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Sozialkaufhaus Parchim : Spender willkommen im Kaufhaus

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Gemeinnützige Einrichtung in der Parchimer Brunnenstraße für Sozialhilfe- und Hartz-IV-Empfänger. Bedarf an gebrauchten Sachen

von
erstellt am 28.Okt.2015 | 07:45 Uhr

Einen Schal gibt es für 50 Cent, einen Wintermantel für drei Euro. Ein Kochtopf ist für ein bis zwei Euro und ein Tisch mit vier Stühlen schon für 24 Euro zu haben. Das verraten die Schilder im gemeinnützigen Kaufhaus „Start-live“ in der Brunnenstraße 17 in Parchim. Hier dürfen nur Menschen einkaufen, die einen gültigen Schein vom Sozialamt oder vom Jobcenter vorweisen können, dass sie Leistungen beziehen.

Die Zahl der Bedürftigen, die hier günstig einkaufen, steigt, erfährt SVZ von Rainer Fröse, Projektleiter bei dem von der Berufsbildungsstätte (BBS) Start betriebenen und vom Jobcenter finanziell unterstützten gemeinnützigen Kaufhaus. 15 bis 25 Kunden, alle mit Nummern registriert, kommen im Durchschnitt pro Öffnungstag. Wobei hinter einer Nummer auch eine ganze Familie stehen kann.

Die Flüchtlinge, die zunächst in den Erstaufnahmeeinrichtungen und Notunterkünften unterkommen und noch nicht anerkannt sind, haben keinen Bewilligungsbescheid und gehören so auch nicht zu den Kunden des Sozialkaufhauses, erfährt SVZ von Bereichsmanager Hartmut Krause. Für sie finden Kleidersammlungen auf anderen Wegen statt.

Was für das Parchimer Sozialkaufhaus gesammelt wird, werde ausschließlich hier an die Kunden mit gültigem Berechtigungsschein weitergegeben. Dazu gehören neben den langjährigen Einheimischen auch die Migranten. Sobald beispielsweise Kriegsflüchtlinge in eine eigene Wohnung ziehen, benötigen sie wie ein junger deutscher Hartz-IV-Empfänger, der bei seinen Eltern auszieht, eine Erstausstattung für die Wohnung.

Gebraucht werde alles, sagt Rainer Fröse. Dazu gehören neben Textilien u.a. Geschirr und Möbel jeder Art. Besonders gefragt sind beispielsweise Betten und ganze Schlafzimmer, Küchen und Elektrogeräte wie Kühlschränke, Staubsauger und Waschmaschinen oder auch Spülen und Lampen. Auch Kleiderschränke gehen weg wie warme Semmel. Mit einer Einschränkung: Vollholzschränke aus den 1950er-Jahren sind ein absoluter Ladenhüter im Parchimer Kaufhaus.

Wenn Bürger für Bedürftige gebrauchte und zugleich brauchbare Möbel spenden, werden sie durch das Sozialkaufhaus kostenlos abmontiert und abgeholt, erklärt Rainer Fröse. Allerdings ist manchmal bei alten Küchen und Schrankwänden auch festzustellen, dass diese nur noch für den Sperrmüll taugen. Und der hat wirklich nichts im Sozialkaufhaus zu suchen.

Abgeholt werden die gespendeten Möbel aus dem gesamten Landkreis und teils sogar darüber hinaus – beispielsweise aus Putlitz und Pritzwalk. Wenn es sich lohnt, werden sogar Fuhren bis nach Schwerin organisiert, um gute Möbel für Bedürftige zu erhalten. Das Sozialkaufhaus liefert diese auch an Kunden bis ins Haus.

An Textilien werde eigentlich alles gebraucht, erfuhr SVZ. Knapp sind vor allem Männersachen. Das gemeinnützige Kaufhaus hat mittlerweile sogar Stammlieferanten. So sammelt ein Ehepaar aus Plau am See regelmäßig Kleidung in der Nachbarschaft und bringt die Spenden nach Parchim, berichtet Rainer Fröse. An ihn können sich Menschen wenden, die mit ihren Spenden von gebrauchten Sachen anderen eine große Freude machen wollen.

Kontakt: Kaufhaus Start-live

Das gemeinnützige Kaufhaus Start-live befindet sich in der Brunnenstraße 17 in Parchim. Geöffnet ist Montag und Freitag 9 bis 13 Uhr sowie Dienstag und Donnerstag von 9 bis 13 und 14 bis 17.30 Uhr. Mittwoch ist geschlossen.

Gesammelt werden gebrauchte Möbel, Elektrogeräte, Textilien, Spielwaren und Fahrräder, die zum Wegwerfen zu schade sind. Sperrige Spenden werden abgeholt. Kontakt: Rainer Fröse: Telefon unter 0172-3896268 oder 03871-6291550.

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