Amt Parchimer Umland : Sorge um kleine Friedhöfe im Dorf

Idyllisches Fleckchen: der Friedhof in Herzfeld
Idyllisches Fleckchen: der Friedhof in Herzfeld

Kommunaler Dienstleister erstellt neue Kalkulation für alle 15 kommunalen Ruheplätze im Parchimer Umland. Bürgermeisterin ist besorgt

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28. Januar 2016, 08:00 Uhr

Kassensturz auf den kommunalen Friedhöfen in der Parchimer Region. Jede einzige der gemeindeeigenen letzten Ruhestätten im Amt Parchimer Umland wird jetzt nach Ausgaben und Einnahmen unter die Lupe genommen.

Anna Rieck, Bürgermeisterin in der Gemeinde Karrenzin, befürchtet Schlimmes: Sollen die Gemeinden etwa angehalten werden, kleine Friedhöfe zu schließen? Das will sie nicht zulassen. Ihre Gemeinde besitzt drei Friedhöfe: in Herzfeld, Karrenzin und und Wulfsahl. Dabei soll es bleiben, erklärt sie. Es könne nicht sein, dass beispielsweise als Folge einer möglichen Schließung der eine Ehepartner in Herzfeld und der andere in Karrenzin begraben wird.

Wie Christiane Schirdewahn, Hauptamtsleiterin im Parchimer Umland, erklärt, sei es nicht das Ziel der Berechnungen, die derzeit erstellt werden, Friedhöfe zu schließen. Allerdings fordere die Kommunalaufsicht seit längerem fundierte Kalkulationen. Mit den immer enger werdenden Finanzen werde der Druck immer größer.

Bisher sei grob kalkuliert worden. Die Kommunen, die allein im Parchimer Umland 15 Friedhöfe betreiben, haben sich zudem mit ihren Gebühren an denen von kirchlichen Friedhöfen orientiert.

Die Gebühren sollen eine gerichtsfeste Grundlage erhalten. Da das Amt Parchimer-Umland nicht genügend Personal für eine solche Kalkulation besitzt, wurde der kommunale Dienstleister Kubus damit beauftragt. Mit den Ergebnissen werden sich dann die Gemeindevertretungen befassen.

Bürgermeister Jürgen Kühl aus Suckow im Nachbaramt Eldenburg-Lübz kann die Befürchtung der Bürgermeisterin aus dem Amt Parchimer Umland, Anna Rieck, allerdings verstehen. Doch diese Kalkulation könnten als Anlass genommen werden, um zu versuchen, kleinen Friedhöfen den Garaus zu machen. Auch in seiner Gemeinde gebe es drei Friedhöfe mit drei Trauerhallen. Und es gebe immer wieder Fragen der Kommunalaufsicht, ob das wirklich nötig sei.

Es könne doch aber nicht alles auf wirtschaftliche Gesichtspunkte reduziert werden, so Jürgen Kühl. Ein kleiner Friedhof sei immer unwirtschaftlich. Und dennoch müsse man den Menschen, die ihre Angehörigen beispielsweise neben ihren Verstorbenen in Drenkow und Mentin begraben lassen wollen, diese Möglichkeit auch weiter geben. Auch wenn es dort nur einige Beerdigungen gibt. Schon aus Gründen der Pietät wehrt sich der Suckower Bürgermeister gegen Vorschläge, kleine Friedhöfe zu schließen. „So kann man nicht heran gehen“, sagt der Bürgermeister.

Übrigens: Nach den Friedhöfen soll Kubus für die Gemeinden im Parchimer Umland auch Kalkulationen zu den Gebühren für die Feuerwehren und für die Gemeindehäuser erstellen.

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