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Parchimer Zeitung

19. November 2017 | 18:43 Uhr

Parchim : Spurensuche als Zeitreise

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Parchimer Autor findet heraus: Komplexes Leben ist doppelt so alt wie bisher angenommen / Buch im Selbstverlag herausgegeben

Der Parchimer Uwe M. Troppenz hat sich auf Spurensuche begeben und vertritt die These, dass die Menschheit älter als bisher angenommen ist. Als Beweis dienen Fossilien auch aus der Parchimer Region. Troppenz hat jetzt ein Buch über seine Leidenschaft geschrieben.

„Wohin die Spuren führen“ heißt es und behandelt Milliarden Jahre Erdgeschichte, Fossilien der damaligen Lebewelt, es übt Kritik am Darwinismus und zeigt die Grenzen der Wissenschaft auf. Und was ist hinter diesen Grenzen? Passen Schöpfungsglaube und Evolutionstheorie zusammen? Das populärwissenschaftliche Buch gibt Antworten. Alles dreht sich um Parchim. Der Autor: ein Parchimer. Die Fotografin: eine Parchimerin. Viele sehr seltene Fossilien, die abgebildet und besprochen sind, stammen aus dem Parchimer Raum. Druck: in Parchim.

Uwe-M. Troppenz sammelt seit seiner Jugend Fossilien und beschäftigt sich mit der Erdgeschichte. In seinem aktuellen Buch beschreibt er nun den Grund seiner Leidenschaft: „Wer sich mit Fossilien und Erdgeschichte beschäftigt, der kennt die Faszination, die von Lebewesen längst vergangener Welten ausgeht. Man befreit sie aus ihrem steinernen Verlies, sieht sie und berührt sie erstmals nach hunderten von Millionen Jahren. Das nachzuempfinden, fällt Menschen logischer Weise schwer, die sich bislang nicht damit beschäftigt haben.“

Und was macht Spurenfossilien so spannend? „Spuren sind Lebensäußerungen. Sie zeigen nicht die harte Schale eines Tieres, das vor Millionen Jahren existierte, ohne dass man daraus zunächst genaue Kenntnisse über seine Lebensweise gewinnen könnte. Nein, sie dokumentieren Bewegung, Fressverhalten, Bautätigkeit, Lebensbewältigung und Sterbevorgänge in einer uns völlig fremden Umgebung in einem uns völlig unvorstellbaren Zeitraum.“

Troppenz arbeitete als Tageszeitungs-Redakteur im In- und Ausland, als Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Politik in Schwerin, schließlich als Pressereferent und Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundestag – erst in Bonn und nach dem historischen Umzug in Berlin. Er war Gründungs-Vorstandsmitglied der internationalen Gesellschaft für Geschiebekunde (GfG), die an den Universitäten Hamburg und Greifswald angesiedelt ist, und einige Jahre Schriftleiter von „Geschiebekunde aktuell“. Dazu kommen zahlreiche Fachartikel sowie viele Zeitungsartikel und populärwissenschaftliche Vorträge zum Thema Paläontologie. Bisher veröffentlichte Troppenz: „Paradies im Ordoviz - Fossilien der Bobcaygeon/Verulam Formation“ (2009) sowie „Dem ersten Leben auf der Spur - Unterkambrische Ichnofossilien aus dem Norden“ (2011).

In seinem neuen Buch „Wohin die Spuren führen“ versucht der Autor, dem Leser einen Eindruck von den gewaltigen Zeiträumen zu schaffen, die hinter uns liegen: Milliarden von Jahren, die unsere menschliche Geschichte winzig erscheinen lassen. Er legt dar, dass die Paläontologie, die Wissenschaft von den Lebewesen vergangener Erdzeitalter, wegen der unvorstellbaren Zeitdimension an ihre Grenzen stößt – ebenso wie zum Beispiel die Kosmologie bzw. die Physik wegen der genauso unvorstellbaren Raumdimension. Wie viel ist Wissen, wie viel ist Interpretation, wie viel ist Glaube? Was sind „Paläofakten“ und was ist „Paläopoesie“? Anhand von teilweise selbst entdeckten Spurenfossilien weist Troppenz nach, dass komplexes mehrzelliges Leben doppelt so alt ist wie bisher angenommen: mehr als 1,2 Milliarden Jahre statt „nur“ rund 600 Millionen Jahre. Dieses Leben hat sich in einer Kette schöpferischer Katastrophen in bestimmten Zeitabständen erneuert, was Darwins Evolutionstheorie in einem neuen Licht erscheinen lässt. Und was ist mit Gott? Wissenschaftliche Kenntnisse vereinen sich hier mit viel Freude am intensiven Recherchieren sowie einer journalistischen „Schreibe“, die eine ungewöhnliche Materie „verdaulich“ und spannend macht. Das Buch tradiert nicht scheinbar Feststehendes, es soll durch unkonventionelle Überlegungen und Verknüpfungen zu neuen Problemlösungen führen.


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