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Parchim : Solo und trotzdem selten allein

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Gemeinschaft von 33 Wohnmobil-Solisten veranstalteten Mecklenburgtreffen in Parchim und Neustadt-Glewe

Allein Urlaub machen - vielleicht nicht jedem sein Ding. Andere wiederum schwören auf das Alleinreisen. Sie meinen, so lerne man erst recht und ziemlich schnell neue Leute kennen. Unfreiwillig allein sind häufig Menschen im höheren Alter. Doch auch sie wollen reisen, neue Gegenden erkunden, neue Kontakte knüpfen. Reisende im Wohnmobil, die ohne Beifahrer, also völlig „solo“ durch die Lande ziehen, nennt man in der Campingszene „Solisten“. Zusammen ist man weniger allein - nach der Devise reisen z.B. die „Wohnmobil-Solisten-Sterne“, eine Art Klub, der sich über das Internet organisiert. Über ein exklusives Forum veranstalten die Mitglieder Treffen und gemeinsame Touren. Diese Woche machte eine Sternen-Gruppe von 33 Wohnmobilisten Halt am Parchimer Fischerdamm. Radeln, bummeln, die Gegend erkunden, grillen und tanzen - die Caravanbesitzer genossen das Beisammensein in vollen Zügen.


Mecklenburg in acht Tagen erkundet


Gestern stieg auf den Hafenterassen die Abschiedssause. Das achttägige Mecklenburgtreffen, das zunächst in Neustadt-Glewe und seit Montag in der Eldestadt stattfand, organisierte die Parchimerin Annelie Bählkow, die ihren bundesweiten Campingfreunden unbedingt einmal ihre Heimatstadt präsentieren wollte. Tatkräftige Unterstützung erhielt sie von Hafenmeister Holger Nüsch und der Stadtverwaltung. Bereits 2016 managte Bählkow eine ähnliche Tour, damals machten etwa 15 Wohnmobilisten in Schwerin Station.

Alleinreisend und über 55 Jahre alt, so die Bedingungen, bei den Solisten-Sternen. Nach oben gibt es keine Grenzen. Die älteste Mobilistin am Fischerdamm war 84 Jahre alt, die Zweitälteste 81 Jahre alt. „Eine Person pro Mobil, das ist die Regel“, verriet Christiane aus Konstanz gegenüber der SVZ. Die Süddeutsche ist verwitwet und das ganze Jahr über in ihrer rollenden Wohnstube unterwegs. „Normaler Tourismus ist nichts für mich. Im Wohnmobil genieße ich absolute Freiheit. Wenn es mir irgendwo nicht gefällt, kann ich einfach weiterfahren.“


„Es interessiert nicht, wer hier was ist“


Das Schöne bei den Solisten-Sternen: sie sind überwiegend Rentner und ihr Berufsleben liegt Jahre zurück. D.h. sie führen keine Gespräche über Karriere, Status, Geld. „Das interessiert nicht, wer hier was ist. Ob Straßenkehrer oder Professor, ob kleiner oder großer Geldbeutel - hier sind wir alle gleich“, sagte Annelies Bählkow. Ihr Wohnmobil sei bereits ein älteres Modell, bei den Solisten-Sternen mache sie aber noch nicht so lange mit, erzählte sie.

Begeistert von Parchim und Umgebung nimmt die Clique heute Abschied von der Stadt. „Ich bin sonst immer an Parchim vorbei gefahren, jetzt weiß, wie schön das hier ist“, erzählte Christa aus Hannover. Zudem belobigte die Niedersächsin die Lage der Stellfläche: „Zwischen Wasser und Stadt: das ist ideal.“ Dem schloss sich der herzliche Rentner Werner aus Wittlich an: „Hier ist wirklich alles sehr gut organisiert. Die Stadt ist kulturell schön und die Freundlichkeit der Bevölkerung ist auch toll.“

 

 

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erstellt am 16.Jun.2017 | 12:00 Uhr

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