Landtagswahl MV : Sie fand Politik schrecklich

Britta Brusch-Gamm in ihrer Heimatstadt Crivitz.
Britta Brusch-Gamm in ihrer Heimatstadt Crivitz.

Britta Brusch-Gamm kandidiert bei den Landtagswahlen am 4. September im Wahlkreis 32 für die Achtsamen Demokraten

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30. August 2016, 09:00 Uhr

„Eigentlich wollte ich mit Politik nicht zu tun haben“, sagt Britta Brusch-Gamm, heute ehrenamtliche Bürgermeisterin von Crivitz, die für die Achtsamen kandidiert. „Ich fand Politik schrecklich.“ Doch ihr wurde klar: „Wenn ich was verändern will, muss ich etwas tun.“ Als gefährliche Entwicklung in der Politik erkannte die Crivitzerin, „wenn man nicht mehr zuhört.“ Nach ihrem Schulbesuch in Wittenberge hatte Britta Brusch-Gamm Kindergärtnerin gelernt und bis 1996 als Erzieherin in Crivitz gearbeitet. „Mit der Wende musste ich mich umorientieren, weil es einen Erzieherüberschuss gab und machte mich selbstständig“, berichtet sie. Seitdem arbeitet sie als Versicherungsmaklerin. Sie ist verheiratet, hat zwei erwachsene Töchter und eine Enkeltochter.

Auf die politische Schiene kam sie, als sie sich einmischte, als ihrer Stadt neue Sportstättengebühren erlassen wollte. Und als der Kindergarten einen religiösen Träger bekommen sollte.

Mittlerweile hat die 52-Jährige sich den Achtsamen Demokraten angeschlossen, bei denen sich vorrangig Bürgermeister und Kommunalpolitker engagieren. „Wir kennen die Sorgen und Nöte der Bürger“ sagt sie. Als falschen Kurs sieht sie die vom Land vorangetriebenen kommunale Fusionen. „Wir bauen immer größere Verwaltungsstrukturen auf und machen es immer komplizierter“. Brusch-Gamm setzt sich dafür ein, dass die Bürger viel mehr gefragt werden - ob bei Windenergie oder Fusionen.

Auf die Frage, warum sie jetzt für den Landtag kandidiert, sagt sie: „Weil ich mit Meckern nichts ändere. Protest wählen oder gar nicht wählen, löst keine Aufgaben. Von den ,Altparteien’ bin ich enttäuscht.“ In unserem Land seien seit der letzten Kommunalwahl 2014 etwa 60 Prozent der gewählten Bürgermeister und Kommunalpolitiker parteilos. „Diese politische Kraft will ich bündeln in vernünftiger Sachpolitik, so wie wir es regelmäßig vor Ort leisten.“

Ihr wichtigstes Anliegen sei, bei wichtigen Entscheidungen die Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger einzuwerben. Abgewiesene Volksbegehren sollten ihrer Meinung nach der Vergangenheit angehören. „Wir brauchen Ermöglichen nicht Verhindern! Den Menschen zuhören, ihre Sorgen und Nöte aufnehmen und Lösungen dafür finden.“ Die Kommunen und Land sollten eine Einheit sein, meint sie. Skeptisch sieht sie die Aussage, dass es dem Land gut gehe. Sie verweist auf Kinderarmut; zunehmend verschuldete Gemeinden, von denen weitere Steuerhöhungen und die Reduzierung freiwilliger Leistungen gefordert werden; steigende Altersarmut; Fachkräftemangel trotz weiterer Arbeitslosigkeit. Brusch-Gamm: „Dem Land geht es gut, den Gemeinden nicht, denn sie sind von SPD und CDU kaputt gespart worden.“ Wenn sie gewählt werden würde, steht als erstes auf ihrer Agenda: „Für unsere Familien die Einführung des Kinder- und Seniorenpasses für einen kostenlosen ÖPNV und schrittweise hin zu kostenfreien Kitas. Neue Windkraftanlagen nur mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort und im Einklang mit Natur und Tourismus. Mehr Polizistinnen und Polizisten und bessere Ausstattung für unsere Sicherheit im Land. Unsere Kommunen brauchen dringend eine bessere Finanzausstattung. Schluss mit ,Zwangsfusionen’ und dem Zentralisierungswahn.“



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