Schritt auf dem langen Weg zur Kulturpolitik für den Landkreis. Das ist zugleich ein Meilenstein“, meint Prof. Wolfgang Vogt. Im Kreisentwicklungskonzept 2030 konnte der Kulturrat seine Ziele bereits prägnant einbringen.

Auf vier Foren haben die Kulturkonferenzteilnehmer die aktuellen Schwerpunkte kontrovers diskutiert. Da ging es u.a. um die Frage, wo der Schuh bei den Kulturschaffenden drückt. Auch das Thema „Kulturelle Bildung als lebenslange Aufgabe der Gesellschaft und Möglichkeiten im Landkreis“ stand im Raum. „Es geht um die Gestaltung der Bildungsregion Landkreis Ludwigslust-Parchim. Da gibt es gute Beispiele wie den Kunstspeicher Lübz, aber auch jede Menge Defizite“, ist sich der Sprecher des Kreiskulturrates sicher. Unter dem Thema „Neue Ländlichkeit“ wurden in einem weiteren Forum Kunst und Kultur als treibende Kräfte für die Transformation in der Region hinterfragt. „Die Kunst von Kunst zu leben“ ist für einige hundert Akteure zwischen Boizenburg und Plau derzeit Alltag. „Kreative Leistungen müssen angemessen honoriert werden. Dafür setzen wir uns ein. Kunst und Kultur sind Standortfaktoren und geben der strukturschwachen Region eine Identität. Deshalb muss es der Gesellschaft daran gelegen sein, eine breite Kunstszene zu etablieren“, meint Prof. Wolfgang Vogt. Völlig unzufrieden sind viele, dass die Konzepte für die Kulturmühle noch immer nicht stehen. „Da gehören nicht nur das Theater und ein Museum rein, sondern eine Etage sollte für Kunstausstellungen vorbehalten sein. Da bleiben wir auf jeden Fall dran“, so Prof. Wolfgang Vogt.

 

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