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Parchimer Zeitung

26. September 2017 | 02:23 Uhr

Parchim : So schmeckt große Politik am besten

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Direktkandidaten des Bundestagswahlkreises 13 schnippelten Salate, brutzelten Fleisch und beantworteten die Fragen eines jungen Publikums

Fazit: Das, was CDU und die Grünen gemeinsam zubereiten, schmeckt Jungwählern am besten. Oder: seltene Harmonie, partnerschaftlicher Zusammenarbeit - Vorzeichen für neue Partei-Konstellationen nach der Bundestagswahl? Ganz so ernst war der Auftritt der Direktkandidaten für den Bundestagswahlkreis 13 im Jugend- und Familienzentrum am Parchimer Südring nicht gemeint. Es war nämlich reiner Zufall, dass die Christdemokratin Karin Strenz und Claudia Schulz (Grüne) einander als Köche zugelost wurden. Ebenso wie Horst Krumpen (Linke) und Chris Rehhagen (FDP). Bei Frank Junge (SPD) assistierte der Parteilose Dirk Leverenz.

Das, was der Kreisjugendring ausgeheckt hatte, stellte so manches großspurige Fernseh-Format locker in den Schatten. Kurzweilig, auf den Punkt gebracht: Beim Grill-Duell präsentierten sich fünf Direktkandidaten einem jungen, äußerst wissbegierigen und munteren Publikum. Nach einer schnellen Vorstellungsrunde ging es gleich zur Sache. Über Erst- und Zweitstimme wurde ebenso informiert wie über Überhang- oder Ausgleichsmandate. Zwischen 670 und 740 Abgeordnete wird der neue Bundestag nach seiner Wahl am 24. September zählen, schätzen die Kandidaten.
Während sie Salat schnippelten und Fleisch grillten, prasselten die Fragen von mehr als 50 Kindern und Jugendlichen über sie herein. Im Südring-Zentrum darf schon ab 16 gewählt werden - symbolisch, versteht sich. Doch worin unterscheiden sich die Programme der Parteien? Frank Junge (SPD) macht sich für kostenfreie Bildung, Gratis-Kindergartenplätze und lückenlose, schnelle Breitbandversorgung im ländlichen Raum stark. Karin Strenz (CDU) sieht Nachholbedarf beim Schuldenabbau und kämpft für Bildungsabschlüsse, die von Bundesland zu Bundesland vergleichbar sind. Für Claudia Schulz (Grüne) stehen Klimaschutz, artgerechter Tierhaltung und faire Löhne obenan. Horst Krumpen (Linke) will das Kindergeld erhöhen, Mindestrenten sowie eine kostenlose Gesundheitsversorgung durchsetzen und die Rüstungsausgaben beschränken. Chris Rehhagen (FDP) fordert die Beteiligung des Bundes am Bildungswesen der Länder, eine schnelle Digitalisierung der Schulen, mehr Sicherheit durch mehr Polizisten und stärkeren Datenschutz.

Wenn die Kandidaten ihre Positionen vorstellten, spendete das Publikum Szenenbeifall und zeigte grüne Karten, aber auch Unmutsbekundungen und rote Karten, vor allem bei zu langen Monologen.

Um dem Zustrom von Flüchtlingen entgegenzuwirken, fordert Karin Strenz, sichere Herkunftsländer zu definieren und ein einwandfreies Einwanderungsgesetz zu beschließen. Die Ehe ist für die Christdemokratin unstrittig allein ein Bündnis zwischen Mann und Frau.
Frank Junge will mehr Geld für eine Vereinheitlichung der polizeilichen Computernetze ausgeben. Gleichgeschlechtliche Ehen sind für ihn selbstverständlich. Seine Kochkünste sah die dreiköpfige Jury – Justin (15), Paul (14) und Alia (14) – auf dem zweiten Platz. Das Duo Krumpen/Rehhagen belegte beim Grill-Duell zur Bundestagswahl den dritten Platz.

Am kommenden Freitag, 15. September, plant der Kreisjugendring eine Neuauflage dieser Veranstaltung in Grabow. Dann stehen im DRK-Kinder- und Jugend-Freizeithaus „Blue Sun“ (Kießerdamm 19) die Direktkandidaten des Wahlkreises 12, Andrè Walther (Die Linke), Mathias Engling (Bündnis90/Die Grünen), Martina Tegtmeier (SPD) und Stev Ötinger (FDP), Rede und Antwort.

Horst Kamke

 

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