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Parchimer Zeitung

25. November 2017 | 01:24 Uhr

Polizei : Sichere Weihnacht? Wir sind da

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Dienstbereit an den Festtagen: SVZ sprach mit dem Leiter der Polizeiinspektion Ludwigslust Polizeidirektor Hans-Peter Günzel

svz.de von
erstellt am 24.Dez.2015 | 08:00 Uhr

Polizeidirektor Hans-Peter Günzel leitet die Polizeiinspektion Ludwigslust, zu der auch das Polizeihauptrevier Parchim gehört. Sein Verantwortungsbereich umfasst den gesamten Landkreis Ludwigslust-Parchim mit einer Fläche von 4752 Quadratkilometern und rund 212 000 Einwohnern. Günzel ist verantwortlich für sechs Polizeireviere, dazu für das Autobahn- und Verkehrspolizeirevier Stolpe sowie ein Kriminalkommissariat mit mehreren Außenstellen.

Redakteur Udo Mitzlaff sprach mit Hans-Peter Günzel über die Sicherheit an den bevorstehenden Festtagen.

Können wir ein sicheres Weihnachtsfest feiern?

Hans-Peter Günzel: Ich wünsche allen ruhige und besinnliche Feiertage. Wir freuen uns sicher alle auf ein paar Tage, an denen wir Luft holen können. Für den Fall der Fälle können sich die Bürger aber darauf verlassen: Wir sind auch über die Feiertage da. An dieser Stelle möchte ich den Kollegen, die ihren Dienst verrichten, für ihren Einsatz danken.

Häufen sich über die Feiertage bestimmte Lagen?

Die Suizidgefahr bei vereinsamten Menschen ist höher, aber bisher sehen wir keine auffälligen Fallzahlen. Vor der Feuergefahr durch brennende Kerzen an Weihnachtsbäumen kann man nicht oft genug warnen.

Leben wir generell in einem sicheren Landkreis?

Ja. Das lässt sich anhand der Kriminalitätsbelastung belegen. Danach ist Ludwigslust-Parchim einer der sichersten Landkreise. Die Kriminalitätsbelastung liegt unter dem Landesschnitt. Sogar im Vergleich mit Bundesländern schneiden wir gut ab.

Gibt es konkrete Zahlen?

Mit 5890 Straftaten pro 100 000 Einwohner im Jahr 2014 ist der Landkreis Ludwigslust-Parchim der zweitsicherste Landkreis Mecklenburg-Vorpommerns. Im Jahr zuvor wurden noch 6320 Straftaten auf 100 000 Einwohner registriert. Die Aufklärungsquote beträgt 61 Prozent, ein Anstieg gegenüber 2013 um zwei Prozent.

Liegt der Erfolg nur an der guten Arbeit Ihrer Kriminalisten?

Wir können vieles aufklären, weil uns die Bevölkerung unterstützt. Dafür möchte ich mich bei den Bürgern bedanken. Es hat sich ein Vertrauen aufgebaut, dass wir mit den Informationen ordentlich umgehen. Wir zeigen bei unserer täglichen Arbeit, dass wir den Dingen auch wirklich nachgehen und die Fälle dann aufklären.

Ein Baustein war die Einrichtung des Kriminaldauerdienstes?

Ja. Der Kriminaldauerdienst ist rund um die Uhr am Start. Die Kollegen arbeiten vor Ort alles ab, sichern Spuren, die noch frisch sind, nehmen Hinweise gleich vor Ort auf. Damit wollen wir auch Härten für Bürger vermeiden, wie etwa gesonderte Zeugenvorladungen, die Zeit kosten.

Gehen Sie offensiv mit Kriminalitätsschwerpunkten um, warnen und informieren schnell?

Mir liegt sehr viel daran, auftretende Kriminalitätsschwerpunkte und -phänomene sofort anzugehen und möglichst schnell aufzuklären, um Unruhe unter der Bevölkerung zu vermeiden. Dazu gehört eben auch die Information an die Bürger, dass wir ihnen offen und zeitnah sagen, wo gegenwärtig der Schuh drückt. Dadurch haben sie die Möglichkeit, sich darauf einzustellen und sich nach unseren Hinweisen und Empfehlungen bestmöglich vor Straftaten zu schützen. Gut gelungen ist uns das beispielsweise bei der Verdrängung von Trickbetrügern, die mit telefonischen Gewinnversprechen versuchten, an das Geld meist älterer Menschen zu kommen.

Also Aufklärung als wichtige Polizeiarbeit?

Im Rahmen der eigenen Kriminalitätsprävention haben vornehmlich die Präventionsberater der Polizeiinspektion Ludwigslust im vergangenen Jahr 222 Veranstaltungen und Aktionen – meist im Umfeld von Kindertagesstätten und Schulen - mit mehr als 6400 Teilnehmern durchgeführt. Die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer waren demzufolge Kinder und Jugendliche. Aber auch in Senioreneinrichtungen und auf Elternabenden waren die Präventionsbeamten tätig.

Zu den Schwerpunkten kommen die vielen kleinen Alltagsfälle und in diesem Herbst die Flüchtlingssituation. Wie gefordert sind Ihre Kollegen?

Die Dauerbelastung der Kollegen ist hoch. Es sind nicht die großen Einsätze, es sind die ständigen kleinen Einsätze wie Goa-Partys oder MVgida-Demonstrationen, die in der Summe die Belastung der Kollegen erhöhen. Dabei kommt schon ein stattlicher Überstundenberg zusammen.

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