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Parchimer Zeitung

25. November 2017 | 05:18 Uhr

Parchim : Schwitzen für die Motivation

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Einmal in der Woche gibt Kampfsportler Jean-Pierre Schulz in der Pestalozzischule eine zusätzliche Sporteinheit

von
erstellt am 24.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Immer wieder montags in der fünften und sechsten Stunde geht es in der Turnhalle der Parchimer Pestalozzischule ziemlich zur Sache. Etwa 20 Schüler aus verschiedenen Klassenstufen dürfen hier in zwei Gruppen exklusiv mit einem Weltmeister trainieren: Jean-Pierre Schulz aus Kladrum startete seine sportliche Biografie vor etwa 20 Jahren in Crivitz. Da war er noch nicht einmal ein Schulkind. Durch harte Arbeit schaffte er es bis in den Bundeskader und stand im Karate bzw. in den gemischten Kampfkünsten (MMA) neunmal als Deutscher Meister, zweimal als Europameister sowie zweimal als Weltmeister ganz oben auf dem Siegerpodest. Heute ist der 24-Jährige, der mit der A-Klasse über die höchstmögliche Trainerlizenz verfügt, hauptberuflich als Personaltrainer im Bereich Kampfsport/Selbstverteidigung tätig – deutschlandweit, hauptsächlich im Schweriner, Parchimer und Ludwigsluster Raum. Seine Philosophie: „Karate ist Lebenskunst.“

Für die Jungen und Mädchen der Parchimer Schule in der Brunnenstraße legt Jean-Pierre Schulz keinen Schongang ein. Er erwartet von ihnen, dass sie sich anstrengen, Bereitschaft zeigen, den inneren Schweinehund zu besiegen und auch mal bis an die Grenzen zu gehen. So wie er es ebenfalls oft getan hat, um etwas zu erreichen. „Was wir anfangen, bringen wir auch zu Ende.“ Das ist ein Satz, den seine Schützlinge regelmäßig von ihm hören. Und sie beherzigen ihn. Am Ende der Trainingsstunde ist mancher über sich selbst erstaunt, was sich mit Biss, Willenskraft und Konzentration vollbringen lässt. Eine Erfahrung aus dem Sport, die sich 1:1 in andere Lebensbereiche übertragen lässt.

Diesen Effekt hatte sich Margit Bär erhofft, als sie im vergangenen Jahr an ihrer Schule, in der sie seit mittlerweile 17 Jahren als Schulsozialarbeiterin tätig ist, das sportliche Projekt etablieren konnte. Von Beginn an erhielt sie dabei die vollen Rückendeckung vom Lehrerteam.

Das Projekte sei als zusätzliches Angebot der Förderung und zur Motivation gedacht, unterstreicht die Schulsozialarbeiterin. Ihr gefällt, wie Trainer Jean-Pierre Schulz den Draht zu den Schülern findet, eine Atmosphäre des Respektes in der Turnhalle schafft, konsequent agiert und dabei stets auf gleicher Augenhöhe mit den Schülern arbeitet. Und sie beobachtet, wie er seinen Schützlingen kleine Tugenden mit auf den Weg gibt.

Deshalb ist Margit Bär auch so froh, dass dieses Projekt mit dem Beginn des neuen Jahres nahtlos weitergeführt werden kann: Nachdem die Sachkosten bis zum Ende des vergangenen Jahres aus Mitteln für die Schulsozialarbeit gefördert wurden, ist seit Januar vorübergehend der Schulförderverein der Pestalozzischule in die Bresche gesprungen. Er übernimmt die Finanzierung, bis die Mittel vom Landkreis an die freien Träger für die Schulsozialarbeit bewilligt sind. „Dafür bin ich dem Förderverein sehr, sehr dankbar“, unterstreicht Margit Bär.
 

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