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Parchimer Innenstadt : Schilder-Streich in der Langen Straße

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Leser der Parchimer Zeitung deckt gefährliche Mängel auf. Bislang existiert keine eindeutige Regelung für Richtungsverkehr. „Einbahnstraße“ soll folgen

„Durch die Beschilderung ist Chaos vorprogrammiert“, so das Fazit unseres Lesers Jens-Peter H. (Name der Redaktion bekannt). Als er unseren jüngsten Beitrag über den Vorschlag des Bürgermeisters – in der Langen Straße mit Hilfe eines stationären Blitzgerätes für die Einhaltung der Verkehrsregeln zu sorgen – gelesen hat, ging ihm der Hut hoch. Mit einem Schnappschuss hatten wir belegt, dass einzelne Kraftfahrer nicht, wie von den Verkehrsplanern gefordert, ausschließlich von der Lindenstraße in Richtung Neuer Markt fahren, sondern auch in der Gegenrichtung unterwegs sind. Dabei lassen sie sich offensichtlich auch nicht von den metergroßen Schildern abhalten, die beispielsweise am Neuen Markt die Einfahrt untersagen. Doch wer daraus die Schlussfolgerung ableitet, dass es sich in dem verkehrsberuhigten Geschäftsbereich damit zwangsläufig auch um eine Einbahnstraße handelt, muss sich eines Besseren belehren lassen.

„Richtig ist, dass die Einfahrt vom Neuen Markt durch ein Zeichen ,Verbot der Einfahrt’ nicht erlaubt ist. Falsch ist, dass es sich um eine Einbahnstraße handelt, weil es dazu nirgends ein Schild gibt“, meint unser Leser. „Ich könnte also aus Richtung Alter Markt kommend bis zum Zinnhaus fahren, Leute abholen – es besteht ja kein absolutes Halteverbot – wenden und über den Schuhmarkt und die Blutstraße den Bereich wieder verlassen“, ist sich Jens-Peter H. sicher. Nirgends gebe es schließlich ein Wendeverbot-Zeichen. Und er setzt noch einen drauf: „Alle auf der linken Straßenseite Parkenden (zum Neuer Markt gesehen), stehen in verkehrter Richtung und müssten verwarnt werden“.

Wir konfrontieren mit dieser Auffassung die Stadtverwaltung. Auch wenn es nahezu unglaublich klingt, dass nach jahrelanger Vorbereitung, einer zweijährigen Testphase und der kritischen Begleitung der Umwidmung der früheren Fußgängerzone in einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich, die Beschilderung immer noch lückenhaft und missverständlich sein soll, folgt eine handfeste Überraschung.

Der Mann hat recht! Bis dato muss jedermann entgegen der Versicherung der Verkehrsexperten mit Gegenverkehr rechnen. „Hier muss unbedingt nachgebessert werden“, räumt der Sprecher der Stadt Parchim ein. Doch er dämpft die Hoffnung, dass bereits in den nächsten Tagen Bewegung in den Schilderwald der Langen Straße kommt. Nachdem die Stadtvertreter die Umwidmung der Langen Straße in einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich beschlossen haben, gibt es eine gesetzlich vorgeschriebene Einspruchsfrist von vier Wochen. Erst danach mache eine neue Beschilderung Sinn, heißt es aus dem Rathaus.

Also frühestens im Februar werden die Mitarbeiter des städtischen Betriebshofes ausrücken und zusätzlich Schilder „Einbahnstraße“ montieren.

Warum dies in den zurückliegenden Jahren den Verkehrsexperten nicht aufgefallen ist, bleibt ihr Geheimnis. Auch am Geld kann es nicht gelegen haben, denn für die Beschilderung des Abschnittes der Langen Straße waren 10 000 Euro in den Haushalt eingestellt worden.

Der Chef des örtlichen Polizeihauptreviers, Waldemar Skrocki, hatte mehrfach kritisiert, dass die umstrittene Verkehrssituation vielfach durch die „rosarote Brille“ betrachtet worden ist und damit von Anfang an „lax“ umgegangen worden sei. Für diese Kritik gab es nur sehr verhalten ein offenes Ohr bei den Verantwortlichen.

Zustimmung und Ablehnung halten sich auch beim jüngsten Vorstoß des Bürgermeisters, hier einen stationären Blitzer aufzustellen, die Waage. Die einen befürchten Abzocke und andere sehen darin durchaus die Chance, die Einhaltung der Verkehrsregeln zu erzwingen. Letztendlich wird es darauf ankommen, dass gegenseitige Rücksichtnahme auch in der Langen Straße wieder zum Alltag gehört.

 

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erstellt am 11.Jan.2014 | 15:00 Uhr

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