Radwegenetz : Spatenstich nährt Hoffnung in Brenz

Gestern wurde der Spatenstich für den neuen Radweg nach Spornitz vollzogen (v.l.): Dieter Eckert (Bürgermeister Spornitz), Henry Topp (Bürgermeister Brenz), Karin Strenz (Bundestagsabgeordnete, CDU), MV-Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) und Kreisbeigeordneter Günter Matschoß
Gestern wurde der Spatenstich für den neuen Radweg nach Spornitz vollzogen (v.l.): Dieter Eckert (Bürgermeister Spornitz), Henry Topp (Bürgermeister Brenz), Karin Strenz (Bundestagsabgeordnete, CDU), MV-Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) und Kreisbeigeordneter Günter Matschoß

Nach mehr als zwei Jahrzehnten in der Warteschleife hat endlich der Bau eines Radwegs von Alt Brenz nach Spornitz begonnen.

von
21. September 2015, 17:10 Uhr

Großer Bahnhof für  ein Bauprojekt in der Lewitz: Infrastrukturminister Christian Pegel ist gestern zusammen mit dem Leiter des Schweriner Straßenbauamtes Thomas Taschenbrecher und Günter Matschoß, zweiter Stellvertreter des Landkreises Ludwigslust-Parchim,   in die Lewitzregion gekommen, um dort den ersten Spatenstich für einen Radweg vorzunehmen. Lange hatten die Bewohner der Lewitzdörfer auf diesen Moment gewartet. „Es ist ein ganz besonderer Tag für die Region“, beschreibt der Spornitzer Bürgermeister Dieter Eckert sein Gefühl.

Als er vor immerhin 21 Jahren sein Amt als ehrenamtlicher Bürgermeister antrat, stand das Vorhaben „Radweg Spornitz-Parchim“ bereits auf der Agenda der Gemeinde. „Wir haben gemeinsam mit dem Amt Parchimer Umland hart dafür gekämpft und das Ziel nie aus den Augen verloren“, sagt der Spornitzer Bürgermeister.

„Für  mich ist das ein Signal, dass nun endlich Taten folgen“, so Dieter Eckert. Auch wenn es sich nur um einen Startschuss handelt, bleibt er optimistisch. Wenn im kommenden Frühjahr wie geplant die gut 3000 Meter lange Trasse vom Ortsausgang in Alt Brenz bis zum Ortseingang Spornitz fertig gestellt ist, soll der Weiterbau bis zur Kreisstadt unmittelbar folgen. Für den ersten  Abschnitt sind Baukosten von rund 466 000 Euro eingeplant. Der Radweg wird 2,5 Meter breit sein und eine Asphaltdecke bekommen. Das Regenwasser wird in die straßenbegleitenden Gräber abgeleitet. „Wir kommen dem Ziel, mit einem Radweg den Zusammenschluss von Parchim mit der Lewitz zu erreichen, nun etwas näher. Später werden die Pedalritter von der Elbe bis zum Plauer See auf sicheren Trassen zurücklegen können. Das ist für die Region und den Tourismus ein  Gewinn“, ist sich Dieter Eckert sicher.

Ob das Spornitzer Gemeindeoberhaupt im kommenden Frühjahr erneut zum Radwege-Spatenstich antreten kann, steht derzeit allerdings noch in den Sternen. Erst kürzlich hatte er gegenüber unserer Redaktion beklagt, dass aus seiner Sicht nicht alle ausreichend mitziehen. Die Kommunalpolitik in der Kreisstadt hat sich nach seiner Auffassung nicht ernst genug um die Klärung von Grundstücksfragen gekümmert. „Wir werden jetzt selbst Kontakt aufnehmen mit Grundstückseigentümern in Parchim, um zu vermitteln“, so Dieter Eckert vor wenigen Wochen gegenüber SVZ.

Im  Parchimer Rathaus räumt man ein, dass Verzögerungen beim  Radwegebau zwischen Spornitz und der Kreisstadt den offenen Grundstücksfragen geschuldet ist. „Alles hängt in der Tat an schwierigen Grundstücksproblemen“, sagt Fachbereichsleiterin Birgit Alisch. Die Stadt Parchim sei allerdings dabei nur eine Art „Gehilfe“ für das zuständige Straßenbauamt in Schwerin. Alle erforderlichen Unterlagen wurden zwischenzeitlich an die Behörde in der Landeshauptstadt weitergeleitet. Bei den Problemfällen geht es u.a. um Grundstückserben, die bislang nicht ermittelt werden konnten. „Die damit verbundenen Verfahren sind nicht nur zeitaufwändig“, gibt Birgit Alisch zu bedenken. Mitunter müssen Nachlassverwalter mit einbezogen werden.

Im Angesicht des  Spatenstiches bleibt Dieter Eckert aber weiter optimistisch. „Wir werden dieses Projekt zu Ende bringen.“ Er nutzt jede Gelegenheit, um die Verantwortlichen dafür in die Pflicht zu nehmen.

Auch für die Lewitzdörfer sind Radwege ein wichtiger Standortfaktor. In Spornitz gibt es immerhin mehr als 120 aktive Gewerbeunternehmen. Viele der Mitarbeiter nutzen für den Weg zur Arbeit das Rad. Auch die Tour in die Kreisstadt würde mit der lang ersehnten Trasse nicht nur attraktiver, sondern vor allem auch sicherer werden. Bekanntlich ist die stark frequentierte B 191 für die Pedalritter ziemlich gefährlich. Der Radweg dürfte für Urlauber ein Ansporn sein, auf dem Weg zur Mecklenburgischen Seenplatte vor Ort  eine Rast einzulegen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen