Domsühl : Schildbürgerstreich am Radweg?

Absperrgitter wurden auf Zieslübber Seite montiert. Illegal kommen Autofahrer daneben ohne Probleme vorbei.
Absperrgitter wurden auf Zieslübber Seite montiert. Illegal kommen Autofahrer daneben ohne Probleme vorbei.

Kurz nach Fertigstellung der Trasse Domsühl-Zieslübbe wird Gitter gesetzt, das den Gemeindearbeiter mit seinem Multicar ausbremst

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08. Juni 2016, 05:00 Uhr

Am schönen neuen Radweg zwischen Domsühl und Zieslübbe spielten offenbar Schildbürger einen Streich. Eine geplante Absperrung, die eigentlich illegale Autofahrer auf dem Radweg ausbremsen sollte, wurde falsch montiert und stoppt jetzt den Gemeindearbeiter. Es sei denn, er fährt wie andere illegal am Feldrand an der Barriere vorbei, was genau diese Konstruktion verhindern sollte.

Domsühls Bürgermeister Hans-Werner Beck informierte die Bahn über den Schildbürgerstreich. Die hatte den Radweg als Ausgleich für die Schließung des Bahnübergangs zwischen Domsühl und Zieslübbe gebaut. Bei der Bauabnahme wurde angesprochen, dass zur Verhinderung der Nutzung des Radweges durch Pkw ein Geländer am Rotdornweg angebracht wird, so Beck. Dass Autos dort fahren, sei an Pkw-Spuren deutlich erkennbar. Stattdessen wurde durch eine Baufirma ein Geländer in Zieslübbe angebracht und ein bereits installierter abschließbarer beweglicher Poller abgebaut.

„Das wird aber niemanden abhalten, auf den Radweg zu fahren, denn nebenan sind mindestens zehn Meter Platz, um auf den Radweg zu kommen. Der einzige Effekt ist, dass der Multicar des Gemeindearbeiters jetzt nicht mehr ,normal’ auf den Radweg kommt“, sagt der Domsühler Bürgermeister. Er bittet die Bahn, mit der Firma Verbindung aufzunehmen, um den Radweg so fertig zu stellen, dass er tatsächlich nur als solcher genutzt werden kann.

Für Radler ist der Weg mittlerweile freigegeben. Und das nutzen viele Domsühler, so Gerda und Hermann Freude. Die beiden 81-Jährigen fahren drei- bis viermal in der Woche Rad, um sich gesundheitlich fit zu halten, wie sie erzählen. Den neuen Weg direkt an der Eisenbahnstrecke zwischen Domsühl und Zieslübbe sind sie schon oft gefahren.

1,1 Kilometer ist die Trasse lang und zweieinhalb Meter breit, sagt Bürgermeister Hans-Werner Beck. Da mit dem Ausbau der Eisenbahnstrecke der Bahnübergangs am Rotdornweg geschlossen wird, konnte die Kommune bei den Verhandlungen mit der Bahn den Radwegbau erwirken.

Denn viele Schüler, die von Zieslübbe nach Domsühl fahren, nutzen die Trasse. Außerdem gehört sie zu einer für Radler beliebten Rundtour: von Domsühl über Zieslübbe, Möderitz, Damm, die Elde entlang bis Garwitz, über den Pingelhof und zurück.

Die Bahn hat den Bau bezahlt, doch nach der Übergabe an die Gemeinde kommt jetzt Domsühl für Ordnung Sauberkeit und Unterhaltung der Trasse auf.

Bürgermeister Hans-Werner Beck appelliert an die Vernunft mancher Autofahrer, diesen Radweg nicht länger als Abkürzung zu benutzen. Speziell passiert das in den Abendstunden. Wenn die zusätzliche Barriere erst am richtigen Platz auf Domsühler Seite steht, ist auch die Umfahrung des Pollers über den Seitenstreifen nicht mehr möglich.

Auch der eigentlich gesperrte alte Bahnübergang wird noch illegal von Zweiradfahrern genutzt, erfuhr SVZ. Trotz Verbotsschild und Poller. Doch auch das soll bald nicht mehr möglich sein. Wie der Bürgermeister weiß, wird der Übergang zurückgebaut. Es bleibt nur er Gleiskörper.

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