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Parchimer Zeitung

25. November 2017 | 06:34 Uhr

Parchim : Smilla hat die ersten Pilze entdeckt

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Auftakt des Pilzjahres ist vielversprechend. Jede Menge Pfifferlinge in Wäldern der Region. Erstmals eine Pilzwanderung per Fahrrad in Parchim.

von
erstellt am 31.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Da leuchteten nicht nur die Augen der anderthalbjährigen Smilla und ihrer Mutter Birgit Dorn. Schneller als gedacht hat sich der Korb bei einem Ausflug in die Umgebung von Parchim mit prächtigen Pfifferlingen gefüllt. Man muss nur wissen, wo die begehrten Pilz zu finden sind. Und da hatten beide einen großen Vorteil. Begleitet von Vater und Großvater Jürgen Gärtner konnte nichts schief gehen. Kaum einer kennt die heimischen Wälder und die schönsten Pilzstellen besser als der 68-Jährige. Schließlich beschäftigt ihn das Thema schon mehr als 45 Jahre. Für Jürgen Gärtner war in der Jugendzeit ein Pilzfund das Schlüsselerlebnis. Bei einem Campingurlaub hätte er fast eine Pfanne mit Hexenröhrlingen zubereitet. Zweifel und der Gang zum Experten bewahrten ihn und die Familie vor einem folgenreichen Abendessen. Danach wollte er es genau wissen und wurde Pilzberater.

Auch wenn es vielen schwer fällt, dem Sommer 2017 etwas Gutes abzugewinnen, sieht das Jürgen Gärtner etwas differenzierter. „Feucht und warm lieben es die Pilze. Da stimmt derzeit der Mix“, gibt der Experte zu bedenken.

Pilzexperte Jürgen Gärtner (2.v.r.) lädt auch in diesem Jahr zu geführten Führungen in die Parchimer Umgebung ein.
Pilzexperte Jürgen Gärtner (2.v.r.) lädt auch in diesem Jahr zu geführten Führungen in die Parchimer Umgebung ein.

Täublinge, Rüblinge und Pfifferlinge sowie vereinzelt Steinpilze sind auch in Wäldern rund um die Kreisstadt zu entdecken. „Vor allem Pfifferlinge gibt es in großer Zahl. Man muss natürlich zur rechten Zeit am richtigen Platz sein. Mitunter sind auch diese Speisepilze aufgrund der starken Niederschläge etwas wässrig“, so Jürgen Gärtner. „Die Chancen für ein gutes Pilzjahr stehen hervorragend. Nachdem es im Vorjahr fast keine Pilze gab, ist dies erfreulich“, gibt er zu bedenken. Mit Beginn der Pilzsaison bieten auch die Pilzberater ihre Dienste an. Neben Jürgen Gärtner in Parchim steht auch Lothar Strelow aus Techentin als Ansprechpartner zur Verfügung. Insgesamt gibt es im ganzen Landkreis Ludwigslust-Parchim aber nur fünf Pilzberater und in der Landeshauptstadt zwei Ansprechpartner. „Viele nutzen auch Angebote im Internet oder als App. Doch es ist für Laien mitunter schwierig, Doppelgänger zu unterscheiden“, meint Jürgen Gärtner. Auch in diesem Jahr gab es in Parchim bereits einen ersten Zwischenfall. In der Asklepiosklinik, die eng in diesen Fragen mit dem Pilzberater zusammenarbeitet, musste eine Vergiftung nach einer Pilzverwechslung behandelt werden. „Die Zahl der giftigen Doppelgänger nimmt zu“, meint der Experte. Ein Beispiel sei der beliebte und essbare Wiesenchampion und sein giftiger Doppelgänger, der in diesem Frühjahr in großer Zahl vorkommt. Auch die gefährlichen Knollenblätterpilze oder der Gifthäubling als Doppelgänger des Stockschwämmchens sind präsent. Der Grünling, der Muskelschwäche auslöst und deren Verzehr sogar tödlich enden kann, folgt in den kommenden Wochen.

So wie seit Jahren wird Jürgen Gärtner auch wieder zu Führungen einladen. Als seinen Beitrag zur Aktion „Stadtradeln“ ist er am 28. August, dem Starttag, mit einer Pilztour per Fahrrad dabei. Eine zweite folgt. Und auch für Besucher des Clubs am Südring ist eine Pilzexkursion wie in den Vorjahren fest eingeplant.

 

 

Wolfried Pätzold

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