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Lammzeit in Stolpe : Schwarze Schafe sind ganzer Stolz

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Kurt und Marianne Luckmann züchten in Stolpe sehr seltene schwarze ostfriesische Milchschafe - Lammzeit im vollen Gange

von
erstellt am 15.Feb.2015 | 12:06 Uhr

Es ist ein Wintermorgen wie aus dem Bilderbuch. Die Sonne gibt an diesem Samstagmorgen bereits alles. Als Kurt Luckmann die Stalltüren öffnet, können es die Schafe kaum erwarten. 24 Lämmer und die Muttertiere springen froh gelaunt ins Freie. Nur die beiden Böcke „Ergo“ und „Ludwig“ blicken gelassen auf die kleine Herde. „Wenn es unseren Schafen gut geht, sind auch wir glücklich“, meinen Marianne und Kurt Luckmann. Die beiden sind 74 Jahre jung und haben sich vor genau 30 Jahren den Traum von einer eigenen Schafzucht erfüllt. 1985 war es Liebe auf den ersten Blick. Auf einer Kreistierschau in Niedersachsen hatte das Hamburger Paar die schwarzen Milchschafe entdeckt. Obwohl beide in ihren Berufen als Tischler, Architekt und Außenhandelskauffrau bisher nur wenig mit Landwirtschaft am Hut hatten, ergriffen sie die Chance beim Schopfe, kauften einige Schafe und hatten schon drei Jahre später die eigene Herdbuchzucht aufgebaut. Dass ihre Schafe etwas ganz Besonderes waren, wurde Luckmanns nach und nach bewusst. Ostfriesische Milchschaf  sind sehr anpassungs- und widerstandsfähig. Die Rasse ist gerade  für kleine Höfe hervorragend geeignet und komme als weiß, schwarz und gescheckt daher. „Unsere schwarzen Schafe sind der ganze Stolz. In Europa gibt es nur rund 300 eingetragene Herdbuchtiere dieser schwarzen ostfriesischen Milchschafe“, erzählt Kurt Luckmann.

Als sich die Möglichkeit ergab, einen Resthof nahe Stolpe zu kaufen, überlegten beide nicht lange und siedelten von Niedersachsen nach Mecklenburg über. „Das war eine gute Entscheidung. Wir fühlen uns hier zusammen mit unseren Tieren einfach wohl“, macht Marianne Luckmann aus ihrer Freude keinen Hehl.

Seit dem 27. Januar ist es bei Luckmanns mit der „Winterruhe“ endgültig vorbei. Täglich erblicken Lämmer das Licht der Welt. Bis gestern sind bereits drei Einlinge, acht Zwillinge und einmal Drillinge geboren. Nach ein paar Tagen Pause geht das bis Mitte März so weiter. „Es macht viel Arbeit, aber ebenso großen Spaß“, sind sich die rüstigen Senioren einig. Mit ihren außergewöhnlichen Schafen waren sie schon elfmal auf der Landwirtschaftsausstellung Mela in Mühlengeez vertreten und haben viel Aufmerksamkeit bekommen.

Schon bald geht es mit der ganzen Herde auf die Weide gleich hinterm Hof. Nachdem Luckmanns gehört haben, dass  die Wölfe immer näher kommen, machen sie sich Sorgen. „Das könnte Probleme bringen“, meinen die Stolper.

Kurt Luckmann wird schon bald wieder das Melken der Schafe übernehmen. Die besonders fetthaltige Schafsmilch schmeckt nicht nur pur hervorragend, sondern wird von Marianne Luckmann auch zu leckerem Joghurt und Käse verarbeitet. „Die Schafe sind unser Lebenselixier“, sind sich die Stolper sicher.

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