Domsühl : Sie zaubern mit Deko und Licht

Carsten Brüning, Mathias Dehn und Hendrik Liebenow (v. l.) in der Domsühler Werkstatt. Hier entstehen Installationen mit riesigen Blüten für weitere große Partys.
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Carsten Brüning, Mathias Dehn und Hendrik Liebenow (v. l.) in der Domsühler Werkstatt. Hier entstehen Installationen mit riesigen Blüten für weitere große Partys.

Domsühler Unternehmen sorgt für besondere Lichtblicke in Parchim. Innovative Firma ist auf sechs Mitstreiter gewachsen

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29. März 2016, 12:00 Uhr

Junge Leute aus Domsühl sorgen für besondere Blickpunkte in Parchim. Aus ihrer Werkstatt stammt ein großes Osternest, das am Wochenende die Party in der Stadthalle dekorierte. Und ihre Kunstwerke sind seit drei Jahren die Attraktionen eines besonderen Spektakels in der Kreisstadt – bei der Licht- und Dekorationsausstellung Luda in der Adventszeit.

Die Dekorationen dafür sind alle handgemacht und entstehen in einer früheren Scheune in Domsühl. Hier hat die Firma Uhu-Deko & More ihren Sitz, eine GbR mit Mathias Dehn und Hendrik Liebenow an der Spitze. Die Scheune aus dem Jahr 1936 gehörte zu einem Bauernhaus, das die Vorfahren von Mathias Dehn errichtet hatten.

Hendrik Liebenow hatte Landschaftsgärtner gelernt, Mathias Dehn Kaufmann für Spedition und Logistik. Sie begannen zunächst als Hobby damit, für Partys in der Region Dekorationen zu basteln.

Die erste, die sie ausstatten, war die „Moes Mental Memorial“, die 2008 in der Kiesgrube Friedrichsruhe gefeiert wurde. Anlass war der 23. Geburtstag ihres heutigen Kollegen Carsten Brüning, mit Spitznamen Moe genannt. Zur Party kamen sehr viele Gäste.

Auf einer weit größeren Veranstaltung, einer Goa-Party in Blievenstorf, gestaltete das Domsühler Team 2010 einen Floor, sprich einen ganzen Tanzbereich. Auf solchen Partys erwarten die Besucher auch immer Kunst, erklären Mathias Dehn und Hendrik Liebenow. Sie legten in den Anfangsjahren 50 Euro von ihrem Lehrlingsgeld beiseite, um Stoffe und andere Materialien für Dekorationen zu bauen. Sie nutzten zu Beginn die einfachsten Mittel. Beispielsweise für Fadenkunst, bei der Wollfäden zwischen Nägeln gespannt und mit Schwarzlicht beleuchtet wurden.

In einer Phase, als die frisch ausgebildeten jungen Leute keine Arbeit fanden, entschlossen sie sich, aus ihrem Hobby in die Selbstständigkeit zu starten. Ein Gründungszuschuss vom Arbeitsamt wurde ihnen verwehrt, berichten die beiden. Begründung: Sie hätten mit ihren erlernten Berufen auswärts eine Chance auf Jobs gehabt. „Wir hatten immer ganz gute Unterstützung von der Familie“, sagt Mathias Dehn. Ende 2012 zog Hendrik Liebenow in eine Wohnung auf dem Dehnschen Grundstück. Die jungen Leute sparten die Mietkosten.

Der Start in die Selbstständigkeit 2013 war holprig, blickt Matthias Dehn zurück. Und holprig sei es auch heute noch.

Schon vorher, zur 700-Jahr-Feier in Domsühl (2012), hatten die jungen Leute ihr Grundstück dekoriert. Und die Kunst, die eigentlich für Goa-Partys gemacht war, gefiel auch den Nachbarn. Das inspirierte das Team, die Dekorationen in größerem Rahmen zu zeigen. Zusammen mit einem anderen Akteur, den sie von Goa-Partys kannten - mit Michael Gronwald – formierten sie sich als Team Strahlemann und Söhne, um im Dezember 2013 die erste Licht- und Dekorationsausstellung (Luda) in der Parchimer Innenstadt zu gestalten. Mit einem Riesenerfolg. Besucher aus Nah und Fern waren begeistert von der Lichtkunst. Die Luda wuchs immer mehr und erlebte im Vorjahr bereits ihre dritte Auflage.

Auch die Firma ist gewachsen. Zu ihr gehören neben Mathias Dehn und Hendrik Liebenow vier Angestellte. Die Domsühler bauen ihre Dekoration nicht nur für ihre eigenen Installationen, sondern vermieten sie auch. Außerdem ist der Messebau im Auftrag von anderen Firmen ein Standbein. Gerade war ein Teil des Teams auf Montage in Holland, wo ein Gartencenter eingerichtet wird. Die Domsühler Monteure sind u.a. in Deutschland, Italien und der Schweiz tätig. Ihre Dekorationen für Partys kamen u.a. in der Slowakei, in Dänemark, der Schweiz, in Schweden und verschiedenen Regionen in Deutschland zum Einsatz.

Auf den Goa-Partys erwarten die Besucher immer neue überdimensionale Kreationen. So wird derzeit in Domsühl an großen Blüten gebaut.

Die Form von Kunst, die auf der Luda in Parchim zu sehen ist, wollen die Domsühler in andere Regionen exportieren. Es gibt viele Lichterfeste, zum Teil sind sie eingeschlafen, sagt Hendrik Liebenow. Da sei viel Potenzial. Die Domsühler sind am 1. April beim Lichterfest in Grabow dabei. Mit anderen Städten verhandeln sie.

Dabei setzen sie auch weiter auf gemeinsame Projekte mit dem Mitinitiator der Luda Michael Gronwald. Durch Bekannte von Musikfestivals können sie auf ein ganzes Netzwerk zurückgreifen und viele Bereiche abdecken, so die Domsühler: von der Lichtkunst über Dekorationen bis zu Videoinstallationen.

Für ihr innovatives Konzept wurde die Firma 2014 in einem landesweiten Wettbewerb des Wirtschaftsministeriums als Kreativmacher geehrt.

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