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Neuregelung der EU-Agrarzahlungen : Schwierige Lage in der Landwirtschaft

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Der Hauptgeschäftsführer des Bauernverbandes MV malte die künftige Finanzlage der Landwirte in tristen Farben: Schon jetzt liege die EU-Direktzahlung der Betriebsprämie in MV unter dem Bundesdurchschnitt.

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erstellt am 05.Apr.2013 | 04:56 Uhr

DARGELÜTZ | "Es ist ziemlich optimistisch, von einem einheitlichen europäischen Agrarmarkt zu sprechen", zeigte sich Dr. Martin Piehl bei der Informationsveranstaltung des Bauernverbandes im Altkreis Parchim gänzlich ohne Illusionen. Der Hauptgeschäftsführer des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern malte die künftige Finanzlage der Landwirte im Nordosten der Republik in tristen Farben. Schon jetzt liege die EU-Direktzahlung der Betriebsprämie mit 299 Euro pro Hek tar in Mecklenburg-Vorpommern unter dem Bundesdurchschnitt von fast 317 Euro.

Bis 2020 seien hierzulande Verluste von mehr als vier Prozent zu befürchten. Hinzu komme, dass die EU-Kommission beabsichtige, die Betriebsprämie auf das Niveau einer Basisprämie abzusenken. Diese Grundlage soll künftig lediglich durch eine 30-prozentige so genannte Greening-Komponente aufgestockt werden können. Darunter sind Maßnahmen wie die Ausweisung ökologischer Vorrangflächen oder die Diversifizierung (Vielfalt) von Fruchtarten zu verstehen. Demgemäß sollen landwirtschaftliche Betriebe ab einer Größe von zehn Hektar mindestens zwei unterschiedliche Feldfrüchte anbauen. Diese Vorgaben gelten aber nicht für Betriebe, die mehr als 75 Prozent Grünlandanteil haben.

Martin Piehl: "Gute Landwirtschaft leistet ohnehin mehr als vom Gesetz vorgeschrieben." Falls ein Landwirt jedoch die Greening-Maßnahmen nicht einhält, wird ihm nicht nur seine entsprechende Prämie gestrichen. Vielmehr muss er darüber hinaus noch ein Viertel seiner Greening-Prämie als Strafe bezahlen. "Das bedeutet", so Dr. Piehl, "dass ein Betrieb im schlimmsten Fall insgesamt 37,5 Prozent seiner Beihilfen verliert." Auch soll es künftig keine Sonderzuwendungen für benachteiligte Gebiete mehr geben. So soll beispielsweise die Griese Gegend aus dem Fördertopf der EU herausfallen. Der Hauptgeschäftsführer des Bauernverbandes sieht zudem große Nachwuchsprobleme auf die Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern zukommen. Diejenigen Landwirte, die nach der Wende ihre Betrieben aufbauten, "gehen nach und nach aus dem Geschirr". Deshalb müsse der Ausbildungssektor gestärkt werden.

Nach der Bundestagswahl warte auf die neue Regierung viel Arbeit, meinte Dr. Martin Piehl. "So müssen unter anderem das Betriebsprämiendurchführungsgesetz und das Direktzahlungen-Verpflichtungsgesetz im Einvernehmen mit dem Bundesrat geändert werden."

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