Parchim : Sicherster Landkreis im Nordosten

Kriminalrat Dirk Hoffmann sieht Wohnungseinbrüche als Schwerpunkt seiner Arbeit. Fotos: Bölsche
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Kriminalrat Dirk Hoffmann sieht Wohnungseinbrüche als Schwerpunkt seiner Arbeit. Fotos: Bölsche

Kriminalstatistik für 2016 vorgestellt / Parchimer Region negativer Spitzenreiter bei Körperverletzungen und Tankbetrug

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07. April 2017, 20:45 Uhr

Verbrecher sollten künftig einen Bogen um den Landkreis Ludwigslust-Parchim machen. Denn der ist jetzt der sicherste im ganzen Bundesland. Das verkündeten gestern der oberste Polizist im Kreis Hans-Peter Günzel und Kripochef Dirk Hoffmann. Aber auch im sichersten Landkreis werden immer mehr Polizisten zum Ziel von Attacken. Und: Die Zahl der Wohnungseinbrüche geht zwar zurück, bleibt aber auf hohem Niveau.

Registrierte die Polizei im Jahre 2015 noch 12 157 Straftaten, waren es im vergangenen Jahr 11 945. Das sind pro 100 000 Einwohner 5579 Straftaten, landesweit sind es 7632. Auch die Aufklärungsquote blieb auf einem hohen Niveau und betrug im vergangenen Jahr 60,3 Prozent (2015 = 61,3 Prozent).

Zu den Details in unserer Region. Bei den Raubstraftaten wurden 54 Anzeigen aufgenommen, allein 12 (+6) im Amt Sternberger Seenlandschaft und 9 (+2) in der Stadt Parchim. Zurückgegangen sind in Parchim dagegen die Körperverletzungen. Waren es im Jahre 2015 noch 158 Delikte, so wurden im Vorjahr 133 gezählt. Damit ist die Stadt Parchim allerdings Spitzenreiter vor Hagenow mit 112. Völlig unakzeptabel seien die steigenden Zahlen bei den Straftaten gegen Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte. Mit 45,71 Prozent stieg die Zahl (35) gegen über denen des Jahres 2014. 51-mal wurde 2016 der Tatbestand „Widerstand gegen Vollzugsbeamte“ registriert.

Der Spitzenreiter bei den Tankbetrügereien ist auch in unserer Region zu finden. Von 359 Fällen wurden im Amt Parchimer Umland allein 149 gemeldet. Während ein Betrug in Spornitz verzeichnet wurde, so waren es 148 an den Tankstellen der A 24 in Stolpe. Der Zweitplatzierte ist mit 41 Fällen das Amt Zarrentin.

„Einbrüche sind ein hochsensibles Thema für jeden Betroffenen und auch für die öffentliche Wahrnehmung“, so Kriminalrat Dirk Hoffmann. Tendenziell rückläufig, aber immer noch auf hohem Niveau, entwickelte sich das Geschehen. Bearbeiteten die Kriminalisten 2015 insgesamt 226 Wohnungseinbrüche, waren es im vergangenen Jahr 176 Delikte. Örtliche Schwerpunkte dabei waren die Regionen in und um Zarrentin (23), Die Region Crivitz und Ostufer Schweriner See (22), die Stadt Parchim (18), die Region Wittenburg (14) und die Stadt Boizenburg (14). Zu diesen Einbrüchen hat die Polizei im vergangen Jahr insgesamt 110 Tatverdächtige ermitteln können, davon 34 nichtdeutsche Tatverdächtige.

Nach 2014 und 2015 sind die Autodiebstähle erneut rückläufig. Wurden 2014 noch 89 Autodiebstähle bearbeitet, waren es im Jahr 2015 noch 59 und im letzten Jahr 55 Delikte. Diebstähle aus Kraftfahrzeugen gab es ebenfalls weniger (2015 = 572, 2016 = 531 bearbeitete Fälle).

Alle Straftaten zusammen genommen, werden sie meist von Einheimischen verübt. Im Amt Parchimer Umland waren es 46 Nichtdeutsche gegenüber 177 deutschen Tatverdächtigen. Im Amt Eldenburg Lübz ist das Verhältnis 32 zu 285, im Amt Sternberger Seenlandschaft 17 zu 348, in der Region Plau 12 zu 170 und 4 zu 131 im Amt Goldberg-Mildenitz. Auch in der Kreisstadt Parchim waren es 85 Nichtdeutsche, aber 472 deutsche Tatverdächtige.

Enkeltrickbetrüger blieben in den meisten Fällen (57) erfolglos. Hier sehen die Beamten auch weiteren Handlungsbedarf und wollen die Prävention in Seniorenheimen und Veranstaltungen mit älteren Mitbürgern verstärken. Überhaupt ist die Präventionsarbeit sehr wichtig, denn „mehr Aufklärung sorgt für weniger strafbare Handlungen“.

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