Parchim : Schüler heiß auf Stadtgeschichte

Erkunden Parchimer Geschichte: Siebtklässler der Regionalen Goetheschule.
Erkunden Parchimer Geschichte: Siebtklässler der Regionalen Goetheschule.

Mit der Parchimer Nachwuchsakademie Panak auf Entdeckungstour: Wolfgang Westphal führte Siebtklässler zu spannenden Orten.

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08. März 2018, 05:00 Uhr

Die Siebtklässler der nach dem Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe benannten Regionalschule in Parchim sind heiß auf Stadtgeschichte: Trotz eisiger Temperaturen zog es die Jungen und Mädchen am frühen Vormittag aus ihrem ebenso geschichtsträchtigen Schulhaus in der Wallallee zu Stätten, die von längst vergangenen, guten wie schlechten Zeiten erzählen.

Ermöglicht wurde den Goetheschülern dieser Exkurs in die Parchimer Historie mit Wolfgang Westphal von der Parchimer Nachwuchsakademie (Panak). Der erfahrene Gästeführer beim Heimatbund Parchim verstand es ausgesprochen gut, sich auf seine junge Zielgruppe einzustellen. Sein aufgeschlossenes Publikum konnte wiederum mit vielen Vorkenntnissen glänzen.

Hatten sich doch Frederic, seine Altersgefährtinnen Lara, Josi, Elisa und weitere Mitschüler seit dem Sommer vergangenen Jahres in einem Kurs intensiv mit der Stadtgeschichte beschäftigt. Gemeinsam mit Lehrerin Konstanze Kraeplin wandelten einige Goetheschüler beispielsweise auf den Spuren historischer Straßennamen. Der 13-jährige Frederic machte die Dragonerzeit in Parchim zu seinem Forschungsgegenstand. So nutzte er im vergangenen Herbst auch die einmalige Chance, eine Sonderausstellung zum 150-jährigen Gründungsjubiläum des II. Großherzoglich-Mecklenburgischen Dragonerregiments Nr. 18 zu besuchen. „Ich habe dort viele interessante Personen kennengelernt“, empfand der Siebtklässler gerade die persönliche Begegnung mit alteingesessenen Parchimern als große Bereicherung. Die Monate im Stadtgeschichtskurs seien für ihn eine spannende Zeit gewesen, resümiert Frederic. Und Josi (13) verrät: „Wenn ich jetzt von der Schule nach Hause gehe, gehe ich mit viel offeneren Augen durch die Stadt.“Worte wie diese sind Lehrerin Konstanze Kraeplin eine große Bestätigung für ihre Arbeit. Sie begleitet seit mehreren Jahren stadtgeschichtlich interessierte Schüler und ist immer wieder aufs Neue beeindruckt, welche Themenschwerpunkte sich die Jugendlichen selbst setzen. Jessy (12) und Alison (13) wollen nun bis zu den Sommerferien herausfinden, wie die Parchimer im Mittelalter lebten. Sie gehören zu den „Neuzugängen“ im Stadtgeschichtskurs. Jessys Motiv, dort mitzumachen: „Es ist doch peinlich, wenn jemand fragt: Was weißt du über deine Stadt? Und man kann gar nichts sagen.“

Gästeführer Westphal steht den wissbegierigen Schülern auch nach der Veranstaltung der Parchimer Nachwuchsakademie gern zur Seite, kommt auf Einladung zum Beispiel in die Schule.

Welchen Platz diese in der Ortsgeschichte einnimmt? Das repräsentative Gebäude mit der altehrwürdigen Aula wurde 1888/90 für das Parchimer Gymnasium errichtet und ersetzte seinerzeit die beiden Schulgebäude in der Blutstraße. Zwei berühmte Parchimer gingen in der Wallallee zur Schule: bis 1896 der spätere Erfinder des Echolots Alexander Behm und von 1896 bis 1907 der Architekt Werner Cords. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Gebäude bis 1950 als Lazarett.

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