Bahnverbindung : Schmalspurangebot kein Südbahn-Ersatz

Wenn es nach dem Kreistag geht, verkehren weiterhin Züge zwischen Parchim und Lübz. Fotos: michael-günther bölsche, Archiv
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Wenn es nach dem Kreistag geht, verkehren weiterhin Züge zwischen Parchim und Lübz. Fotos: michael-günther bölsche, Archiv

Busersatzplan für die Bahnverbindung Parchim – Malchow überzeugt CDU-Kreistagsfraktionschef Wolfgang Waldmüller nicht

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27. Juli 2014, 08:29 Uhr

„Na dann, Infrastruktur, gute Nacht“, kommentiert CDU-Kreistags-Fraktionschef Wolfgang Waldmüller nach einem Blick auf den Fahrplanentwurf des Busersatzverkehrs für die Südbahnstrecke Parchim-Malchow (wir berichteten).

Die Schaffung einer vernetzten Mobilität im gesamten Landkreis sei das Ziel gewesen, welches sich die Fraktionen des Kreistages bereits 2012 gemeinsam ganz groß auf die Fahnen geschrieben hätten. Wolfgang Waldmüller: „Damit verbunden forderten sie gleichermaßen den notwendigen Erhalt der durchgängigen Südbahnverbindung Hagenow bis Neustrelitz. “

Die Christdemokraten wollen ein Mobilitätskonzept und -angebot, welches den gesamten ländlichen Raum erschließt und dabei den Bedürfnissen der Menschen gerecht wird. Der Fraktionschef: „Das hier vorliegende Schmalspurangebot ist keinesfalls geeignet, dieses Ziel zu unterstützen, noch die Südbahn in dieser Region zu ersetzen. Denn die Bedeutung dieser Bahnverbindung ist ein wesentliches Element einer zukunftsorientierten Belebung unserer ländlichen Region.“

Nicht nur für den Personenverkehr, sondern auch für den Tourismus und die Wirtschaft sei das eine Zukunftsfrage, so Waldmüller. „Ich halte daher eine im vorliegenden Fahrplanentwurf angedachte Anbindung Plaus für sehr wichtig und gut, bezweifele aber, dass sie in Anbetracht der dort vorgesehenen Wartezeit zur Weiterfahrt Richtung Müritz oder Parchim von etwa 40 Minuten auch nur irgendein Tourist nutzen wird.“ Sie würden stattdessen den eigenen Pkw oder gar gleich eine besser zu erreichende und vernetzte Urlaubsregion wählen.

Auch hält Waldmüller die Sicherung der Schiene für den Güterverkehr für unheimlich wichtig, andernfalls würde der regionalen Wirtschaft eine für die Zukunft weiter an Bedeutung gewinnende Arbeitsgrundlage entzogen. Waldmüller: „Die Übernahme des Streckenabschnitts durch einen privaten Betreiber könnte zum Erhalt der Schiene beitragen und wäre daher sehr unterstützenswert.“ Allerdings bedinge auch dies bei allen Sparbemühungen eine solide Finanzausstattung: „Da können nicht Bus und Bahn wie Äpfel und Birnen gleichgestellt werden und am Ende reicht es nicht einmal für einen guten Kompott.“

Auf diese Weise würden die Infrastrukturinteressen der Region zwischen Parchim und Malchow mit Füßen getreten. Mit einer derart rückwärtsgewandten und pendlerfeindlichen Politik sei es kein Wunder, dass die Abwanderung weiter ihren Lauf nehme, kritisiert der Fraktionsvorsitzende: „Wir brauchen die Bahn als Rückgrat der Grundversorgung mit öffentlichem Verkehr, Vernetzung der Verkehrsträger, Taktung der Verbindungen, einheitliche Tarife und die tatsächliche Einbindung aller Zielgruppen.“

Daher appelliert Wolfgang Waldmüller noch einmal an alle verantwortlichen Koordinatoren von Land und Landkreis sich nicht nur mit Finanzverstand, sondern auch mit Herz noch einmal an ihren Arbeitsplatz zu begeben und eine zukunftsfähige Lösung für die Probleme im Infrastrukturbereich auf den Weg zu bringen.

„Dann können wir vielleicht schon in wenigen Jahren mit gutem Gewissen sagen, etwas für die Region erreicht zu haben. Die Menschen hier im ländlichen Raum haben ein Recht auf gleiche Chancen und Lebensqualität und nicht auf eine Infrastruktur, die sich stückweise verabschiedet“, so Wolfgang Waldmüller.

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