Größtes Solarkraftwerk in MV : Sonnige Aussichten in der Lewitz

So in etwa könnte  das Solarkraftwerk in der Lewitz, das  mehr als 100 Megawatt  Strom liefern soll,  in der Zukunft  einmal aussehen.
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So in etwa könnte das Solarkraftwerk in der Lewitz, das mehr als 100 Megawatt Strom liefern soll, in der Zukunft einmal aussehen.

Lewitzrand und Tramm forcieren Gemeinschaftprojekt: Auf über 200 Hektar Ackerland soll 2014/2015 das größte Solarkraftwerk in MV entstehen. Man rechnet mit einer Investitionssumme von etwa 100 Millionen Euro.

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07. September 2012, 07:29 Uhr

Lewitzrand/Tramm | Die Nachbargemeinden Lewitzrand und Tramm haben große Pläne: Zwischen dem Lewitzrand ortsteil Klinken und dem Waldgebiet hinter Tramm soll südlich der L09 ein Solarkraftwerk entstehen. Seit etwa zwei Jahren laufen die Vorplanungen seitens beider Kommunen und des Investors, der Belectric. Und - vorausgesetzt, nichts läuft schief - wird hier in der Lewitz auf ca. 200 Hektar die bis dahin größte Photovoltaikanlage im Norden Deutschlands entstehen. Die Anlage soll eine Leistung von 100 Megawatt haben, wobei der erzeugte Strom direkt in die 380-kV-Leitung eingespeist wird.

"Das Raumordnungsverfahren für unser Gemeinschaftsprojekt ist inzwischen erfolgreich verlaufen", sagte Wolfgang Hilpert, Bürgermeister der Gemeinde Lewitzrand gegenüber unserer Redaktion, und er ist froh. Immerhin stecken bis hierher schon zwei Jahre Vorarbeit in dem Projekt, und jede Menge "Hausaufgaben warten noch", so der Bürgermeister.

In den kommenden Wochen und Monaten werden Hilpert und sein Trammer Amtskollege Manfred von Walsleben in die nächsten Abstimmungsrunden mit den Projektentwicklern von Belec tric gehen. Hierbei geht es darum, die Voraussetzungen für die rasche Durchführung von Flächennutzungs- und Bebauungsplanung zu schaffen, um nachfolgend das Projekt in die Bauphase zu bringen. "Interne Zielstellung ist", so Wolfgang Hilpert, "Mitte, Ende kommenden Jahres Baurecht zu haben und dann in 2014 den ersten, in 2015 den zweiten Bauabschnitt des Kraftwerks zu realisieren."

Die Firma Belec tric - Weltmarktführer in der Entwicklung und im Bau von Freiflächen-Solarkraftwerken und Photovoltaik-Dachanlagen mit Hauptsitz in Kolitzheim (Unterfranken) - hat ihr Großprojekt von Beginn an ohne das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geplant. "Auf diese Weise hätten wir hier ohnehin kein Geld bekommen", hatte Projektentwickler Ulrich Mertens bereits im Frühjahr diesen Jahres gegenüber unserer Zeitung betont. Wegen Überförderung von Solarstrom und einem Kostenrückgang beim Herstellen von Solarmodulen hatte die Bundesregierung vor zwei Jahren damit begonnen, die Preise zu senken, die Energieunternehmen bei der Abnahme des anfallenden Sonnenstrom zahlen mussten. Belectric suchte deshalb Partner in der Energiebranche, der den Sonnenstrom abnimmt und in sein Netz einspeist.

2010 - die Informationsveranstaltungen mit den Flächeneigentümern und Einwohnern beider Gemeinden waren mit großer Zustimmung über die Bühne gegangen - war man von 200 Millionen Euro Investitionssumme ausgegangen. Momentan rechnet man mit etwa 100 Millionen. Auch hier sind die inzwischen gesunkenen Preise für die Solartechnik der Grund.

Wolfgang Hilpert hofft für die Zukunft, dass sich im Sog der Stromerzeugung die komplizierte Haushaltssituation seiner Gemeinde verbessert. Sein Amtskollege Manfred von Walsleben formulierte schon im Frühjahr leger, er hoffe, dass die Gewerbesteuern, die die von Belectric geplante Betreiberfirma vor Ort zahlen muss, weiteres Geld in die Kassen spült. Immerhin sind etliche Hektar der geplanten Kraftwerksfläche Gemeindeland.

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