Parchim : Stadt erinnert an Dragonerzeit

Diesen Druck aus der Zeit um 1901/04 stellte eine Besucherin der zweiten Lesung von Frank Grohmann dem Chronisten zur Verfügung.
Diesen Druck aus der Zeit um 1901/04 stellte eine Besucherin der zweiten Lesung von Frank Grohmann dem Chronisten zur Verfügung.

Vor 150 Jahren zog das Regiment ein: Ausstellung lässt Stadtgeschichte lebendig werden

von
29. September 2017, 05:00 Uhr

Im Oktober jährt sich der 150. Jahrestag, an dem das II. Großherzoglich-Mecklenburgische Dragonerregiment Nr. 18 in Parchim einzog. In einer Ausstellung unter Schirmherrschaft des Parchimer Heimatbundes soll nun an diese Zeit erinnert werden. Sie wird am 7. Oktober um 10 Uhr im Stadthaus in der Blutstraße eröffnet. „Zu sehen sind unter anderem Dokumente, Ausrüstungsgegenstände wie Kavalleriesattel, Lanze, Karabiner 88 und persönliche Dinge der Dragoner im Original“, kündigt Frank Grohmann an.

Der Parchimer beschäftigt sich seit langem intensiv mit dieser stadtgeschichtlichen Etappe und verfasste dazu bereits eine umfassende Chronik. Das Interesse an dem kürzlich erschienenen Buch war so groß, dass sogar kurzfristig eine zweite Lesung organisiert wurde (SVZ berichtete). „Diese Resonanz hat mich überwältigt“, gesteht der Autor. Immer noch würden sich Menschen mit Zeitzeugnissen an ihn wenden. So überließ ihm dieser Tage eine Frau aus Granzin zwei Bilder und einen Reservistenkrug von 1904. „Ich bin froh und dankbar für jeden weiteren Hinweis. Ich möchte noch so viel über diese Zeit wissen und dieses Wissen natürlich auch weitergeben“, hat sich Frank Grohmann vorgenommen. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass der Heimatforscher wohl so manchen langen Winterabend in seinem Arbeitszimmer verbringen wird. Die persönliche Motivation für sein chronistisches Engagement: „Ich bin in dieser Stadt geboren, ich lebe hier, ich habe hier mein Arbeitsleben verbracht. Nun möchte ich der Stadt auch etwas zurückgeben.“ Bis heute ist der 74-Jährige seinen damaligen Lehrern dankbar, dass sie in ihm schon frühzeitig das Interesse an der Stadtgeschichte zu wecken vermochten. Sein Ansatz: „Tradition ist Vergangenes entdecken, diese Geschichte zu bewahren und zu verstehen, sie in der Gegenwart zu pflegen und für die Zukunft aufzuheben.“

Am 15. Oktober, dem Tag des Einzugs des Regimentes im Jahr 1867 in Parchim, findet um 10.30 Uhr am Denkmal der gefallenen Dragoner im 1. Weltkrieg in den Wallanlagen eine Kranzniederlegung mit musikalischer Begleitung und einer Ansprache statt. Ab 10 Uhr finden sich Bürger in Traditionskleidung vor dem Rathaus ein, um von dort aus zum Denkmal zu gehen. Interessierte Parchimer sind herzlich eingeladen, dabei zu sein. Nach der Kranzniederlegung kann dann letztmalig bis 13 Uhr die Ausstellung im Stadthaus besucht werden.
 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen