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Parchimer Zeitung

25. November 2017 | 04:57 Uhr

Parchim : Seine Worte sind Farben

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Jubiläumsschau: Horst Holinski gestaltet 150. Ausstellung der Galerie „ebe“

Tatsächlich, es ist die 150. Ausstellung, die jetzt in der Galerie „ebe“ eröffnet wurde und Galerist Eckhard Bergmann kann diese beeindruckende Zahl wohl selbst am wenigsten glauben. „Ich habe eben immer nur weiter gemacht“, sagt er lächelnd dazu, während er mit seinen einführenden Worten das Publikum und den Maler begrüßt.

Horst Holinski heißt er, lebt und arbeitet in Zittow bei Schwerin und ist seit fünfundfünfzig Jahren freischaffend. Aquarelle, Bilder in Acryl und Skizzen hat er mit nach Parchim gebracht und zeigt zum größten Teil die Natur aus verschiedenen Perspektiven in den unterschiedlichsten Motiven und Formaten. Auffällig, die breite Farbpalette, derer sich Horst Holinski bedient. Kraft – und wirkungsvoll lässt sie den Betrachter vor seinen Werken verweilen und das Motiv ergründen.

So großformatig die Bilder zum Teil auch sind, so sind sie dabei nie aufdringlich, sondern erzählen in ihrer ganz eigenen, atmosphärischen Sprache von „Rügen“, einer „Herbstlandschaft“, von „Stockrosen“, dem „Herbstwind“ und vielem anderen, was uns täglich begleitet und begegnet. Er rede nicht gern und viel, auch nicht über sein Werk, sagt Horst Holinski während der Vernissage. „Meine Worte sind Farben“, bringt er es schlicht und einfach auf den Punkt. Farben inspirieren ihn und er versuche in seinen Bildern zu zeigen, wie das Jahr mit seinen Jahreszeiten durch ihn und sein Leben gehe. „Er ist mit seinem Stil ein Meister der Farbe“, beschreibt Eckhard Bergmann den Maler. Und tatsächlich haben seine Bilder eine gewisse Strahlkraft. Gekonnt und mit Struktur weiß er Licht und Schatten darzustellen, zelebriert das Werden und Vergehen der Natur, macht es sichtbar und berührt damit auf leise, stille Weise.

„Vielleicht sehen Sie meine Bilder und denken, so habe ich das noch gar nicht betrachtet“, sinniert Horst Holinski am Schluss seiner kleinen Rede. Und vielleicht geschieht genau das mit dem Betrachter, wenn er in die Farben und Motive dieses Malers eintaucht.

Horst Holinski wurde 1936 in Weimar geboren. Nach seiner Ausbildung zum Porzellanmaler besuchte er von 1956 bis 1961 die Hochschule für Bildende Künste in Dresden, die er mit dem Diplom als Wandmaler abschloss. Wichtige Lehrer in dieser Zeit sind Erich Fraaß, Alfred Hesse und Heinz Lohmar. Seit 1961 ist Horst Holinski freischaffend tätig, erst in Schwerin, seit 1991 in Zittow. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit, engagierte er sich auch längere Zeit kulturpolitisch und war von 1975 bis 1979 Vorsitzender des Verbands Bildender Künstler im Bezirk Schwerin, Mitglied des Künstlerkollektivs Bannewitz und des Künstlerbundes Mecklenburg. Studienreisen führten ihn u.a. nach Russland, Polen, Bulgarien, Ungarn, Italien und Albanien. 1977 wurde er mit dem Fritz-Reuter-Kunstpreis geehrt. 

Diese Ausstellung ist bis Ende Oktober zu sehen.
Galerie „ebe“, Lübzer Chaussee 7, 19370 Parchim, Tel. 0151 / 18004308
Öffnungszeiten: Dienstag, Donnerstag und Sonntag 14 bis 19 Uhr und nach tel. Vereinbarung

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