Zeitverzug bei Großbaustelle auf der B 191 : "Schalentiner Kurve" bald entschärft

Bundesstraße 191: Die Arbeiten am neuen Abschnitt in der 'Schalentiner  Kurve' werden  ca. drei Monate   länger dauern als ursprünglich geplant. Probleme  bei der Gründung  erforderten erheblichen Mehraufwand. Simone Herbst
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Bundesstraße 191: Die Arbeiten am neuen Abschnitt in der "Schalentiner Kurve" werden ca. drei Monate länger dauern als ursprünglich geplant. Probleme bei der Gründung erforderten erheblichen Mehraufwand. Simone Herbst

Etwa drei Monate Zeitverzug gibt es beim Ausbau der Schalentiner Kurve auf der B 191 zwischen Parchim und Rom. Grund ist der unerwartet schlecht tragfähige Baugrund. Jetzt wird Ende September mit der Freigabe gerechnet.

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23. Mai 2012, 07:55 Uhr

Parchim/Rom | Fast 30 Grad von oben, gut 170 von unten - da möchte wohl niemand tauschen: Die Straßenbaukolonne auf der B 191-Großbaustelle "Schalentiner Kurve" musste zu Wochenbeginn genau da durch. Nachdem bereits in der vergangenen Woche der Überbau gemacht worden war, kam jetzt die Fahrbahndecke dran. Zunächst die Asphalttragschicht, die bei immerhin fast 170 Grad eingebaut wird, dann die Binderschicht. Und auch dieses Verfahren verlangt beim Einbau eine Mischguttemperatur von etwa 170 Grad. Wirklich kein leichtes Arbeiten. Vor allem bei diesem Wetter.

Bei wesentlich kühleren Temperaturen hatten im Herbst 2010 die aufwändigen Arbeiten auf diesem 730 Meter langen Abschnitt der B 191 zwischen Parchim und Rom begonnen. Aus zweierlei Gründen. Zum einen musste das zuständige Straßenbauamt in Schwerin das alte marode Brückenbauwerk im Zuge der Bundesstraße durch ein neues ersetzen. Andererseits sollte die Investition von immerhin 2,6 Millionen Euro die bestehende Doppel-S-Kurve durch eine neue Fahrbahnführung gleichzeitig so verändern, dass eine deutlich länger gezogene Kurve entsteht und somit einer der gefährlichsten Unfallschwerpunkte in der Parchimer Region entschärft wird. Über Jahrzehnte waren in genau dieser Kurve viele Unfallopfer zu beklagen. Schon lange bevor der Ersatzneubau Thema und dann Ernst wurde, war die Geschwindigkeit auf 80 bzw. unmittelbar vor dem Kurvenbereich auf 50 km/h gedrosselt worden, gab es Geschwindigkeitsmessungen durch mobile Anlagen und seit 2005 sogar einen stationären Blitzer.

Die Fertigstellung des Neubaus war ursprünglich für Mitte 2012 geplant. "Doch während der Maßnahme haben sich Probleme bei der Gründung des eigentlichen Brückenbauwerks über den Mühlenbach eingestellt, die uns einige Wochen Terminverzug bringen", erklärte Thorsten Uhlig, Dezernent im Straßenbauamt Schwerin und dort zuständig für den Bereich Brückenbau, gestern auf telefonische Anfrage. Grund sei der schlecht tragfähige Baugrund gewesen, was man so nicht hatte kommen sehen. Nun kann in der nächsten Woche der Überbau ausgeschalt und das mittige Brückenbauwerk fertig gestellt werden.

"Derzeit rechnen wir damit, dass wir den neuen Straßenabschnitt Ende September freigeben können", sagt Uhlig, räumt aber ein, der Termin könne nur gehalten werden, wenn nicht nochmals Unvorhergesehenes eintritt. Im Anschluss, so der Schweriner Brückenexperte, werde die alte, dann nicht mehr benötigte Fahrbahn zurückgebaut.

Während sowohl das Schweriner Straßenbauamt als auch die Kraftfahrer dem Ende der anderthalbjährigen Großbaustelle entgegen fiebern, ist auch der Landkreis erleichtert. Es war noch der alte Landkreis Parchim, der schon vor Jahren die Entschärfung der Schalentiner Kurve nach eingehender Untersuchung der Unfallschwerpunkte durch eine regelkonforme Trassierung gefordert hatte. Denn das eigentliche Problem der lang gezogenen Doppel-S-Kurve, sagte der damalige Leiter des Straßenverkehrsamtes und Vorsitzender der Kreisunfall kom mis sion, Manfred Bülow, sei ihre Geometrie gewesen - Mängel an der Trassenführung, tückische Gefällstrecken an Querneigungen, aus denen die Fahrzeuge bei unangemessener Geschwindigkeit und Nässe regelrecht herausgezogen würden.

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