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Adventsmarktausstellung in der Parchimer St. Marienkirche : Schätze aus aller Herren Länder

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In der Parchimer St. Marienkirche werden heute und morgen in der Ausstellung zum 10. Parchimer Adventsmarkt Weihnachtskrippen aus aller Herren Länder präsentiert.

Parchim | Sie erzählen alle die gleiche Geschichte, doch in so unglaublich unterschiedlichen Darstellungen, dass einem beim Betrachten ganz warm ums Herz wird: In der Parchimer St. Marienkirche werden heute und morgen in der Ausstellung zum 10. Parchimer Adventsmarkt Weihnachtskrippen aus aller Herren Länder präsentiert. Allein die 31 Weihnachtskrippen, die Viertklässler der Parchimer Goetheschule unter engagierter Anleitung ihrer Lehrerin Bärbel Wilbert schufen (SVZ berichtete), sind eine eigene Schau wert. Prof. Hermann Brause, dessen unermüdlichem Wirken wir 2011 die nunmehr zehnte Adventsmarktausstellung in Parchim zu verdanken haben, gelang es, diese Schülerarbeiten geschickt in der Kirche zu platzieren und damit ins verdiente Blickfeld der Besucher zu rücken. Ebenso zwei getöpferte Weihnachtskrippen - Gemeinschaftswerke von Irla Wulf mit Bewohnern des St. Nikolaus stiftes - sowie eine Leinwandmalerei von Christian Wahls.

Das Herzstück der Ausstellung bilden aber Leihgaben von Heinz und Dorothea Wenzel aus Grimmen. Die in St. Marien gezeigten knapp 100 figürlichen Darstellungen der Geburt Christi aus der Weihnachtsgeschichte repräsentieren etwa ein Drittel ihrer Sammlung, die sie seit dem Eintritt von Pastor Wenzel in den Ruhestand im Jahr 1998 leidenschaftlich erweitern. Inzwischen dürfen Heinz und Dorothea Wenzel Krippen aus vier Kontinenten ihr Eigen nennen, und eines Tages kommt sicher auch noch "Australien" hinzu. Ihre Sammlerstücke u. a. aus Holz, Speckstein, Ton, ja sogar Bronze, sind allerdings keine Urlaubserinnerungen: Wenzels fahnden z. B. in Eine-Welt-Läden nach neuen "Objekten". In diesem Jahr beschenkte die ganze Familie Heinz Wenzel zum 70. Geburtstag mit einer Entdeckung aus Dresden: Diese Krippe der amerikanischen Künstlerin Sudan Lordi ist nun ebenfalls in St. Marien zu bewundern. Insgesamt dürften in der Ausstellung mit Uruguay, Bolivien, Argentinien, über Tansania, Madagaskar, Palästina, Israel bis hin nach Irland, Tschechien und Vietnam fast 30 Länder mit außergewöhnlichen Beispielen vertreten sein: Aus Kamerun stammt eine Krippe mit im Naturofen schwarz gebrannten Tonfiguren mit dem Sud der Raffia-Palme, aus Peru eine Kalebassen-Krippe. Charakteristisch für die Original Krakauer Krippe sind das leichte Holzgerüst, Pappe und glitzerndes Staniolpapier. Immer mehr Verbreitung findet heute auch die Verarbeitung von Kunststoff. Exemplarisch steht dafür eine Krippe aus den USA, die aus Polyresin gefertigt wurde.

Mit einer Laubsägearbeit fing alles an

Ein Kapitel für sich ist die Vielfalt der verwendeten Holzarten: Figuren aus Oliven-, Eben-, Pibas-, Rosen- und Palisanderholz ... ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Auf ihre Kosten kommen in der Ausstellung ebenfalls auf Details versessene Betrachter: Eine Darstellung zeigt z. B. die stillende Maria, eine andere das Jesuskind mit einer Pudelmütze auf dem Köpfchen. "Jede Krippe ist anders, doch alle haben eine große Gemeinsamkeit: den Ursprung und das Ziel. Weihnachtskrippen sind für mich lebendige Verkündigung. Sie erinnern, regen an, vielleicht stoßen sie auch an", sagt Heinz Wenzel. Zu den kostbarsten Schätzen in seiner Sammlung zählt Heinz Wenzel eine Krippe aus dem Jahr 1984. Auch sie ist heute und morgen in St. Marien zu sehen. Was diese Krippe, deren Figuren aus Flaschen, Tapetenleim, Papier und Stoffresten gefertigt sind, so wertvoll macht? Ihre Einzigartigkeit! Es war die erste Krippe, die der Pastor damals mit Christenlehrekindern in Grimmen angefertigt hatte, nachdem er ein Jahr zuvor von Lauchhammer nach Vorpommern kam.

Den Anfang der Sammlung bildeten allerdings eine mit der Laubsäge gearbeitete Holzkrippe, die Dorothea Wenzel vor genau 50 Jahren mit in die Ehe brachte, sowie eine geerbte erzgebirgische Holzkrippe aus der Zeit um 1940. Ihr ideeller Wert ist für die beiden Sammler heute so hoch, dass sie vorsichtshalber nicht mehr das Haus verlassen dürfen. Sie werden aber auch nicht mehr in Kisten und Kästchen verstaut: In diesem Jahr verwandelten Wenzels ihr großes Arbeitszimmer in ein "Krippenzimmer" mit Regalreihen bis unter die Decke. Doch bis alle Kartons, von denen immer noch viele auf dem Boden stehen, ausgepackt sind, dürften wohl noch einige Monate ins Land ziehen. Heinz und Dorothea Wenzel sind heute und morgen persönlich in der Ausstellung anwesend, es ist eine Bereicherung, mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

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erstellt am 03.Dez.2011 | 01:19 Uhr

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